Finanzkrise bringt G7-Finanzminister in Zugzwang
publiziert: Freitag, 10. Okt 2008 / 23:12 Uhr / aktualisiert: Samstag, 11. Okt 2008 / 00:46 Uhr

Washington - Unter dem Eindruck dramatischer Kursstürze an den Börsen rund um die Welt hat in Washington das Treffen der G7-Finanzminister begonnen.

Steinbrück forderte Rettungssignale für systemübergreifende Banken.
Steinbrück forderte Rettungssignale für systemübergreifende Banken.
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Die Ressortchefs der sieben grössten Industrienationen wollten dabei ihr Vorgehen im Umgang mit der Krise grenzübergreifend abstimmen.

Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück sagte vor Beginn der Beratungen in der ARD, von dem Treffen müsse ein klares Signal zur Rettung «systemübergreifender Banken» ausgehen.

Gemeinsame Prinzipien angestrebt

Aus europäischen Diplomatenkreisen hiess es in Washington, die Minister wollten versuchen, eine Liste gemeinsamer Prinzipien für das weitere Vorgehen auszuarbeiten. Dazu solle auch die Garantie zählen, keine grosse Bank pleite gehen zu lassen und im Notfall staatliche Gelder zur Rettung bereitszustellen.

Zu Beginn der Sitzung sei aber noch offen gewesen, ob sich die USA auf eine derartige Zusicherung einlassen wollten, hiess es in den Kreisen weiter.

Zum Abschluss ihrer Beratungen wollten die Minister am Abend nach Mitternacht (MESZ) eine gemeinsame Erklärung veröffentlichen.

Das Forum für Finanzstabilität (FSF) hat die G7-Finanzminister in einem dringenden Appell zum Handeln aufgefordert.

Clearing-Haus für Transparenz

In einem Massnahmenkatalog schlug es den führenden Industriestaaten klarere Vorgaben für viele Marktbereiche vor, um die Finanzkrise zu entschärfen. Unter anderem soll ein Clearing-Haus mehr Transparenz in das Geschäft mit Derivaten bringen.

Das FSF ist eine Gruppe von Top-Experten mit internationaler Zusammensetzung. Das Forum wird geführt vom italienischen Notenbank-Chef Mario Draghi.

(ht/sda)

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