Ein begeistertes Publikum am 1‘000sten venture apéro
publiziert: Montag, 15. Mrz 2010 / 09:38 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 16. Mrz 2010 / 13:29 Uhr

Starke Referenten und ein volles Haus: Zusammen mit zahlreichen Gästen feierte das IFJ den 1‘000sten venture apéro. Neben vier Erfolgsgeschichten, erzählt von innovativen Startup-Gründern, verriet der Verkaufsprofi Hans Peter Frei, wie man selbst Eskimos vom Nutzen eines Kühlschranks überzeugen kann.

Um das Kontakte knüpfen zu erleichtern und gleichzeitig unternehmerisches Know-how weiterzugeben, wurde 1996 die Networking-Eventreihe venture apéros ins Leben gerufen, die sich unterdessen zur grössten Schweizer Austauschplattform für Firmengründer und unternehmerisch Interessierte entwickelt hat. Letzte Woche fand an der ETH Zürich der 1‘000ste Anlass statt.

Ein vielfältiges Programm
Um diesen Event gebührend zu feiern, wartete auf die Gäste nicht nur ein reichhaltiger Apéro, sondern es standen auch interessante Referenten am Rednerpult: Jan Lichtenberg von InSphero, Martin Bartholet von Celeroton, Martin Sieber von GetYourGuide, Dominik Tarolli von Procedural sowie der Verkaufstrainer Hans Peter Frei von The Sales Results Company. Dabei erzählten die Startups von Stolpersteinen, Erfolgsgeheimnissen und Herausforderungen während Frei wertvolle Tipps rund um das Thema Verkauf zum Besten gab.

Kunden kaufen keine Technologien
«Kunden kaufen keine Technologien sondern ein Produkt, um damit ein Bedürfnis zu befriedigen. Das ist etwas, das technologieverliebte Startup-Gründer aus dem Hightech-Bereich immer wieder gern vergessen», meinte Jan Lichtenberg, der zu den Mitgründern des Biotech-Startups InSphero gehört. Kurz zeigte er den Werdegang der jungen Firma auf und wies auch darauf hin, wie viel ihnen die Förderprogramme venturelab und venture kick auf diesem Weg gebracht hatten. Nur ganz wenig hätten sie besser machen können, meinte er und hatte dazu auch nur drei Punkte zu nennen: Erstens nicht auf zu vielen Provisorien aufbauen, weil die viel zu lang überleben. Zweitens bei Einkaufsverhandlungen den Mut haben, auf Rabatte zu pochen und drittens nicht einfach irgendjemanden anstellen, um eine Position zu füllen.

Ein harmonierendes Team als wichtiger Erfolgsfaktor
Auch die anderen drei Startup-Gründer betonten, wie wichtig ein harmonierendes Team für die positive Firmenentwicklung ist und dass es sich lohnt, bei Neuanstellungen sehr sorgfältig vorzugehen. Dominik Tarolli von Procedural meinte dazu: «Ich kann allen empfehlen, gleich am Anfang ein paar Fragen zur Teambildung aufzuwerfen und diese in Ruhe zu beantworten. Dazu gehören: Was sind die Ziele? Was ist jeder bereit zu leisten? Was will man nicht machen? Was sind die Erwartungen an die anderen Team-Mitglieder? Wie arbeiten wir zusammen und wie gehen wir auseinander? Es ist wichtig zu wissen, was für eine Einstellung die anderen Teammitglieder haben.»

Von Eskimos bis zu Manta-Liebhabern
Selbst Eskimos kaufen Kühlschränke. Man muss sie nur überzeugen, dass ohne dieses Gerät ihre Lebensmittel einfrieren würden. Mit viel Witz und Charme erklärte Verkaufsprofi Hans Peter Frei, auf was es beim Verkauf ankommt und wieso Rabatte nicht glücklich machen. Zweiteres begründete er einleuchtend anhand eines Beispiels zum Manta ohne CD-Player. Erhält der Käufer einen Rabatt auf das Auto, weil kein CD-Player eingebaut ist, macht diesen das nicht für lange glücklich. Ja, wahrscheinlich ärgert er sich jedes Mal, wenn er einsteigt und dabei keine Musik hören kann. Bietet ihm aber der Verkäufer an, ihm für den ausgeschriebenen Preis noch einen CD-Player einzubauen, dann hat er einen Mehrwert und denkt sich dabei noch, dass dieser Verkäufer auch wirklich ein netter Kerl ist.

(es/IFJ)

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