Diesel-Streit: Bauern akzeptieren Angebot - Blockaden dauern
publiziert: Samstag, 9. Sep 2000 / 12:20 Uhr

Paris/London - Die gegen die hohen Dieselpreise protestierenden französischen Bauern haben am frühen Samstagmorgen begonnen, ihre Blockaden und Protestaktionen abzubrechen.

Zuvor hatten die Verbände der Landwirte einem Angebot der Pariser Regierung zugestimmt, wonach den im Agrarsektor Beschäftigten rückwirkend zum 1. Januar Steuererleichterungen in Höhe von 450 Millionen Franc (knapp 110 Millionen Franken) gewährt werden. Die Verhandlungen seien "schwierig, aber positiv" gewesen, sagte der Präsident des Gesamtverbandes FNSEA, Luc Guyau.

Die Situation im Streit um die hohen Treibstoffpreise hat sich damit am Samstagmorgen entspannt. Auch die Lastwagenfahrer begannen schrittweise, die Blockaden aufzuheben. In vielen Regionen herrschte allerdings noch Unklarheit an der Basis, ob die Protestaktionen sofort abgebrochen werden sollen.

Vor allem in Südfrankreich und in der Bretagne blieben die Barrikaden zunächst bestehen. Ausserdem setzten die Mitglieder des kleinsten Fernfahrer-Berufsverbandes, der UNOSTRA, ihre Proteste fort. Deshalb waren in der Nacht immer noch 112 Treibstoff-Depots blockiert.

Als Misserfolg bezeichneten die Gewerkschaften der Krankenwagenfahrer ihre nächtliche Verhandlungsrunde mit dem zuständigen Ministerium. 1700 Franc Ausgleichszahlungen pro Ambulanzwagen seien zu wenig, hiess es. Deshalb setzten die Fahrer ihre am Abend begonnene Blockade-Aktion am Pariser Invalidendom fort.

In Grossbritannien hatten sich die Aktionen in der Nacht ausgeweitet. Britische Lastwagenfahrer und Bauern blockieren seit Freitagabend aus Protest gegen steigende Benzinpreise eine Ölraffinerie im Hafen von Milford Haven in Südwales.

(klei/sda)

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