ENSI im Visier von internationalen Experten
publiziert: Montag, 21. Nov 2011 / 10:17 Uhr
ENSI-Direktor Hans Wanner: «Es ist hilfreich, selber Verbesserungspotenzial aufzuzeigen.»
ENSI-Direktor Hans Wanner: «Es ist hilfreich, selber Verbesserungspotenzial aufzuzeigen.»

Brugg AG - Eine Expertengruppe der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) hat am Montag mit der Überprüfung des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (ENSI) begonnen. Die Kontrolle dauert zwei Wochen und die Ergebnisse werden veröffentlicht.

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Die Experten kontrollieren, welche Verantwortung der Staat wahrnimmt und ob er eine kompetente und unabhängige Aufsichtsbehörde eingesetzt hat, um die Kernanlagen zu überwachen, wie das ENSI am Montag mitteilte.

Internationale Überprüfungen seien ein wichtiges Werkzeug, um eine hohe Sicherheit zu erzielen. Der IRRS (Integrated Regulatory Review Service) sei heute für Behörden die wohl wichtigste Überprüfungsmission der IAEA mit Sitz in Wien.

Die Mission dauert zwei Wochen und wird je nach Aufsichtsgebiete der zu überprüfenden Behörde von zehn bis zwanzig internationalen Experten durchgeführt. Es sei internationale Praxis, dass solche Überprüfungen etwa alle zehn Jahre stattfinden würden. Innerhalb der EU sei dies festgeschrieben. Die Schweiz wird sich gemäss ENSI diesem Rhythmus anschliessen.

ENSI plädiert für «Offenheit»

Aus der Sicht des ENSI sei vor allem das Self-Assessment die wohl wichtigste Aufgabe, wird ENSI-Direktor Hans Wanner auf der Website der Schweizer Aufsichtsbehörde zitiert. «Dadurch können wir selber erkennen, inwieweit unser Regelwerk und die gelebte Aufsichtspraxis die IAEA-Anforderungen erfüllt und wo eventuell noch Lücken vorhanden sind.»

Dabei seien «Offenheit und Ehrlichkeit» entscheidend. «Es hilft wenig, Lücken vor den internationalen Experten zu verwischen. Es ist im Gegenteil hilfreich, selber auf mögliche Lücken hinzuweisen, selber Verbesserungspotenzial aufzuzeigen und dazu die Meinung der Experten einzuholen», hält Wanner weiter fest.

Die Vorgängerorganisation des ENSI, die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK), hatte sich 1998 als erstes westeuropäisches Land von einer internationalen Expertengruppe unter die Lupe nehmen lassen.

(bg/sda)

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