E-Book kommt, Print-Buch bleibt
publiziert: Donnerstag, 9. Okt 2008 / 18:18 Uhr / aktualisiert: Freitag, 7. Nov 2008 / 19:03 Uhr

Bern - Die erste Lancierung vor zehn Jahren schien eine Totgeburt. Nun wird es an der Frankfurter Buchmesse wieder intensiv propagiert: Das E-Book und zugehörige Lesegeräte. In der Schweizer Buchbranche bereitet man sich auf alles vor.

In der Schweiz wurden bisher erst wenige E-Books abgesetzt.
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Heutige E-Reader - 200-300 Gramm schwere Kästchen im Taschenbuchformat - können bis zu 200 Werke speichern und ihr Akku reicht, um 7000 Seiten zu lesen. Dank der sogenannten elektronischen Tinte steht das augenschonende Schriftbild gedruckten Texten kaum nach. An der Buchmesse buhlen Amazon und Sony mit ihren Geräten um die Aufmerksamkeit von «elektronischen» Leser. Dazu bieten 350 Aussteller E-Books an.

Kein Mord am Buch

In den USA wird von exponentiellen Wachstumsraten gesprochen. Amazon hat 180'000 Titel im Katalog und der Verlagsgigant Random House kündigte an, künftig alle gebundenen Bücher auch digital herauszugeben.

Auf der «Digital Book 2008»-Konferenz in New York wurde ausserdem dem Vorwurf des Buchmords widersprochen: Gratis-Varianten von Neil Gaimans «American Gods» im Internet hätten den Verkauf der gebundenen Ausgabe um 250 Prozent erhöht, verlautete das Verlagshaus HarperCollins.

Lesegeräte unnötig?

In der Schweiz ist Orell Füssli schon voll auf den noch langsam fahrenden Zug aufgesprungen. Neben 80 000 E-Books bietet der Branchenriese vier verschiedene Lesegeräte an.

Ex Libris dagegen beschränkt sich noch auf E-Books. Da diese auch auf PC, PDA und Handy downloadbar sind, hält der Discounter laut Sprecher Roger Huber Lesegeräte für verzichtbar. Mit 500 bis 1000 Franken seien sie ausserdem zu teuer. Er selber war zum Zeitpunkt des Gesprächs in den Ferien und hatte 30 E-Books auf einem USB-Stick dabei.

Noch zu teuer

András Németh von Orell Füssli gibt zu, dass sein Unternehmen erst einige hundert E-Readers verkauft habe. Doch die Tendenz sei steigend, was längerfristig die Geräte verbilligen werde, ist er sich sicher.

Der Preis ist auch bei den Texten noch ein Problem. Die Spanne reicht von ein paar Franken für einen Klassiker bis zu 200 Franken für ein Fachbuch. Ex Libris verspricht zwar, E-Books nach Möglichkeit mit 20 Prozent Reduktion anzubieten. Die Verhandlungen mit den Verlagen gestalten sich allerdings zäh, so Huber. Obwohl Material, Lieferung und Lagerung entfallen, verlangten einige für E-Ausgaben gleich viel wie für gebundene.

Noch zu wenig «kuschelig»

Wenn es um Information geht ist das E-Book überlegen, sagt der Luzerner Autor, Literaturkritiker und Netzwerker Beat Mazenauer: Eine ganze Bibliothek kann leicht transportiert und schnell durchsucht werden.

Was das Leseerlebnis betrifft, sei das gebundene Buch aber nicht zu schlagen. Das gilt ganz besonders für das Bilderbuch, sagt Urs Gysling, Geschäftsführer des Verlags Nord-Süd.

Aber er rechnet damit, dass es in naher Zukunft kinderfreundliche, «kuscheligere» E-Books geben wird. Einen Anfang macht der für 2009 angekündigte Reader von Plastic Logic, ein biegsames Plastikbrett im A4-Format.

Die Elektronik hat aber schon jetzt beinahe die Wickelkommode erreicht. Nord-Süd bietet zum Beispiel gedruckte «Hörfux»-Bücher an, die einen digitalen Code enthalten, mit dem man sich die Hörvariante als MP3-Datei herunterladen kann. Mit dieser Verbindung von Schauen, Lesen und Hören sieht der Verlag unter anderem ein grosses Potenzial beim frühen Sprachunterricht.

(von Irene Widmer/sda)

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