EZB-Präsident spricht Klartext - Finanzmärkte jubeln
publiziert: Donnerstag, 26. Jul 2012 / 17:27 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 26. Jul 2012 / 17:54 Uhr
Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi.
Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi.

London/Frankfurt - Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat weitere Unterstützung für die Krisenstaaten der Eurozone signalisiert. Die Finanzmärkte versetzte er mit seinen klaren Worten in Jubelstimmung.

6 Meldungen im Zusammenhang
«Die EZB wird im Rahmen ihres Mandats alles Notwendige tun, um den Euro zu erhalten», sagte Draghi am Donnerstag bei einer Rede in London. «Und glauben Sie mir - das wird ausreichen.» Wichtiger noch als die demonstrative Entschlossenheit werteten Händler Aussagen Draghis, die auf eine Wiederaufnahme des seit März ruhenden Anleihekaufprogramms der EZB hindeuten könnten.

Sollten hohe Risikoaufschläge für Staatsanleihen von Krisenländern die Wirkung der Geldpolitik stören, «fällt das in unser Mandat», sagte Draghi. Anleger und Experten spekulieren darauf, dass die EZB nun wieder Staatsanleihen von Krisenstaaten wie Spanien und Italien kauft und so deren extrem hohe Zinskosten drückt.

Der EZB ist die direkte Staatsfinanzierung nach ihren Statuten verboten. Das tat sie aber bis Jahresanfang indirekt, indem sie Staatsanleihen im Wert von mehr als 200 Mrd. Euro am Markt erwarb und so die Kreditkosten der Krisenländer drückte. Da die Zinsen von Italien und Spanien inzwischen auf Rekordhöhen gestiegen sind, wächst aber der Druck auf die EZB, wieder aktiv zu werden.

Eurokurs schiesst nach oben

Die Finanzmärkte reagierten regelrecht euphorisch auf die Äusserungen Draghis. Der Eurokurs schoss in der Folge um mehr als 1,5 Cent in die Höhe und übersprang die Marke von 1,23 US-Dollar.

Am stärksten profitierten die angespannten Anleihemärkte der Krisenstaaten Spanien und Italien: Im längeren und richtungsweisenden Laufzeitbereich von zehn Jahren sank die Rendite für spanische Staatsanleihen erstmals seit einer Woche wieder unter die kritische Marke von 7 Prozent. Bei kurzlaufenden Titeln von zwei Jahren gaben die Renditen sowohl in Spanien als auch Italien noch kräftiger um mehr als einen halben Prozentpunkt nach.

Der deutsche Leitindex Dax stieg nach den Aussagen Draghis deutlich und notierte um 16 Uhr mit 2,0 Prozent im Plus, nachdem er am Vormittag noch im Minus gelegen hatte. Der Swiss Market Index (SMI) stand zur gleichen Zeit mit 1,5 Prozent im Plus. Der Dow Jones stieg zu Handelsbeginn ebenfalls deutlich um über 1,8 Prozent.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die spanische Wirtschaft immer tiefer in die Krise rutschen. Auch im ... mehr lesen
Bisherige Hilfsgelder für Spanien wurden von Euro-Ländern, nicht aber vom IWF zur Verfügung gestellt.
François Hollande und Angela Merkel. (Archivbild)
Berlin - Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande wollen mit vollem Einsatz ... mehr lesen
Zürich - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag kräftig zugelegt. Der Leitindex Swiss Market Index (SMI) startete zwar ... mehr lesen
Bis Börsenschluss notierte der SMI bei 6277,74 Punkten (Symbolbild)
Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main.
Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) senkt im Kampf gegen die Finanz- ... mehr lesen 1
Frankfurt - EZB-Präsident Mario Draghi hat sich für eine Auffanglösung für Banken auf europäischer Ebene ausgesprochen. ... mehr lesen
Draghi fordert Auffanglösung für Banken auf europäischer Ebene.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Brüssel - Die Europäische Zentralbank (EZB) besteht nicht länger auf striktes Sparen als Allheilmittel gegen die Schuldenkrise. EZB-Präsident Mario Draghi forderte am Mittwoch im Europäischen Parlament in Brüssel einen «Wachstumspakt» für die Euro-Zone. mehr lesen 
Wolfgang Schäuble fügte hinzu, nachhaltiges Wachstum könne nur auf Basis von Strukturreformen und einer soliden Finanzpolitik gesichert werden.
Wolfgang Schäuble fügte hinzu, nachhaltiges ...
G20-Gipfel  Cairns - Die grossen Industrie- und Schwellenländer wollen der stotternden Weltkonjunktur einen neuen Schub verleihen. Dazu sollen neben Strukturreformen vor allem verstärkte Investitionen aus der Privatwirtschaft beitragen, zum Beispiel in Verkehrs- und Kommunikationsnetze. 1
Irgendwie passend: Das Bundesstaats-Wappen von Virginia.
Banken  Washington - Die Schweizer Grossbanken Credit Suisse und UBS müssen sich in den USA ...  
Titel Forum Teaser
  • Argovicus aus Aarau 7
    Cham Papier Schon ein Jammer und Zeugnis von grossen Management Fehlern, wenn ein ... gestern 14:18
  • kubra aus Port Arthur 3156
    Schlupflöcher stopfen Im Energiebereich wird von den meisten Regierungen empfohlen, weniger ... So, 21.09.14 12:29
  • Kassandra aus Frauenfeld 1004
    Ein zweischneidiges Schwert... Der Tagi schrieb am 29.12.2013: "Innerhalb von nur vier Jahren wurden ... Fr, 19.09.14 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1004
    Wohin führt das noch? Zerfallen die Demokratien? In den USA lebt der Konsum bereits von ... Mi, 17.09.14 12:24
  • KangiLuta aus Wila 208
    Kassandra Sehr guter Kommentar! Ich frage mich sowieso schon lange, warum sich ... Mi, 17.09.14 12:18
  • Kassandra aus Frauenfeld 1004
    Die Macht der Gewohnheit Schneider-Ammann sagt, Steueroptimierung sei schweizerisch. Das ist ... Mo, 15.09.14 18:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1004
    Die Zeiten haben sich eben verändert! Was früher vielleicht einmal gang und gäbe war, ist heute obsolet. Es ... So, 14.09.14 16:37
  • Espion aus Meisterschwanden 1
    Lächerlich Als würde auch nur eine Firma in der Schweiz Arbeitsplätze aus ... So, 14.09.14 13:06
Juliane Fritz, Investment Manager b-to-v Partners AG
Startup News Auf der Suche nach dem nötigen Kleingeld? Tipps von einer Investment Managerin Venture Capitalist über Business Angels zu Inkubatoren: Es gibt viele Wege wie man als Startup Investoren finden kann. Die ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
Vasio Logo
18.09.2014
abs Unterwegs im Sozialwesen Logo
18.09.2014
18.09.2014
17.09.2014
www.hundeshop24.ch hundeshop 24 Aus Liebe zum Tier Logo
17.09.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DI MI DO FR SA SO
Zürich 4°C 12°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 4°C 14°C sonnig und wolkenlos leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 4°C 14°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Bern 5°C 17°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Luzern 7°C 17°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 11°C 19°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Lugano 14°C 21°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten