EZB erwartet rasanten Anstieg der Inflation
publiziert: Donnerstag, 5. Jun 2008 / 15:12 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 5. Jun 2008 / 15:41 Uhr

Frankfurt - Im Kampf gegen die Rekord-Inflation steuert die Europäische Zentralbank (EZB) auf eine Zinserhöhung zu: Es sei nicht ausgeschlossen, dass der EZB-Rat auf seinem nächsten Treffen Anfang Juli den Leitzins um einen kleinen Schritt anheben könnte.

Jean-Claude Trichet wird auf einer Medienkonferenz die Prognosen bekanntgeben.
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«Es ist nicht sicher, aber es ist möglich», sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet in Frankfurt. Heute Donnerstag liess der Rat die Zinsen unverändert bei 4,0 Prozent.

Der Entscheid sei aber unter den Ratsmitgliedern umstritten gewesen, sagte Trichet. Es habe Forderungen nach einer sofortigen Zinserhöhung gegeben. Die Inflation im Euro-Raum war im Mai auf 3,6 Prozent gestiegen.

Anstieg der Inflation

Wegen der hohen Öl- und Lebensmittelpreise erwartet die Europäische Zentralbank (EZB) einen rasanten Anstieg der Inflation.

Die jährliche Teuerungsrate in den 15 Euro-Ländern werde in diesem Jahr im Mittel bei 3,4 statt der bisher erwarteten 2,9 Prozent liegen, sagte Trichet weiter.

Damit würde die Inflation erstmals seit der Euro-Einführung vor fast zehn Jahren die Drei-Prozent-Marke überschreiten. Die Notenbank definiert Preisstabilität bei knapp unter zwei Prozent. Auch 2009 werde die Teuerung mit 2,4 statt 2,1 Prozent über dieser Marke liegen. Eine hohe Inflation spricht für Zinserhöhungen.

Optimistische Aussicht

Beim Wirtschaftswachstum ist die EZB wegen des guten Jahresauftakts optimistischer. Sie erwartet trotz der Folgen der Finanzkrise, der wirtschaftlichen Abkühlung in den USA und des starken Euro in diesem Jahr 1,8 statt 1,7 Prozent Wachstum.

Im kommenden Jahr werde sich der Zuwachs abschwächen auf 1,5 statt 1,8 Prozent. Eine schwächere Konjunktur spricht für eine Zinssenkung, weil sie Kredite für Unternehmen und Konsumenten verbilligt und den Konsum anschiebt.

Auch die britische Notenbank hat ihren Leitzins wie erwartet unverändert belassen. Der Leitzins betrage weiterhin 5,0 Prozent, teilte der geldpolitische Ausschuss der Notenbank in London mit.

(bert/sda)

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