Druck auf Weltbank-Chef Wolfowitz wächst
publiziert: Dienstag, 8. Mai 2007 / 15:04 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 8. Mai 2007 / 18:18 Uhr

Washington - Nach der Bestätigung der Vetternwirtschaft wächst der Druck auf Weltbankchef Paul Wolfowitz, sein Amt an der Spitze einer der wichtigsten Entwicklungshilfe-Institutionen aufzugeben.

Paul Wolfowitz hatte seine Partnerin begünstigt.
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Der belgische Finanzminister Didier Reynders forderte nach den Vorwürfen einer Untersuchungskommission der Bank Konsequenzen. In dem Ermittlungsergebnis heisst es, Wolfowitz habe bei der Gehaltserhöhung für seine Lebensgefährtin gegen Personalregeln verstossen und sich in einen Interessenkonflikt begeben. Die Ausschussmitglieder empfahlen aber keine Sanktionen.

Er hoffe auf eine Entscheidung, sagte Reynders in Brüssel. Zugleich sah der einflussreiche europäische Vertreter die Glaubwürdigkeit der Weltbank gefährdet: «Man kann unmöglich auf der ganzen Welt einen guten Regierungsstil predigen, ohne an der Spitze der Weltbank einen guten Regierungsstil zu pflegen.»

Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück, der ebenfalls in Brüssel war, lehnte eine Stellungnahme ab. Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, die Deutschland im Gouverneursrat der Weltbank vertritt, hat wiederholt den Rücktritt von Wolfowitz gefordert.

USA hält zu Wolfowitz

Die USA stärkten dem Bank-Chef dagegen den Rücken und erklärten, Wolfowitz sei nach wie vor im Stande, seine Aufgabe zu erfüllen. «Wir sind überzeugt, dass die Weltbank weiterhin mit Paul Wolfowitz als Präsident eine effektive Einrichtung der Entwicklungshilfe sein kann», sagte ein Sprecher des US-Präsidialamtes.

Wolfowitz ist ein ehemaliger Vizeverteidigungsminister der Regierung von Präsident George W. Bush. Er selbst hat einen Rücktritt abgelehnt und von einer Schmutzkampagne gegen seine Person gesprochen.

(smw/sda)

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