EU-Finanzminister ringen um abgespeckte Finanzsteuer
publiziert: Samstag, 31. Mrz 2012 / 14:50 Uhr / aktualisiert: Samstag, 31. Mrz 2012 / 17:11 Uhr
Die EU kommt bei der geplanten Finanztransaktionssteuer nicht voran.
Die EU kommt bei der geplanten Finanztransaktionssteuer nicht voran.

Kopenhagen - Die EU startet einen letzten Rettungsversuch für die geplante Finanztransaktionssteuer. Innerhalb der EU stösst das Vorhaben allerdings auf heftigen Widerstand, unter anderem bei Briten und Schweden.

8 Meldungen im Zusammenhang
Nach Angaben des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble soll nun eine Arbeitsgruppe innerhalb der nächsten Wochen mögliche Kompromisslinien ausloten. «Ich würde das jetzt nicht als Erfolg werten, aber es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung», sagte Schäuble am Samstag.

Zuvor hatte er mit seinen europäischen Amtskollegen in Kopenhagen zwei Tage lang beraten. Schäuble hatte der Runde in einem internen Papier vorgeschlagen, zunächst eine Aktiensteuer nach britischen Vorbild einzuführen. Längerfristiges Ziel solle aber weiter eine Finanztransaktionsteuer bleiben.

Zu möglichen Einigungslinien wollte sich Schäuble nicht äussern: «Da leg ich mich jetzt nicht fest. Ich will möglichst viel.»

Die dänische Ratspräsidentin, Wirtschaftsministerin Margrethe Vestager, zerstreute allerdings Hoffnungen auf eine zügige Einigung. Das Thema solle zwar in der bis Ende Juni laufenden dänischen EU-Ratspräsidentschaft weiter debattiert werden. Grundlegende Beschlüsse seien aber nicht zu erwarten.

Finanzindustrie an Kosten für Krise beteiligen

Mit einer Finanztransaktionssteuer soll die Finanzindustrie nach dem Willen von Deutschen, Franzosen und EU-Kommission an den gewaltigen Kosten der Finanzkrise beteiligt werden. Ausserdem verspricht man sich davon eine Eindämmung spekulativer Geschäfte, die seit der Lehman-Pleite 2008 für eine dramatische Verschärfung der Finanzkrise verantwortlich gemacht werden. Steuerbeschlüsse müssen in der EU einstimmig fallen.

Nach dem Vorschlag von EU-Kommissar Algirdas Semeta sollen der Handel mit Anleihen und Aktien mit einem Mindestsatz von 0,1 Prozent und der Handel mit Derivaten wie Termingeschäften oder Optionen mit 0,01 Prozent besteuert werden. Nach den Brüsseler Plänen soll die Steuer Anfang 2014 in Kraft treten.

Eine «Stempelsteuer» nach britischem Vorbild würde nur Aktien umfassen, damit also riesige Bereiche des internationalen Finanzmarktgeschehens ausblenden. Die Steuer soll jährlich 57 Milliarden Euro einbringen, wenn sie in allen 27 EU-Staaten erhoben würde.

Grossbritannien nicht an Lösungssuche beteiligt

Aus verschiedenen Ländern kommt jedoch Widerstand, der heftigste aus Grossbritannien. Nach Angaben von Schäuble wird sich London deswegen nicht an der geplanten Arbeitsgruppe beteiligen.

Der schwedische Aussenminister Anders Borg sagte mit Blick auf den Schäuble-Vorschlag: «Wir haben einige Meinungsverschiedenheiten.» Der Stockholmer Minister verlangte, die EU-Kommission müsse ihren Gesetzesvorschlag für eine umfassende Finanztransaktionsteuer zurücknehmen, um das weitere Vorgehen zu erleichtern.

Anders als die Briten werden sich die Schweden laut Schäuble aber an der Suche nach einer Kompromisslinie beteiligen. Borg habe zugesagt, er wirke «da sehr aktiv mit».

(laz/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel - Eine Steuer auf Finanzgeschäfte in Deutschland und zehn weiteren EU-Ländern rückt näher. Die EU-Finanzminister gaben grünes Licht für eine Gruppe von elf ... mehr lesen
Der Finanzsektor soll an den Kosten der Finanzkrise beteiligt werden, darin sind sich 11 EU-Länder einig.
Strassburg - Das EU-Parlament hat sich für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer ausgesprochen. Die Volksvertreter ... mehr lesen
Das Europaparlament ist mit grosser Mehrheit für eine Finanztransaktionssteuer.
Finanzminister Wolfgang Schäuble ist auf SPD und Grüne angewiesen.
Berlin - Trotz der ablehnenden Haltung der von der Opposition geführten deutschen Bundesländer will die Regierung in ... mehr lesen 6
Paris/Berlin/Rom - Frankreich geht in der Eine-Billion-Euro-Frage für den Euro-Schutzschirm auf Konfrontationskurs zu Deutschland. ... mehr lesen
François Baroin sprach.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Berlin - Deutschland lenkt im Streit um eine Aufstockung des Euro-Rettungsschirms offenbar ein. Kanzlerin Angela Merkel und ... mehr lesen
Einigung in Sicht.
Berlin/Brüssel - Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble ist als Nachfolger des luxemburgischen Regierungschefs Jean-Claude Juncker für das Amt des Eurogruppen-Chefs im Gespräch. mehr lesen 
Raoul Weil arbeitete als Topmanager für die UBS.
Raoul Weil arbeitete als Topmanager für die UBS.
Weil-Prozess  Ford Lauderdale - Im Prozess gegen den früheren UBS-Topmanager Raoul Weil haben sich die Anwälte über die Einvernahme des Zeugen Hansruedi Schumacher gestritten. Die Anklage will nach dem Kreuzverhör nochmals selber zum Zug kommen, «um strittige Fakten zu klären». Die Geschworenen mussten während des Disputs draussen warten. 
Hansruedi Schumacher packt aus Fort Lauderdale (Florida) - Im Prozess gegen den ehemaligen UBS-Topmann Raoul Weil ist am ...
Weils Anwalt beschuldigt «kleine Gruppe von Bankern» Fort Lauderdale - Laut dem Verteidiger von Raoul Weil hat einzig eine ...
Banken  New York - Citigroup und Wells Fargo haben die Markterwartungen mit Milliardengewinnen übertroffen. Die liefert auch JPMorgan - ...
Auch Wells Fargo hat sich mit Geld vollgesogen:  Unglaubliche 5,7 Mrd. Dollar Gewinn.
Der Bank of America wird vorgeworfen, Investoren hinters Licht geführt zu haben.
Rekordbusse gegen Bank of America - über 16 Mrd. Dollar Washington - Die Finanzkrise 2008 holt die Bank of America ein: Das Institut büsst mit einem Rekordvergleich über ...
Titel Forum Teaser
  • tigerkralle aus Winznau 98
    Ecopop löst keine Probleme Frau Sommaruga , Ecopop löst sicher nicht alle Problehme , aber Sie ... Di, 14.10.14 13:04
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2510
    Dass... die Chinesen die lachenden Dritten im Bunde sein werden, war schon ... Mo, 13.10.14 17:33
  • jorian aus Dulliken 1512
    Der aufgezwungen Boykott! Nun spürt also die BRD, dass sie Russland boykottiert. Wer hat den ... Fr, 10.10.14 03:25
  • LinusLuchs aus Basel 37
    Beziehungskorruption schafft sich nicht selber ab Kritiker einlullen, besänftigen, ruhigstellen. Zu nichts anderem dient ... Mo, 29.09.14 15:09
  • Menschenrechte aus Bern 112
    Milliardäre Für jeden Milliardär, gibt es tausende Arme, jedoch ist das denen ... Do, 25.09.14 00:55
  • BigBrother aus Arisdorf 1450
    Was ist die Alternative? Warum nur China? Wollte die Schweiz nur noch mit lupenreinen Ländern ... Mi, 24.09.14 10:32
  • Argovicus aus Aarau 7
    Cham Papier Schon ein Jammer und Zeugnis von grossen Management Fehlern, wenn ein ... Mo, 22.09.14 14:18
  • kubra aus Port Arthur 3177
    Schlupflöcher stopfen Im Energiebereich wird von den meisten Regierungen empfohlen, weniger ... So, 21.09.14 12:29
Molybdändisulfid: dünn und durchsichtig.
Green Investment Forscher erfinden dünnen, tragbaren Generator New York/Atlanta - Forscher haben aus ...
Es ist wichtig, den richtigen Umgang mit den eigenen Daten zu lernen.
Startup News Eigene Daten richtig schützen - Methoden und Programme zum Datenschutz Das Internet hat die wichtigsten Bereiche des alltäglichen Lebens übernommen, sei es Online Banking, Familienerinnerungen, soziales ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
17.10.2014
16.10.2014
Eftychidis Stefan Logo
16.10.2014
THE LEADING GOLF COURSES EUROPE Logo
16.10.2014
lehre4you Logo
15.10.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 1°C 3°C bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Basel 2°C 4°C bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 2°C 4°C bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Bern 6°C 8°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 5°C 7°C bedeckt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 6°C 10°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 14°C 17°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten