Zentralstelle für Kreditinformation
Die ZEK
publiziert: Montag, 22. Jan 2018 / 12:30 Uhr / aktualisiert: Montag, 22. Jan 2018 / 18:51 Uhr
Mithilfe Vergleichsportalen können Kunden nicht nur bei einer Bank die Konditionen erfragen, sondern in kurzer Zeit gleich mehrere Banken miteinander vergleichen.
Mithilfe Vergleichsportalen können Kunden nicht nur bei einer Bank die Konditionen erfragen, sondern in kurzer Zeit gleich mehrere Banken miteinander vergleichen.

Verbraucher, die einen neuen Kredit aufnehmen möchten, sehen sich bei der Beantragung mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Eine der Hürden bei der Kreditvergabe ist die ZEK - die Zentralstelle für Kreditinformationen.

Dort sind alle Kreditgeschäfte, die private Haushalte tätigen, registriert. Zukünftige Kreditgeber können dort diese Informationen einsehen. Aufgrund dieser Daten beurteilt das Kreditinstitut die Bonität eines Kunden und das mögliche Risiko für einen Zahlungsausfall. Die Bank kann dort sehen, ob offene Kredite bestehen oder Schuldscheine vorliegen. Sie entscheidet aufgrund dieser Informationen, ob die Bonität eines Kunden ausreicht oder nicht und vergibt entsprechend die Kredite.

Ablauf einer Bonitätsprüfung vor Kreditvergabe

Für Antragsteller ist es daher sehr interessant zu verstehen, wie eine Bonitätsprüfung genau abläuft. Alle Kreditnehmer müssen dazu die vorgeschriebenen Mindestvoraussetzungen erfüllen:

  • Kreditnehmer muss volljährig sein
  • Kredit inklusive Zinsen muss innerhalb von 36 Monaten zurückgezahlt werden können

Die Kreditinstitute verlangen von ihren Kunden immer die letzten drei Lohnabrechnungen. So bekommen sie einen groben Eindruck von der finanziellen Situation des Kunden. Manche Kreditinstitute haben noch über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehende Vorgaben, die die Kunden erfüllen müssen. Diese Kriterien können sein:

  • mindestens 25 Jahre alt
  • mindestens ein Jahr wohnhaft in der Schweiz
  • verfügt über regelmässiges Einkommen oder führt ein Bankkonto in der Schweiz

Für Selbstständige ist es bei einigen Anbietern schwierig bis unmöglich, einen Kredit zu bekommen.

Wer einen Kredit beantragen möchte, sollte sich vorab über die Angebote der verschiedenen Kreditinstitute informieren. So gehen Kunden am einfachsten unnötigen Kreditanfragen aus dem Weg. Ein passendes Angebot für einen Kredit zu finden, geht mit gidu.ch besonders einfach. Der Service dieses Anbieters ist für den Kunden komplett kostenlos. Ein persönlicher Kreditberater sucht gemeinsam mit dem Kunden nach einer Lösung. Direkt mit dem Vergleich macht der Anbieter einmalig eine Bonitätsprüfung, sodass es nicht zu Mehrfachanfragen und zu einer Verschlechterung der Bonität kommt, weil zu viele abgelehnte Kreditanfragen vorliegen. Erst danach wählt der Berater das ideale Angebot für seinen Kunden aus.

Was kann die Kreditvergabe behindern oder die Konditionen verschlechtern?

Die erste Hürde ist überwunden, der Kunde ist als kreditwürdig eingestuft. Jetzt geht es im nächsten Schritt darum, die monatlichen Einnahmen und Ausgaben des Antragstellers zu überprüfen und die Zahlungsmoral zu bewerten. Bei diesem Vorgang ermittelt die Bank ein Scoring für den Kunden, das über die Bonität Auskunft gibt. Es ist die Grundlage für die Vergabeentscheidung und auch dafür, wie hoch der Kreditzins für den Kunden sein wird.

Um hier schlüssige Informationen zu erhalten, haben die Banken Zugriff auf sehr grosse Datenbanken. Die Kredit- und Bonitätsinformationen über Privatpersonen sind bei der ZEK - Zentralstelle für Kreditinformationen zu finden. Dort können kreditgebende Banken gegen Bezahlung entsprechende Daten einsehen. Dort steht dann auch, ob der Antragsteller mit Zahlungen, wie Kredit- oder Leasingraten, im Rückstand ist oder ob er seine Kreditkarte überzogen hat.

Welche Informationen speichert die ZEK?

Die ZEK hat eine ganze Reihe von Daten über Zahlungspflichtige gespeichert.

  • Persönliche Daten, wie Name, Vorname, Geburtsdatum, aktuelle und ehemalige Adressen, Telefonnummern, Beruf, Familienstand
  • Laufende und in der Vergangenheit liegende Zahlungsverpflichtungen
  • Kreditkartendaten, insbesondere zu gesperrten oder zurückgezogenen Kreditkarten
  • Inwieweit der Zahlungspflichtige seinen Zahlungsverpflichtungen nachgekommen ist
  • Angenommene und abgelehnte Kreditanträge
  • Informationen zu Mietverträgen und Steuerpflichten
  • Umzüge - häufige Umzüge wirken sich negativ auf das Scoring aus
  • Zahlungsausfälle und Mahnungen sowie Betreibungen

Anhand der Daten kann die Bank die gesamte Historie des Kreditverhaltens ersehen. Für bestimmte Daten hat die ZEK vorgeschriebene Aufbewahrungsfristen. So bleibt beispielsweise ein abgelehnter Kreditantrag zwei Jahre bei der ZEK gespeichert.

Die umfangreiche Datenspeicherung ist legal gemäss Datenschutzgesetz, wenn die Daten dazu dienen, die Bonität eines Kreditantragstellers zu überprüfen. Sie schützen den Gläubiger vor einem möglichen Zahlungsausfall und können helfen, die Überschuldung des Antragstellers zu verhindern. Das vollständige Datenschutzgesetz ist im Portal der Schweizer Regierung einsehbar.

Das bedeuten die Bonitäts-Codes der ZEK

Die verschiedenen Codes der ZEK haben alle eine spezifische Bedeutung.

  • Bonitäts-Code 00: Es läuft ein Kredit mit rückständigen Zahlungen
  • Bonitäts-Code 01 und 02: Es läuft ein Kredit mit planmässiger Rückzahlung.
  • Bonitäts-Code 03: Die Rückzahlung erfolgt schleppend, mit häufigen Mahnungen. Das wirkt sich meistens negativ aus und bleibt drei Jahre bei der ZEK gespeichert.
  • Bonitäts-Code 04: Es läuft ein Inkassoverfahren oder andere Betreibungsmassnahmen, was sich ebenfalls negativ auswirkt. Diese Daten bleiben fünf Jahre gespeichert.
  • Bonitäts-Code 05: Es kam zu einem Teil- oder Totalverlust für den Gläubiger. Die Daten bleiben ebenfalls fünf Jahre gespeichert.
  • Kreditkarten-Code 21: Die Kreditkarte ist gesperrt, was negative Auswirkungen hat. Datenspeicherung: fünf Jahre.
  • Kreditkarten-Code 22: Es läuft eine Inkassomassnahme, was sich negativ auswirkt und ebenfalls fünf Jahre vermerkt bleibt.
  • Kreditkarten-Code 23. Für den Gläubiger ist ein Totalverlust entstanden. Dies wirkt sich negativ aus und bleibt fünf Jahre gespeichert.
  • ZEK-Sperre: Zu einer ZEK-Sperre kommt es bei zahlungsunfähigen Kunden. Hier vereinbaren die Banken mit der ZEK in vielen Fällen eine Selbstsperre, die so lange bestehen bleibt, bis die Schulden des Kunden bezahlt sind. Nur das beteiligte Kreditinstitut kann diese Daten löschen lassen.

Kein Kredit bei diesen Codes

Wenn folgende Codes in der ZEK-Datenbank eingetragen sind, gibt kein seriöses Kreditunternehmen einen Kredit:

  • ZEK-Sperre
  • Bonitäts-Code 04/05
  • Kreditkarten-Codes 22 und 23

Selbstauskunft beantragen

In seltenen Fällen kommt es bei der ZEK zu Falscheinträgen. Das kann zur Folge haben, dass ein Kunde zu Unrecht höhere Zinsen zahlen muss oder gar keinen Kredit bekommt. Deshalb gibt es für Verbraucher die Möglichkeit, Datenbankauszüge zu bestellen. Per Gesetz sind alle Datenbank-Anbieter dazu verpflichtet, einen solchen Auszug auf Anfrage kostenlos zuzusenden. Findet der Konsument einen fehlerhaften Eintrag, kann er die Löschung der entsprechenden Daten beantragen. Die ZEK betont an dieser Stelle, dass für die Eintragungen ausschliesslich die Kreditanbieter verantwortlich sind. Verbraucher können im Zeitalter von Big Data die Eintragungen nicht verhindern, aber kontrollieren.

(cam/pd)

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