Power Deals 2009: M&A im Elektrizitäts- und Gasmarkt
Europas Energieversorger führen Konsolidierung an
publiziert: Freitag, 9. Apr 2010 / 15:10 Uhr

Zürich - Die globale Strom- und Gasversorgungsbranche verzeichnete 2009 mit 596 Transaktionen zehn Prozent weniger Fusionen und Übernahmen (M&A) als im Vorjahr. Einen massiven Rückgang erlitt der Gesamtwert des Transaktionsvolumens, der mit 97,6 Milliarden Dollar nur noch die Hälfte des Vorjahresniveaus beträgt.

Seit der Marktöffnung 2008 hat die erwartete breite Konsolidierung im Schweizer Energiemarkt noch nicht eingesetzt.
Seit der Marktöffnung 2008 hat die erwartete breite Konsolidierung im Schweizer Energiemarkt noch nicht eingesetzt.
Sieger in der Krise sind Anbieter erneuerbarer Energie, die fusioniert haben und deswegen weit weniger vom Rückgang betroffen sind. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie «Power Deals: 2009 Annual Review» der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), die auf den publizierten weltweiten Transaktionen der Dealogic «M&A Global Database» basiert.

Europa vorne

Mehr als 60 Prozent des Transaktionswerts gehen auf das Konto der europäischen Energieversorgungsbranche. Sie führt damit die weltweite Konsolidierungsbewegung wie im Vorjahr an. Die Schweizer Unternehmen konzentrierten sich bei den Übernahmen auf die Expansion im europäischen Ausland. Einziger grosser Deal in der Schweiz: EOS und Atel schliessen sich zu Alpiq zusammen.

Viele kleine Fusionen

Zahlreiche, aber kleine Fusionen und Übernahmen prägten 2009 das M&A-Klima in der weltweiten Strom- und Gasversorgungsbranche. Dies belegt die jährliche Studie «Power Deals» von PricewaterhouseCoopers. Das Transaktionsvolumen verzeichnete mit 97,6 Milliarden US-Dollar einen deutlichen Rückgang und beträgt nur noch knapp die Hälfte des Vorjahresniveaus. Die Gesamtzahl der Transaktionen nahm dagegen nur um 10 Prozent auf 596 ab. Vergleichsweise hoch blieb das Interesse im Bereich der erneuerbaren Energie. Hier sank das Transaktionsvolumen um lediglich 14 Prozent auf 33,5 Milliarden Dollar. Während bei den konventionellen Stromerzeugern ein Minus von 51 Prozent auf 88,9 Milliarden Dollar zu verzeichnen war, sank das M&A-Volumen in der Gasindustrie um 38 Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar. Die Hauptgründe für den Rückgang der Akquisitionen sind insbesondere die weiterhin unsichere Wirtschaftslage und die anhaltende Kapitalknappheit.

Expansion nach Europa

Schweizer Energiedienstleister setzten auf Expansion im Ausland. Fünf der sieben Übernahmen mit Schweizer Beteiligung hatten Unternehmen im europäischen Ausland zum Ziel – darunter in Spanien, Ungarn und Rumänien. «Seit der Marktöffnung durch das seit 2008 geltende Bundesgesetz über die Stromversorgung (StromVG) hat die erwartete breite Konsolidierung im Schweizer Energiemarkt noch nicht eingesetzt. Stattdessen halten Schweizer Unternehmen über die Grenzen Ausschau nach Wachstumsmöglichkeiten», erklärt Dr. Ralf C. Schlaepfer, Leiter des Branchensektors Energie und Versorgung von PricewaterhouseCoopers Schweiz. Die grosse Ausnahme im immer noch sehr fragmentierten Schweizer Strommarkt ist der Zusammenschluss von EOS und Atel zu Alpiq, mit der das Unternehmen zu den führenden europäischen Energiedienstleistungsunternehmen aufschliesst.

2010 nur wenige Übernahmen

Für das laufende Jahr erwartet Schlaepfer noch keine durchgreifende Erholung des M&A-Marktes. «Auch 2010 dürften in der Schweiz nur wenige Übernahmen vorgenommen werden, da sich die Schweizer Energieversorgungsunternehmen noch mit den operativen Konsequenzen in der Umsetzung aus der ersten Phase der Liberalisierung in der Schweiz für ihre Entwicklung befassen.»

Zurückhaltung

Wie schon im Jahr 2008 erreichte die europäische Energieversorgungsbranche auch im letzten Jahr das mit Abstand grösste M&A-Volumen. Unternehmen und Investoren gaben mit 58,6 Milliarden US-Dollar (ohne erneuerbare Energien) 43 Prozent weniger für Beteiligungen in Europa aus als 2008. «Angesichts der unsicheren Wirtschaftslage, der anhaltenden Kapitalknappheit und der Unsicherheit über kommende Klimaschutz- und Deregulierungsvorschriften haben die meisten Energieversorger von grösseren Transaktionen abgesehen. In Europa hat die von der EU-Kommission verordnete operative Trennung von Stromerzeugung und -transport für Impulse auf dem M&A-Markt gesorgt», kommentiert Schlaepfer.

Europa mit grösstem M&A-Volumen

Dennoch stieg der Anteil Europas im globalen Vergleich von 53 auf 60 Prozent. Dieser Trend spiegelt sich auch im Ranking der grössten M&A-Transaktionen wider. Auf den ersten fünf Plätzen liegen Deals mit einem europäischen Beteiligungsziel. Grösste Transaktion war die Übernahme der 25-prozentigen Acciona-Beteiligung am spanischen Versorger Endesa durch den italienischen Energiekonzern Enel für rund 14 Milliarden US-Dollar als Abschluss der bereits im Jahr 2007 eingeleiteten Übernahme. Der deutsche Energieversorger RWE schloss mit der Übernahme der niederländischen Essent für gut 9,9 Milliarden US-Dollar die zweitgrösste Transaktion ab.

Asien überholt Nordamerika

Während das Transaktionsvolumen bei den nordamerikanischen Energieversorgern 2009 um 71 Prozent auf 12,3 Milliarden US-Dollar zurückging, hat sich der Übernahmewert in Südamerika mit 8,6 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt. Zurückzuführen ist dieser Anstieg massgeblich auf Transaktionen in Brasilien. Auf M&A-Ziele in der Region Asien-Pazifik entfielen 16 Milliarden US-Dollar (minus 26 Prozent). Damit war die Region erstmals der zweitgrösste M&A-Markt der globalen Energieversorgungsbranche.

Dramatischer Einbruch Russlands

Einen dramatischen Einbruch des Transaktionsvolumens verzeichnete die Russische Föderation. Zwar stieg die Zahl der M&A-Fälle im Vorfeld der für 2011 angekündigten Marktliberalisierung von 84 auf 131 Transaktionen, der Gesamtwert der Transaktionen mit russischem Zielunternehmen sank jedoch um 93 Prozent auf 1,7 Milliarden US-Dollar.

(cs/KMU Magazin)

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