Executive MBA - Weiterbildung als Karriereboost
publiziert: Montag, 11. Apr 2016 / 14:55 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 14. Apr 2016 / 11:42 Uhr

Wer seine berufliche Karriere als Ingenieur oder in einem technischen Beruf startet, muss nicht stets in dieser Position verharren. Gerade Ingenieure und technische Angestellte haben die Möglichkeit, sich später in Richtung des Managements zu orientieren.

Damit dieser Weg jedoch gelingt und sich die eigenen Chancen verbessern, ist eine Weiterbildung ratsam. Immerhin erfordert das Management betriebswirtschaftliche Kenntnisse, die während des technischen Studiums nur angeschnitten werden. Ein MBA-Studiengang kann die eigene Karriere daher deutlich vorantreiben - und ist sogar nebenberuflich möglich.

Studium neben dem Beruf - möglich oder nicht?
Ein Studium muss längst nicht mehr in Vollzeit stattfinden. Viele Arbeitnehmer entscheiden sich, der eigenen Karriere einen Schub vorwärts zu geben und belegen in Abendstudiengängen oder auch über Fernstudien einen Studiengang. Diese Vorgehensweise hat natürlich Vorteile:
- Keine oder wenig Einkommenseinbussen
- Wahl der Universität/der Akademie
- Zeitliche Flexibilität
- Kann mit Familie vereinbart werden
- Keine berufliche Auszeit

Wer überlegt, ob ein nachträgliches Studium möglich ist, scheiterte früher oft an den Einkommenseinbussen. Sobald Arbeitnehmer einmal einen festen Arbeitsplatz und das damit einhergehende Gehalt haben, können und möchten sie nicht mehr darauf verzichten. Kommt nun ein Studium in Vollzeit, ergeben sich deutliche Einschnitte im eigenen Leben. Nicht jedoch, wenn es sich bei dem Studium um ein nebenberufliches Studium handelt. In diesem Fall kann der Hauptberuf weiterhin ausgeübt werden. Zwar entscheiden sich einige Arbeitnehmer, nur noch Teilzeit arbeiten zu gehen, um mehr Zeit für das Studium zu haben, dennoch bleibt zumindest ein Teil des bisherigen Einkommens bestehen. Im Regelfall wird die Weiterbildung jedoch vollständig nebenberuflich in den Abendstunden oder am Wochenende durchgeführt. Das ist möglich, da es zahlreiche Anbieter gibt, die eigens Studiengänge für Arbeitnehmer eingeführt haben. Wer sich für ein Fernstudium entscheidet, ist zeitlich ohnehin beinahe ungebunden. Die Aufgaben müssen regelmässig eingereicht werden und das Material sieht ein festes Wochenpensum vor, dennoch entscheiden die Studiengangteilnehmer selbstständig, wann sie den Stoff lernen. Daher ist das Fernstudium auch mit der Familie vereinbar.

Trotzdem gibt es Nachteile, die nicht verschwiegen werden sollten:
- Hohe Arbeitsbelastung
- Eingeschränkte Freizeit
- Regelstudienzeit nur eingeschränkt verlängerbar

Bei einem Fernstudium oder einem Studium neben dem Hauptberuf müssen sich Arbeitnehmer bewusst sein, dass die Aufgabe ein hohes Mass an Disziplin erfordert. Neben dem eigentlichen Beruf, der Familie und den Tücken des Alltags kommen nun noch das Studium und das damit verbundene Lernen hinzu. Die Freizeit verknappt sich deutlich, zumal die Studiengänge oft nur in besonderen Situationen oder für eine ganz gewisse Zeit verlängert werden können.

Gleichfalls verlangen die meisten Studiengänge eine Präsenzzeit. Diese kann sich an bestimmte Vorlesungen am Wochenende oder in den Abendstunden orientieren, jedoch auch auf Blockunterricht basieren. Einige Anbieter gehen hin und konzentrieren einen Teil des Studiums auf zwei Wochen Unterricht mit verpflichtender Präsenz. Teilnehmer müssen diesen Unterricht in ihrem Urlaub belegen, sollten sie nicht anwesend sein, fehlt ein wichtiger Grundstein zur Prüfungszulassung.

Welche Voraussetzungen müssen Arbeitnehmer erfüllen?
Die Zugangsvoraussetzungen für Weiterbildungen sind unterschiedlich. Beim Executive MBA sind folgende Punkte die Grundlage für eine Zulassung:
- Abschluss einer Universität oder Fachhochschule
- Mehrjährige qualifizierte Berufserfahrung
- Englischkenntnisse
- Nebenberuflich - Berufstätigkeit wird empfohlen

Grundsätzlich haben Interessenten verbesserte Chancen auf einen Studienplatz, wenn sie bereits einen Abschluss in einem nicht-wissenschaftlichen Bereich erzielten.

Die Kosten für das Studium
Die meisten Fernstudien und Studiengänge für Erwachsene im Nebenberuf müssen von den Teilnehmern selbst bezahlt werden. Wie hoch die Kosten ausfallen, ist unterschiedlich.

Je nach Anstellungsverhältnis ist es aber möglich, einen Teil der Kosten vom Arbeitgeber erstattet zu bekommen. Es ist immer sinnvoll, sich vor dem Studienbeginn mit dem Arbeitgeber kurzzuschliessen und von den eigenen Plänen zu erzählen. Nicht selten erkennen die Personalchefs das Potenzial und stimmen einer finanziellen Unterstützung zu. Immerhin können sie durch die Finanzspritze Mitarbeiter länger an das Unternehmen binden und neue Führungskräfte aus den eigenen Reihen heranziehen. Allerdings heisst eine finanzielle Unterstützung auch, dass Arbeitnehmer nicht vollständig frei in ihrer Entscheidung sind und dem Arbeitgeber gegenüber verpflichtet sind, das Studium durchzuziehen. Das kann neuen Druck aufbauen, zudem ist es oft nicht möglich, vor Ablauf einer bestimmten Frist den Arbeitsplatz zu wechseln. Übernimmt der Betrieb einen Teil oder gar die gesamten Weiterbildungskosten, wird der Vertrag oft so geändert, dass der Arbeitnehmer nach Abschluss des Studiums für eine gewisse Zeit in der Firma verbleiben muss.

Kräftezehrend doch lohnenswert
Aus beruflicher Perspektive betrachtet, macht ein Fernstudium oder die Belegung eines Abendstudiums für Ingenieure oder Angehörige der technischen Berufe grundsätzlich Sinn. Gerade der Executive MBA kann als Sprungbrett für eine deutlich verbesserte Karriere dienen. Immerhin bereitet das Studium auf eine geschäftsführende Tätigkeit im Management vor und kann einen Einstieg in die gehobenen Gehaltsstufen bedeuten. Das vermittelte Wissen ist sehr tiefgründig, basiert dabei aber stets auf der Praxis. Dies wird auch dadurch belegt, dass die meisten Studienanbieter wünschen, dass während der Studienzeit weiterhin gearbeitet wird. Auf diese Weise können Studierende direkt das neu erlernte Wissen in der Firma anwenden. Ein zusätzliches Praktikum ist daher nicht nötig. Dennoch darf nicht verschwiegen werden, dass das Studium anstrengend und häufig schwer ist. Gerade ältere Arbeitnehmer äussern, dass sie Schwierigkeiten haben, sich nochmals mit dem Lernen an sich zu beschäftigen.

Zudem muss in der Familie klar kommuniziert werden, dass die Abendstunden keine Freizeit bedeuten, sondern für das Lernen genutzt werden. Während des Studiums sind daher deutliche Einschränkungen zu erwarten, die sich auch auf Urlaube und Wochenenden beziehen. Ist die Universität weiter entfernt, fallen weitere Kosten und Ausfallzeiten für die Teilnahme am Präsenzunterricht an. Die Mühen lohnen sich laut handelszeitung.ch jedoch, sodass ein spätes MBA-Studium für ambitionierte Arbeitnehmer mit entsprechender Vorausbildung durchaus zu empfehlen ist.

(ja/IFJ)

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