Die Rettung von Griechenland rückt näher
publiziert: Freitag, 14. Sep 2012 / 22:28 Uhr
Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF)
Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF)

Nikosia - Die Euro-Gruppe lässt Athen noch einen Monat zappeln. Doch ist die Rettung Griechenlands am Freitag einen grossen Schritt näher gerückt. Die Troika-Experten berichteten den Finanzministern in Nikosia über ihre vorläufigen Befunde, und die fielen positiver aus als befürchtet.

9 Meldungen im Zusammenhang
Mehrere Euroländer und auch der Internationale Währungsfonds (IWF) signalisieren inzwischen die Bereitschaft, Hellas mehr Zeit zum Sparen zu geben. Die Regierung in Athen will einen Aufschub von zwei Jahren, wie Finanzminister Yannis Stournaras in Nikosia bestätigte.

Die Griechen hätten schon «eine riesige Anstrengung» geleistet, zollte ihm IWF-Chefin Christine Lagarde nach dem Treffen Respekt. Noch vor der Sommerpause hatte der IWF gedroht, aus den Rettungsbemühungen für Griechenland auszusteigen, weil die dauerhafte Finanzierung wackele.

Nun räumte Lagarde ein, die bisherige Vorgabe, das Defizit bis 2020 von 165 Prozent des BIP auf 120 Prozent zu drosseln, liege «sehr hoch». Und einen Aufschub dafür zu gewähren, sei «erwägenswert».

Das Signal ist eindeutig: Es gibt Aussicht, dass die internationalen Geldgeber den Daumen vor der Wahl in den USA Anfang November heben - und Griechenland nicht nur mit der nächsten Notkredittranche von mehr als 30 Milliarden Euro weiter über Wasser halten, sondern dem Land auch mehr Luft zum Erreichen der Ziele lassen.

Mehr Zeit

«Wenn das Defizit wegen eines zeitweisen Wirtschaftsabschwungs grösser ist als erwartet, könnte es etwas Zeit geben», sagte beispielsweise der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager. «Wir werden den Griechen die Zeit geben, die sie dafür brauchen», sagte die österreichische Finanzministerin Maria Fekter.

Der Knackpunkt liegt in der Frage, ob es dann auch mehr Geld gibt. Deutschland blockt eine Streckung des Programms energisch ab, wenn das neue Kosten für die Euro-Retter bedeuten würde.

Noch keine Entwarnung

Trotz dem sich abzeichnenden Entgegenkommen für Griechenland ist die Fortsetzung der Rettungsbemühungen für Griechenland aber noch nicht beschlossene Sache. Lagarde sagte, sowohl bei Reformen als auch bei Einsparungen müsse «noch Boden gutgemacht werden». Einen entsprechenden Masterplan blieb Finanzminister Yannis Stournaras noch schuldig, doch wurde ihm dafür auch noch etwas Zeit gegeben.

Er erwarte die Entscheidung über die Auszahlung der nächsten Kredittranche «nicht vor der zweiten Oktoberhälfte», sagte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker. Der Abschlussbericht der Schuldenkontrolleure von Europäischer Zentralbank (EZB), EU-Kommission und IWF werde «nicht in den kommenden Tagen fertig», eher Anfang Oktober.

Die Weichen für die Rettung Griechenland könnten beim nächsten Eurogruppentreffen am 8. Oktober gestellt werden, der Showdown würde dann zehn Tage später beim Gipfel in Brüssel folgen. «Wir versuchen, dass alles bis Ende Oktober über die Bühne ist», versicherte Athens Finanzchef Stournaras.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Tokio - Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat ihre Forderung nach einer ... mehr lesen
Die IWF-Chefin möchte, dass die internationalen Finanzmärkte noch mehr stabilisiert werden.
Währung auf der Kippe.
Zürich - Für die Grossbank UBS rückt ein baldiges Ausscheiden von Hellas ... mehr lesen
Athen - Die griechische Regierungskoalition hat am Donnerstag keine Einigung über ein Sparpaket erzielen können. Dieses ... mehr lesen
In Griechenland ist man sich über ein Sparpaket nicht einig.
Seit Jahren schrumpft die griechische Wirtschaft.
Athen - Aus Protest gegen die Milliarden-Einsparungen im öffentlichen Dienst ... mehr lesen
Nikosia - Im Streit um die neue europäische Bankenaufsicht stösst Deutschland mit Zweifeln am Starttermin 2013 bei wichtigen ... mehr lesen
Die EZB soll die Kontrolle der Banken übernehmen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Athen - In Athen laufen die Verhandlungen über das neue harte Sparprogramm auf Hochtouren. Am Montag schaltete sich der ... mehr lesen
Heute schaltete sich Ministerpräsident Antonis Samaras in die Gespräche ein.
Griechenland und Troika wollen über 11,5 Milliarden Euro einsparen.
Athen - Ein neues griechisches Sparprogramm im Volumen von über 11,5 Milliarden ... mehr lesen
Athen - Der massive Druck aus Europa zeigt Wirkung: Die griechische Regierungskoalition hat sich nach hartem Ringen im Grundsatz auf ein neues milliardenschweres Sparpaket geeinigt, wie Finanzminister Yannis Stournaras am Mittwoch verkündete. mehr lesen 
Der Zusammenbruch eines grossen Cloud-Anbieters könnte einen ähnlichen Schock auslösen wie die Lehman-Pleite.
Der Zusammenbruch eines grossen ...
Internetgefahren  Zürich - Der Versicherungskonzern Zurich warnt vor einer «Cyber-Sub-Crime-Krise»: Die zunehmende Vernetzung von Menschen, Wirtschaft und Staat mit dem Internet birgt Systemrisiken, die ähnlich unterschätzt werden wie die Systemrisiken vor der Finanzkrise von 2007/2008. 
Internet 2025: Mehr Vernetzung, keine Privatsphäre Washington - Das Internet wird bis zum Jahr 2025 ein unverzichtbarer ...
Fortschritt  Athen - Griechenland hat auf dem Weg zu weiteren Finanzhilfen eine wichtige Hürde genommen. Das Krisenland erzielte 2013 in seinem ...
Diese Zahlen wurden vom Athener Finanzministerium erwartet.
Die Tourismus-Branche macht rund 17 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) aus.
Griechenland mit Rekordzahl an ausländischen Touristen Athen - Nach Griechenland sind im vergangenen Jahr fast 18 Millionen Touristen gereist - ein historischer Rekord. Im ...
Titel Forum Teaser
  • tigerkralle aus Winznau 87
    Nörgeler Grüne Das ENSI sagtalles OK !!!!!!!¨Also last Müleberg laufen und zieht allen ... Mo, 21.04.14 11:46
  • HeinrichFrei aus Zürich 320
    Atomkraftwerk Mühleberg bei Bern das Risse hat sofort abschalten Fessenheim und auch die anderen Atomkraftwerke Frankreichs sind auch ... Mo, 21.04.14 09:32
  • Kassandra aus Frauenfeld 808
    Oh, oh, Schäfchen "vorab etwas zur Rhetorik. Da gibt es eine einfache Technik, die häufig ... So, 20.04.14 19:02
  • keinschaf aus Henau 2224
    Unser Herr Chefökonom des SGB ... Sa, 19.04.14 15:19
  • jorian aus Gretzenbach 1447
    Metzger & Bankster Vermischen Sie bitte die Bankster & Metztger nicht die ganze ... Sa, 19.04.14 07:07
  • keinschaf aus Henau 2224
    Korrektur "Die arbeiten offenbar alle in Grossunternehmen und in der Baubranche, ... Fr, 18.04.14 22:11
  • keinschaf aus Henau 2224
    Ironie! Liebe Heidi... ich weiss, es ist nicht immer einfach, geschriebene und ... Fr, 18.04.14 22:01
  • Heidi aus Oberburg 959
    Das ist nicht wahr Ich arbeite in der Baubranche, und da ist niemand für Fr. 22.00/h ... Fr, 18.04.14 21:50
Kathy Riklin ist Nationalrätin der CVP und Mitglied der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur WBK der Strategiegruppe EnergieSchweiz.
Green Investment Klimapolitik: «Business as usual» ist hochriskant Die jüngsten Berichte des UN-Klimarats ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
16.04.2014
15.04.2014
B BERYL DJ Logo
15.04.2014
14.04.2014
14.04.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 8°C 15°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 6°C 15°C leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 9°C 18°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Bern 10°C 20°C leicht bewölkt leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen
Luzern 10°C 20°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 8°C 21°C leicht bewölkt bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Lugano 11°C 23°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten