Durchwachsene Bilanz: Gamesbranche gespalten
publiziert: Dienstag, 24. Feb 2009 / 07:23 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 24. Feb 2009 / 07:42 Uhr

London/New York/Berlin - Die Videospielindustrie ist derzeit noch uneins, ob sie sich nun von der globalen Krisenstimmung infizieren lässt oder nicht. Zwar vermeldete die Branche im Vorjahr neue Umsatzrekorde für den gesamten Sektor.

Kinder sind schon länger nicht mehr die entscheidenden Profitbringer am Gamesmarkt.
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Die ungleiche Verteilung des Erfolgs zugunsten weniger Player lässt hingegen auf eine bedeutend instabilere Situation schliessen als bislang angenommen. Zudem blieb die Entwicklung gegen Jahresende erstmals weitgehend unter den hoch gesteckten Erwartungen.

Das gespaltene Bild zeigt sich sowohl bei diversen Videospiel-Herstellern als auch -Händlern. So sind aus der erfolgsverwöhnten Branche Hiobsbotschaften zu vernehmen, die dem Unterhaltungsbereich eine bisher ungewohnte Krisenanfälligkeit attestieren. Krisengewinner und -verlierer liegen dabei eng beieinander.

«Natürlich kann sich auch die Computer- und Videospielindustrie nicht vollständig von den negativen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen abkoppeln. Angesichts der Situation auf den Finanzmärkten ist es für den einen oder anderen Produzenten schwieriger geworden, die Multimillionen-Dollar-Produktionen zu finanzieren», meint Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU).

EA entlässt Mitarbeiter

Den Negativ-Meldungen aus anderen Wirtschaftsbereichen konform, wartet auch der Gamessektor mit Umsatzrückgängen, Stellenabbau und Restrukturierungsmassnahmen auf.

So verzeichnete etwa der unter Spieleentwicklern langjährige Weltmarktführer Electronic Arts (EA) im dritten Quartal 2008 (per Dezember) angesichts unverhältnismässig hoher Entwicklungsbudgets und einem Umsatz von 1,65 Mrd. Dollar einen Verlust von 641 Mio. Dollar. Im laufenden Geschäftsjahr übersteigt das Minus damit bereits die Mrd.-Grenze. Anfang Februar kündigte EA daher die Entlassung von elf Prozent bzw. 1100 seiner Mitarbeiter an.

Vorfinanzierung

«Computer- und Videospiele müssen mit beträchtlichen Mitteln und über Jahre hinweg vorfinanziert werden, bevor sie im Handel einen Profit generieren. Insofern unterscheidet sich die Industrie nicht wesentlich von anderen Konsumgüterbranchen. Es ist also nicht überraschend, dass das eine oder andere Unternehmen Schwierigkeiten bekommt», erklärt Wolters.

Die bundesweite Wachstumsrate blieb dem BIU zufolge trotz Umsatzrekord mit Plus 14 Prozent auf rund 1,5 Mrd. Euro weit unter den Erwartungen von zumindest 20 Prozent. Mit Kassenschlagern wie World of Warcraft oder Guitar Hero beschränkte sich das Branchenwachstum zudem auf wenige Anbieter wie den neuen Weltmarktführer Activision-Blizzard.

Ubisoft Aktie stürzt ab

Dennoch musste das Unternehmen die gesamte Sparte Mobile Games schliessen und einige Projekte stoppen. An der Börse zeigte sich die Wirtschaftskrise am deutlichsten bei dem französischen Hersteller Ubisoft, dessen Papier von Mai 2008 bis Januar 2009 von rund 71 auf etwa elf Euro stürzte.

Dem Experten zufolge sei bei den Konsumenten derzeit noch keine signifikante Kaufzurückhaltung zu erkennen. Langfristig finanzierte und schlank organisierte Anbieter müssten sich daher die geringsten Sorgen machen. Über den stabilen Absatz können sich darüber hinaus auch auf Videospiele konzentrierte Händler freuen. Als klarer Krisengewinner liess etwa GameStop mit der zweiten Anhebung seiner Ergebnisprognose innerhalb weniger Wochen aufhorchen.

Erfolg mit gebrauchten Spielen

Die Kette, die weltweit mit über 6000 und hierzulande bereits mit rund 170 Niederlassungen agiert, erwirtschaftete 2008 einen Umsatz von 8,8 Mrd. Dollar und soll im laufenden Geschäftsjahr erstmals an der Zehn-Mrd.-Dollar-Marke kratzen. Dabei profitiert der Konzern hauptsächlich von seinem Geschäftsmodell, das auch den Handel gebrauchter Videospiele umfasst. Noch in diesem Jahr will GameStop den Gewinn um 18 bis 22 Prozent steigern und rund 400 neue Filialen eröffnen.

Allerdings findet sich das gespaltene Bild der Videospielbranche in Form von Filialschliessungen und rückläufigen Geschäften auch bei diversen Händlern wieder. So schrumpfte ausgerechnet das traditionell starke Weihnachtsgeschäft der grössten US-Elektronikkette Best Buy um zwölf Prozent, während GameStop um 22 Prozent zulegen konnte.

(fest/pte)

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