Eine spanische Gewerkschaft will gestohlene Lebensmittel verteilen
publiziert: Mittwoch, 8. Aug 2012 / 22:14 Uhr
«Eine zivilisierte und demokratische Gesellschaft darf es nicht zulassen, dass die Leute das Recht in die eigene Hand nehmen», findet der Minister.
«Eine zivilisierte und demokratische Gesellschaft darf es nicht zulassen, dass die Leute das Recht in die eigene Hand nehmen», findet der Minister.

Madrid - Spaniens Innenminister Jorge Fernández Díaz hat die Festnahme von Gewerkschaftern und Demonstranten angeordnet, die bei einer Protestaktion zwei Supermärkte ausgeräumt hatten.

4 Meldungen im Zusammenhang
Die Gewerkschaft der andalusischen Arbeiter (SAT) wollte mit der Aktion auf die Notlage der Bevölkerung in der Wirtschaftskrise aufmerksam machen und die Nahrungsmittel an Bedürftige verteilen.

«Eine zivilisierte und demokratische Gesellschaft darf es nicht zulassen, dass die Leute das Recht in die eigene Hand nehmen», sagte der Minister am Mittwoch der staatlichen Nachrichtenagentur Efe.

Die Teilnehmer der Protestaktion hatten am Vortag in Südspanien aus zwei Supermärkten Lebensmittel abtransportiert, ohne die Waren zu bezahlen. An der Aktion in einem der Supermärkte nahm auch der Dorfbürgermeister von Marinaleda und Politiker der Vereinten Linken (IU), Juan Manuel Sánchez Gordillo, teil.

Drastische Massnahmen

Unterdessen greift die nordostspanische Stadt Girona bei der Bekämpfung der Folgen der Wirtschaftskrise zu drastischen Mitteln: Weil immer mehr Menschen in Müllcontainern von Supermärkten nach Lebensmitteln suchten, sollten diese nun verschlossen werden, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit.

Die Massnahme werde «wegen des Gesundheitsrisikos, das durch das Essen der entsorgten Lebensmittel entsteht, und wegen der sozialen Beunruhigung, die davon ausgeht», ergriffen. Bedürftige sollten sich künftig bei sozialen Einrichtungen melden, in der sie mit dem Nötigsten versorgt würden.

«Derzeit gibt es nur vor einem Supermarkt einen verschliessbaren Container für Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist», sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung.

Mit drei grossen Supermarktketten sei nun vereinbart worden, alle Müllbehälter zu verschliessen. Ziel sei, dass sich alle Supermärkte dem Vorhaben anschlössen.

Spanien durchlebt derzeit die zweite Rezession innert vier Jahren. Nach dem Platzen einer Immobilienblase im Jahr 2008 steckt insbesondere der Bankensektor in Geldnöten und benötigt internationale Finanzhilfen. Die Arbeitslosenquote liegt bei rund 25 Prozent.

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die spanische Wirtschaft immer tiefer in die Krise rutschen. Auch im ... mehr lesen
Bisherige Hilfsgelder für Spanien wurden von Euro-Ländern, nicht aber vom IWF zur Verfügung gestellt.
Spaniens Finanzminister Luis de Guindos schloss aber umfangreiche EU-Hilfen aus.
Madrid - Die Euro-Krise ist wieder akut: Nach Griechenland gerät auch Spanien immer tiefer in die Krise. Das Land leidet unter ... mehr lesen
Madrid - Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy hat eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von derzeit 18 auf 21 Prozent ... mehr lesen 1
Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy.
Spanien gilt jedoch seit einiger Zeit als Kandidat für Finanzhilfen.
Washington - Der spanische Bankensektor benötigt nach Einschätzung des ... mehr lesen
Der Zusammenbruch eines grossen Cloud-Anbieters könnte einen ähnlichen Schock auslösen wie die Lehman-Pleite.
Der Zusammenbruch eines grossen ...
Internetgefahren  Zürich - Der Versicherungskonzern Zurich warnt vor einer «Cyber-Sub-Crime-Krise»: Die zunehmende Vernetzung von Menschen, Wirtschaft und Staat mit dem Internet birgt Systemrisiken, die ähnlich unterschätzt werden wie die Systemrisiken vor der Finanzkrise von 2007/2008. 
Internet 2025: Mehr Vernetzung, keine Privatsphäre Washington - Das Internet wird bis zum Jahr 2025 ein unverzichtbarer ...
Fortschritt  Athen - Griechenland hat auf dem Weg zu weiteren Finanzhilfen eine wichtige Hürde genommen. Das Krisenland erzielte 2013 in seinem ...
Diese Zahlen wurden vom Athener Finanzministerium erwartet.
Die Tourismus-Branche macht rund 17 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) aus.
Griechenland mit Rekordzahl an ausländischen Touristen Athen - Nach Griechenland sind im vergangenen Jahr fast 18 Millionen Touristen gereist - ein historischer Rekord. Im ...
Titel Forum Teaser
Kathy Riklin ist Nationalrätin der CVP und Mitglied der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur WBK der Strategiegruppe EnergieSchweiz.
Green Investment Klimapolitik: «Business as usual» ist hochriskant Die jüngsten Berichte des UN-Klimarats ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
16.04.2014
15.04.2014
B BERYL DJ Logo
15.04.2014
14.04.2014
14.04.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 8°C 15°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 6°C 15°C leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 9°C 18°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Bern 10°C 20°C leicht bewölkt leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen
Luzern 10°C 20°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 8°C 21°C leicht bewölkt bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Lugano 11°C 23°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten