EZB gibt in Finanzkrise keine Entwarnung
publiziert: Montag, 9. Jun 2008 / 17:31 Uhr

Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht zehn Monate nach Beginn der Finanzkrise überhaupt keinen Grund für Entwarnung. Im Gegenteil: Die Risiken für die Stabilität des europäischen Finanzsystems hätten im letzten Halbjahr sogar noch zugenommen.

Die Risiken für die Stabilität des europäischen Finanzsystems hätten noch zugenommen.
Die Risiken für die Stabilität des europäischen Finanzsystems hätten noch zugenommen.
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Banken und andere Akteure an den Finanzmärkten müssten «wachsam» sein, weil weitere Schockwellen ausgehend von den angeschlagenen Immobilienmärkten nicht ausgeschlossen werden könnten, warnte die EZB in einem Bericht über Lage und Zukunftsperspektiven der Branche.

EZB-Vizepräsident Lukas Papademos sagte bei der Vorstellung des Berichts in Frankfurt: «Die Risiken für die Finanzstabilität haben im Vergleich zur Situation vor sechs Monaten zugenommen.»

Ursachen dafür seien das sich eintrübende konjunkturelle Umfeld, die massiven Abschreibungen im Zusammenhang mit Engagements auf dem US-Immobilienmarkt und die Verschärfung der Kreditstandards. Eine schnelle Beruhigung der Branche sei unwahrscheinlich, was negative Folgen hinsichtlich der Verfügbarkeit von Krediten haben könne.

Heftige Turbulenzen

Ein Ende der Krise sei erst absehbar, wenn der Preisverfall am US-Häusermarkt ein Ende fände, sagte Papademos. Dort hatte die Krise im Sommer vergangenen Jahres begonnen und danach auf die meisten anderen Finanz- und Kreditmärkte ausgestrahlt und zu teils heftigen Turbulenzen geführt.

«Es gibt einen breiten Konsens, dass die Immobilienpreise noch weiter fallen müssen, bevor sich der gesamte Häusermarkt stabilisieren kann», sagte Papademos. Aktuell gebe es sowohl in den USA als auch in Europa Anzeichen für eine weitere Verschlechterung, vor allem an den Märkten für Geschäftsimmobilien.

(smw/sda)

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