Die Welt steht vor einer Nahrungsmittelkrise
publiziert: Mittwoch, 9. Apr 2008 / 13:13 Uhr / aktualisiert: Montag, 14. Apr 2008 / 08:53 Uhr

Washington/Paris - Rund um den Globus explodieren die Lebensmittelpreise. Die Gründe sind vielfältig, aber sie haben eine Konsequenz: Die Welt steht vor einer Nahrungsmittelkrise, die mancherorts schon übergekocht ist und deren Folgen nicht abzusehen sind.

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In Haiti kamen bei Unruhen wegen steigender Preise seit der vergangenen Woche fünf Menschen ums Leben. Aufruhr meldet das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen auch aus Burkina Faso, Kamerun, Ägypten, Indonesien, der Elfenbeinküste, Mauretanien, Mosambik und dem Senegal.

Allein 2007 seien die Preise für Milchprodukte um nahezu 80 Prozent und die für Getreide um mehr als 40 Prozent in die Höhe geschossen.

Naturkatastrophen, eine wachsende Nachfrage in aufstrebenden Ländern wie China, der Dollar-Verfall und der Boom beim Bio-Sprit haben die Lebensmittelknappheit und die Preissprünge verursacht. Die Getreidevorräte sind infolge dessen auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren gefallen, die Preise steigen seit fünf Jahren unaufhörlich.

Drama für die Armen

«Das ist ein weiterer Rückschlag für die Weltwirtschaft, die ohnehin schwere Turbulenzen erlebt. Aber das grösste Drama sind die Folgen gestiegener Lebensmittelpreise für die Armen», warnt OECD-Chef Angel Gurria.

In seinem Heimatland Mexiko hat die Verteuerung des aus Mais hergestellten Grundnahrungsmittels Tortilla Zehntausende zum Protest auf die Strassen getrieben. Die Regierung Mexikos denkt darüber nach, den Widerstand gegen das Verbot gentechnisch veränderter Lebensmittel aufzugeben. Ähnliche Überlegungen gibt es auch in der EU und in Afrika.

Ägypten, Argentinien, Kasachstan und China haben den Export von Getreide eingeschränkt, um den heimischen Markt besser mit Lebensmitteln versorgen zu können. Die in Argentinien auf Getreide erhobene Steuer hat allerdings zu einem Streik der Bauern geführt und die Ausfuhren empfindlich beeinträchtigt.

Ende nicht in Sicht

Nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der UNO ist ein Ende der Preisspirale nicht in Sicht. Getreide dürfte sich in den nächsten zehn Jahren um 27 Prozent verteuern, Sojabohnen um 23 Prozent und der Preis für Reis um 9 Prozent zulegen.

«Der gegenwärtige Anstieg der Preise für Nahrungsmittel ist mehr als nur ein einmaliges Leuchtzeichen», warnten die Experten vom britischen Institut Chatham House vor einer Verteuerung des täglichen Brots und der täglichen Schale Reis. «Die Gesellschaft muss entscheiden, welchen Wert sie Nahrungsmitteln beimisst und wie sie die Marktkräfte mit den Zielen der Politik vereinbaren kann.»

In der Politik sind derartige Warnungen inzwischen angekommen. Weltbankpräsident Robert Zoellick forderte unlängst global koordinierte Anstrengungen, um Hunger und Fehlernährung zu bekämpfen.

Dabei müsse auch der Zusammenhang mit dem Klimawandel und der Energiepolitik gesehen werden. Auch die Entwicklungshilfeminister der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G8) mahnten am Wochenende Lösungen an.

(Russel Blinch und Brian Love, Reuters/sda)

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