Ex-UBS-Angestellte helfen USA in Libor-Affäre
publiziert: Donnerstag, 9. Aug 2012 / 11:49 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 9. Aug 2012 / 16:25 Uhr
Ehemalige UBS-Mitarbeiter sollen von einer Strafverfolgung verschont bleiben, falls diese den Behörden helfen.
Ehemalige UBS-Mitarbeiter sollen von einer Strafverfolgung verschont bleiben, falls diese den Behörden helfen.

New York - Die amerikanische Staatsanwaltschaft hat in der Libor-Affäre einem Medienbericht zufolge einen Deal mit Ex-Angestellten der UBS geschlossen. Kooperieren diese bei den Ermittlungen zu Manipulationen des Interbankenzinses, sollen sie vor Strafverfolgung verschont bleiben.

6 Meldungen im Zusammenhang
Allerdings hätten die betreffenden ehemaligen Mitarbeiter der Schweizer Grossbank relativ tiefe Posten in der Bankhierarchie besetzt, schrieb das «Wall Street Journal» (WSJ) in ihrer europäischen Ausgabe vom Donnerstag.

Von den Bankmitarbeitenden, die an der mutmasslichen Manipulation des Libor beteiligt gewesen sein sollten, würden derzeit nur wenige für die UBS arbeiten, zitiert das WSJ eine «den Ermittlungen nahestehende Quelle». Im Rahmen ihrer eigenen Abklärungen zur Libor-Affäre habe die UBS rund 20 Händler und Führungskräfte entlassen, hiess es weiter.

Das Vorgehen der US-amerikanischen Strafermittler wird im Wirtschaftsblatt als Zeichen dafür gewertet, dass das Justizdepartement versucht, rangtiefere Angestellten gegen die Drahtzieher der angeblichen Manipulation aufzuwiegeln. Das US-Justizministerium äusserte sich nicht dazu.

Beteiligt oder nicht?

Ende Juli hatte die UBS selbst mitgeteilt, sie sei bei ihrer internen Untersuchung auf keine Elemente gestossen, die eine Verwicklung der Bank in den Zinsskandal beweisen würden. Gleichzeitig hatte die UBS nochmals betont, sie werde in dieser Angelegenheit weiterhin mit den Behörden kooperieren.

Gemäss einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Dokument wird die UBS von den Ermittlungsbehörden jedoch verdächtigt, neben den britischen Banken Barclays und Royal Bank of Scotland eine zentrale Rolle bei den zwischen 2005 und 2009 angefallenen Libor- und Euribor-Manipulationen gespielt zu haben.

Barclays hat Ende Juni einem Vergleich zugestimmt, um ein Ende der Ermittlungen gegen die Bank durch die amerikanischen und britischen Behörden zu erwirken. Dafür hat Barclays 290 Millionen britische Pfund (umgerechnet rund 445 Mio. Franken) bezahlt. Unter Berufung auf Analysten der US-Bank Morgan Stanley schreibt WSJ, der UBS könnte eine Strafe von rund 250 Mio. Franken bevorstehen.

Die UBS kommentierte den Bericht des WSJ am Donnerstag auf Anfrage nicht.

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Grossbank UBS zahlt in Zusammenhang mit der unrechtmässigen Beeinflussung des Libor-Zinssatzes ... mehr lesen
Die Strafzahlung führt dazu, dass die UBS im vierten Quartal einen Reinverlust von 2,0 bis 2,5 Mrd. Fr. schreiben wird. (Symbolbild)
Die UBS wird mehr als 450 Millionen Dollar Bussgeld hinblättern.
Zürich/New York - Die UBS steht im Zusammenhang mit dem Libor-Skandal offenbar kurz vor einer Einigung mit den ... mehr lesen
London - Im Skandal um Manipulationen des Interbankenzinses Libor haben US-Hausbesitzer erstmals eine Sammelklage gegen 12 ... mehr lesen
Bislang hat lediglich das britische Geldhaus Barclays ein Fehlverhalten von Händlern eingeräumt. (Archivbild)
Verstösse sollen in Zukunft als Straftat behandelt werden. (Symbolbild)
London - Nach Manipulationen bei der Ermittlung des im internationalen Finanzverkehr ... mehr lesen 1
Washington - Der US-Finanzmarktregulierer NCUA hat am Donnerstag Klage gegen eine Filiale der Schweizer Grossbank UBS ... mehr lesen
Der UBS wird vorgeworfen «irreführende Angaben» beim Verkauf von Wertpapieren im Wert von 1,1 Mrd. Dollar gemacht zu haben. (Symbolbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Washington - Das US-Justizministerium bereitet in der Affäre um Zinsmanipulationen einem Zeitungsbericht zufolge Strafverfahren gegen mehrere Banken und einige ihrer Angestellten vor. Im Verlauf des Jahres solle zumindest gegen eine Institution Klage eingereicht werden, berichtete die «New York Times» am Wochendende unter Berufung auf Regierungskreise. mehr lesen 
Steuerstreit  Brüssel - HSBC Private Bank, die Schweizer Tochter der britischen HSBC, ist in Belgien wegen schweren und organisierten Steuerbetrugs und Geldwäscherei angeklagt worden. Wie die Justizbehörden am Montag mitteilten, soll die Bank Hunderten von Kunden beim Betrug geholfen haben.  
Steuerhinterziehung - Israel nimmt UBS-Berater fest Jerusalem/Zürich - Die Schweizer Grossbank UBS ist nun auch in Israel ...
1. Dezember 2. Dezember 3. Dezember 4. Dezember 5. Dezember 6. Dezember 7. Dezember 8. Dezember 9. Dezember 10. Dezember 11. Dezember 12. Dezember 13. Dezember 14. Dezember 15. Dezember 16. Dezember 17. Dezember 18. Dezember 19. Dezember 20. Dezember 21. Dezember 22. Dezember 23. Dezember 24. Dezember
Adventskalender nachhaltige Entwicklung 2014
Adventskalender 24 Fenster zur Nachhaltigkeit, von innovativen Unternehmen, NGOs und weiteren Partnern.
Titel Forum Teaser
Die Forscher testeten eine Vielzahl an Genres auf Blu-ray-Discs.
Green Investment Blu-ray-Discs machen Solarzellen effizienter Chicago - Blu-ray-Discs bieten nicht nur ...
Es ist wichtig, den richtigen Umgang mit den eigenen Daten zu lernen.
Startup News Eigene Daten richtig schützen - Methoden und Programme zum Datenschutz Das Internet hat die wichtigsten Bereiche des alltäglichen Lebens übernommen, sei es Online Banking, Familienerinnerungen, soziales ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
26.11.2014
26.11.2014
i SmarteSolution Logo
24.11.2014
24.11.2014
Ptischuss Logo
24.11.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 4°C 10°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 4°C 9°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 3°C 6°C nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Bern 6°C 8°C leicht bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt
Luzern 7°C 8°C leicht bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt
Genf 8°C 11°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 8°C 11°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten