Geldpolitik
EZB legt nach Juni-Feuerwerk eine Zinspause ein
publiziert: Donnerstag, 3. Jul 2014 / 15:20 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 3. Jul 2014 / 17:11 Uhr
Die EZB wird die Wirkung der von ihr getätigten Schritte abwarten. (Symbolbild)
Die EZB wird die Wirkung der von ihr getätigten Schritte abwarten. (Symbolbild)

Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag den Leitzins unverändert bei 0,15 Prozent belassen. Sie mahnte die Politiker gleichzeitig zum Handeln. Nach den EZB-Beschlüssen von Anfang Juni brauche es nun grundlegende Reformen, sagte EZB-Präsident Mario Draghi.

4 Meldungen im Zusammenhang
Zudem sei die strikte Einhaltung der europäischen Verträge entscheidend, um die gewaltigen Schuldenberge abzutragen und den Währungsraum widerstandsfähiger gegen künftige Schocks zu machen, sagte Draghi.
Die Währungshüter hielten sich mit weiteren Schritten zunächst zurück - der Leitzins bleibt erwartungsgemäss auf dem Rekordtief von 0,15 Prozent. "Wir wollen die Wirkung der Massnahmen abwarten - und die Auswirkung wird substanziell sein", sagte Draghi.

Blliges Geld auf absehbare Zeit

Erst vor vier Wochen hatte die EZB ein bislang beispielloses Anti-Krisenpaket im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturflaute geschnürt: Sie senkte den Leitzins im Euroraum von 0,25 Prozent auf 0,15 Prozent und führte einen Strafzins für Geschäftsbanken ein, die Geld bei der Notenbank parken. Ausserdem gibt es einmal mehr billige Kredite in Milliardenhöhe für Banken. Ziel ist es, die Kreditvergabe und damit die Konjunktur anzukurbeln.

Draghi versprach am Donnerstag erneut extrem billiges Geld auf absehbare Zeit. Zudem bereitet die Notenbank mögliche weitere Sondermassnahmen vor. "Der EZB-Rat ist sich einig, dass die EZB gegebenenfalls auch weitere unkonventionelle Massnahmen im Rahmen ihres Mandats einsetzen wird, um die Risiken einer zu langen Periode niedriger Inflationsraten in den Griff zu bekommen", bekräftigte Draghi.

Ausdrücklich nannte Draghi den Kauf von Kreditverbriefungen - sogenannter Asset Backed Securities (ABS), die in der Finanzkrise in Misskredit geraten waren. Die EZB könnte gezielt ABS-Pakete kaufen und so Geschäftsbanken entlasten, die dann Freiräume für neue Kredite hätten. Möglich wären auch breit angelegte Wertpapierkäufe.

EZB übernimmt Rhythmus von Fed

Draghi kündigte weiter an, dass der EZB-Rat ab Januar 2015 nur noch alle sechs Wochen über die Zinsen im Euroraum entscheiden werde. Er begründete dies mit überzogenen Erwartungen der Märkte: Würden diese enttäuscht, komme es zu Konsequenzen - ohne dass es dafür einen ökonomischen Grund gebe.

Alle vier Wochen sei "einfach zu häufig", sagte der Italiener. Der Sitzungskalender mit monatlichen Treffen sei zu eng. Die EZB übernimmt damit denselben Rhythmus wie die US-Notenbank Federal Reserve (Fed).

Darüber hinaus will die Notenbank ab 2015 regelmässig Zusammenfassungen der Beratungen des EZB-Rates veröffentlichen - und zwar jeweils vor der folgenden Sitzung. Bislang liegen die Mitschriften 30 Jahre unter Verschluss.

Inflation bleibt tief

Bisher haben sich die historischen Beschlüsse nicht erkennbar auf die Inflation im Euroraum ausgewirkt: Diese blieb im Juni bei 0,5 Prozent und liegt damit weit unter dem Zielwert von knapp unter 2,0 Prozent, bei dem die EZB Preisstabilität gewährleistet sieht.

Niedrige Zinsen verbilligen tendenziell Kredite und Investitionen und kurbeln so die Wirtschaft an. Das stärkt in der Regel den Preisauftrieb. Allerdings kommt das seit Jahren extrem billige EZB-Geld in den Krisenländern nur unzureichend bei Unternehmen an.

(ww/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Frankfurt/Jackson Hole - Die in den kommenden Monaten geplanten Geldsalven der ... mehr lesen
«Ich bin zuversichtlich« - so Draghi.
Die Währungshüter halten den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,15 Prozent. (Symbolbild)
Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) reagiert nicht mit einer Zinssenkung auf die erneut gesunkene Inflation. Die Währungshüter halten den Leitzins im Euroraum auf dem ... mehr lesen
Frankfurt - Die Europäische ... mehr lesen
Die EZB führt erstmals einen Negativzins ein.
Ergebnisse des Bilanzchecks sollen im Oktober veröffentlich werden.
Frankfurt - Mit gewaltigem Aufwand lässt die EZB die Bilanzen der Geldhäuser nach faulen Krediten und anderen Risiken durchsuchen. Auch die EU-Länder kommen bei den Regeln ... mehr lesen
1,2 Millionen US-Dollar wurden nach Argentinien überwiesen.
1,2 Millionen US-Dollar wurden nach Argentinien ...
Konto auf Bahamas aufgegeben  Buenos Aires - Der argentinische Präsident Mauricio Macri will sein auf den Bahamas geparktes Geld nun in Staatsanleihen in der Heimat investieren. Er habe den Verwalter des Kontos angewiesen, die 1,2 Millionen US-Dollar aus der Karibik nach Argentinien zu überweisen. mehr lesen 
Fassungslos und tief erschüttert  Zürich - Der ehemalige Zurich-Chef Martin Senn hat sich das Leben genommen. Er wurde 59 ... mehr lesen  
Senn war sechs Jahre lang Zurich-Chef.
Janet Yellen hat die Märkte auf die Zinserhöhung vorbereitet.
Geldpolitische Straffung  Washington - US-Notenbankchefin Janet Yellen hat die Märkte auf eine baldige Zinserhöhung vorbereitet. Wahrscheinlich sei eine geldpolitische Straffung «in den kommenden Monaten ... mehr lesen  
Hohe Bankgebühren  Bern - Bankkunden sehen oft davon ab, ihr Konto aufzulösen oder ihre Wertschriften zu transferieren. Schuld daran sind die Gebühren der ... mehr lesen  
Banken haben die Erwartungen nicht erfüllt.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
.
Green Investment news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
Energie sparen, Elektroauto
Startup News So spart man mit dem Elektroauto Die Anschaffung eines Elektroautos mag sich für manche immer noch ein wenig futuristisch anhören, sind sie ja tatsächlich in der Form, wie wir sie heute kennen, erst ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
News
         
Videos werden in Zeiten der Digitalisierung immer wichtiger - der User favorisiert dieses Medium.
Publinews Die Digitalisierung ist auf dem Vormarsch und bringt den Menschen wie den Unternehmen wunderbare Möglichkeiten. Viele Tätigkeiten werden ... mehr lesen
Viele Offshore Firmen für Aktenschränke und andere Produkte haben sich in der Schweiz niedergelassen.
Publinews Im Jahr 2018 ist die Schweizer Wirtschaft kräftig gewachsen. Doch waren die guten Resultate im zweiten Halbjahr eher verhalten. Seit diesem ... mehr lesen
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz seit Jahren rückläufig. So viel zu den guten Nachrichten. Damit das auch so bleibt, ist es wichtig, grundsätzlich auf gutes Material an den Schwachstellen (Türen, Fenster, Tore) zu setzen und zusätzliche Sicherungen zu installieren.
Publinews Smarter Einbruchschutz  Nahezu alle Diebstahlkategorien weisen eine rückläufige Tendenz auf. 2017 wurden in der Schweiz 4,9 Einbrüche pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt. Das entspricht ... mehr lesen
...für Oma und Opa, Gotti und Götti sowie all die anderen lieben Menschen.
Publinews An diesen Weihnachtsgeschenken hat man das ganze Jahr lang Freude  Verstauben deine schönsten Fotos? Wir präsentieren sechs Ideen, wie du aus deinen besten Aufnahmen coole Weihnachtsgeschenke machst. mehr lesen
Jetzt bewerben bei «Die Höhle der Löwen»!
Startup News Das weltweit bekannte Erfolgsformat der Gründer-Show kommt dank TV24 2019 endlich auch in die Schweiz. mehr lesen
Die spezielle Trägermatrix erlaubt es den Tumoren, ihre natürliche 3D-Struktur zu bilden.
Startup News Erfolgreiche Unternehmer, die zu Start-up-Investoren und schliesslich selbst zum kreativen Jungunternehmer werden, gibt es nicht nur in San Francisco und in ... mehr lesen
HP Instant Ink
Startup News Nie wieder tintenlos! Dank Instant Ink haben Sie immer Tinte daheim - noch bevor sie Ihnen ausgeht. Automatisch durch den Drucker bestellt und kostenlos ... mehr lesen
Schweizer Flagge
Startup News Gründet ein Schweizer Jungunternehmer eine Tochtergesellschaft in Form einer GmbH in Deutschland stellt sich zu ... mehr lesen
Startup
Startup News Der Gründergeist und der Erfolg des Silicon Valley und auch Silicon Wadi hat viele junge Unternehmer in ganz Europa inspiriert. In Europa hat ... mehr lesen
Maurizio Lipari, Geschäftsführer und Inhaber pebe AG.
Publinews Interview  In den Siebziger Jahren gründete ein gewisser Peter Baumann in Frauenfeld ein EDV-Unternehmen. Trotz verschiedener Änderungen in der ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
C Clarunis Universitäres Bauchzentrum Basel St. Claraspital und Universitätsspital Basel Logo
18.04.2019
COMPONECT Logo
18.04.2019
18.04.2019
18.04.2019
Chocolettre Logo
18.04.2019
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 6°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Basel 7°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 12°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Bern 4°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Luzern 8°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Genf 11°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 13°C 19°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass anhaltender Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten
 
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.wirtschaft.ch/ajax/seminar.aspx?ID=41&lang=de