Fed rettet AIG mit 85 Milliarden-Dollar-Kredit
publiziert: Mittwoch, 17. Sep 2008 / 07:16 Uhr

New York/Washington/London - Die US-Notenbank kommt dem angeschlagenen Versicherungsriesen AIG mit einem Kredit von bis zu 85 Milliarden Dollar zu Hilfe. Die amerikanische Regierung will damit ein «unkontrolliertes Versagen» des Instituts verhindern.

Die Währungshüter um Ben Bernanke trafen den Entscheid am Dienstag.
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AIG (American International Group) war wegen Milliardenverlusten im Zuge der Kreditkrise in akute Kapitalnot geraten und häufte Verluste von fast 20 Milliarden Dollar an. Die Aktie des Versicherers verlor seit Jahresbeginn mehr als 90 Prozent ihres Werts.

Die drohende Pleite eines der weltweit grössten Versicherers hätte die globalen Finanzmärkte in weitere schwere Turbulenzen gestürzt, denn der Konzern spielt für die gesamte Branche eine wichtige Rolle bei der Risikoabsicherung.

Fed übernimmt die Kontrolle

Der hohe Kredit der Fed soll eine Laufzeit von zwei Jahren haben, wie die Notenbank in der Nacht auf Mittwoch mitteilte. Als Sicherheit dient das gesamte Vermögen von AIG.

Die amerikanische Regierung übernimmt laut US-Medienberichten knapp 80 Prozent der Kontrolle an dem Konzern und erhält ein Veto-Recht bei der Ausschüttung der Dividende.

«Die Interessen der Steuerzahler sind durch die Kernbedingungen dieses Kredits geschützt», betonte die Fed. Das Paket sei in enger Abstimmung mit dem Finanzministerium erarbeitet worden. In einer ersten Reaktion begrüsste Präsident George W. Bush die Vereinbarung.

Einzelheiten der staatlichen Intervention sollten noch bis in den frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) ausgearbeitet werden. Wahrscheinlich werde die Federal Reserve die bisherige Führung des AIG-Konzerns auswechseln, so die «New York Times».

Der Rettungsplan sei zunächst bei einem Krisengipfel in der zuständigen New Yorker Notenbank entworfen worden. Später sei US- Finanzminister Henry Paulson in Washington mit Spitzenpolitikern des Senats zu Beratungen zusammengetroffen.

An den Märkten wurde die Rettungsaktion mit Erleichterung aufgenommen. In Japan stieg der Nikkei-Index im Verlauf um 2,2 Prozent. Auch hier hatten Händler vor den katastrophalen Folgen eines Kollapses gewarnt.

Barclays kauft Teile von Lehman

Auch für einen Teil der Mitarbeiter der zusammengebrochenen US- Investmentbank Lehman Brothers gibt es wieder Hoffnung. Die britische Bank Barclays kauft für 1,75 Milliarden Dollar Teile des Geschäfts der Traditionsbank in Nordamerika.

Übernommen werden sollen die Investmentbanking- und Kapitalmarkt- Sparten, der New Yorker Hauptsitz von Lehman und zwei Datenzentren. Betroffen wären damit mit etwa 10'000 Mitarbeiter rund die Hälfte aller Beschäftigten von Lehman Brothers. Die Sparte für das Investment-Managing ist dagegen nicht Teil des Geschäfts.

Lehman hatte am Montag Gläubigerschutz beantragt. Seitdem wenden sich immer mehr Kunden von der Bank ab, ein Vorgang, der durch eine schnelle Übernahme der Geschäftsteile gestoppt werden soll.

Barclays hatte die Verhandlungen am Wochenende zunächst platzen lassen, weil die amerikanische Regierung keine Garantien übernehmen wollte. Dies hatte zum Zusammenbruch der US-Bank beigetragen.

(fest/sda)

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