Streit um Kernaufgabe der Schweizer Bauern
Die Meinungen über die Aufgabe der Bauern sind gespalten
publiziert: Mittwoch, 29. Aug 2012 / 17:44 Uhr
Bauern wollen nicht auf Landschaftspflege angewiesen sein.
Bauern wollen nicht auf Landschaftspflege angewiesen sein.

Gümmenen BE - Der Bauernverband ist dagegen, dass «Landschaftsqualitätsbeiträge» künftig teilweise die Direktzahlungen ersetzen. Er erläuterte dies am Mittwoch auf einem Betrieb in Gümmenen BE. Gleichentags zeigte der Bund auf einem Betrieb in Wettingen AG, wie die neuen Beiträge funktionieren.

2 Meldungen im Zusammenhang
Die Landschaftsqualitätsbeiträge gehören zur Agrarpolitik 2014-17, über die der Nationalrat in der Herbstsession berät. Bereits heute nehmen einige Bauern freiwillig an Pilotprojekten teil. Sie betreiben Landschaftspflege.

An einem Pilotprojekt im Aargauer Limmattal beteiligen sich 46 der insgesamt 61 Bauernbetriebe, wie das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) am Mittwoch vor den Medien in Wettingen darlegte. Der dortige Hof von Bauer Andreas Benz hat 20 Kühe. Benz betreibt ferner eine Pferdepension und auch Ackerbau.

Naherholungsraum aufwerten

Zusätzlich pflegt er im Pilotprojekt die Landschaft und wertet den Naherholungsraum auf. Beispielsweise pflanzt er demnächst am Rand einer Wiese 25 Nussbäume, deren Nüsse die Bevölkerung gratis auflesen kann. Zudem wird er das Ufer des Lugibachs pflegen, an dessen Lauf einmal ein Wanderweg entstehen könnte.

Dieser Aufwand soll ab 2014 über die Landschaftsqualitätsbeiträge vergütet werden. Von den rund 20'000 Franken, die Bauer Benz vom Bund erhält, machen die Landschaftsqualitätsbeiträge 6000 bis 7000 Franken aus. Er sieht sich weiterhin als Nahrungsmittelproduzent und nicht als Landschaftspfleger.

Ausser im Limmattal gibt es Pilotprojekte im Unterengadin GR, in den Franches-Montagnes JU und der Plaine de l'Orbe VD. In einer Zwischenbilanz bezeichnete BLW-Vizedirektor Christian Hofer die Beiträge als «sehr zielgerichtetes Instrument».

Mehr Umwelt- und Tierschutz

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) seinerseits lud am Mittwoch die Medien auf den Hof von Hansjürg Stalder im bernischen Gümmenen ein. Der Hof ist 20 Hektaren gross mit 20 Milchkühen, 48 Mastschweinen und daneben noch etwas Ackerbau, vor allem Kartoffeln. Als Abgeltung für die erbrachten Leistungen bekommt Stalder aktuell knapp 40'000 Franken Direktzahlungen.

Werde die neue Reformrunde der Agrarpolitik wie vom Bundesrat vorgeschlagen genehmigt, dann schrumpfe dieser Beitrag auf 36'000 Franken, hielt der SBV fest. Davon seien aber fast 10'000 Franken so genannte Übergangsbeiträge, die sukzessive abgebaut würden.

Stalder könne die 36'000 Franken nur dann halten, wenn er zusätzliche Leistungen bei Ökologie oder Tierschutz erbringe und damit die Lebensmittelproduktion seines Betriebes zurückfahre. «Ist es nicht die Hauptaufgabe von uns Bauern, die einheimische Bevölkerung mit gesunden, umwelt- und tierfreundlich produzierten Lebensmitteln zu versorgen», fragt sich der SBV besorgt.

Die Stossrichtung der Agrarpolitik 2014-17 gehe in Richtung Ökologie, mehr Ressourcenschutz, mehr Tierschutz. Das bedeute eine extensivere Landwirtschaft und höhere Produktionskosten. Gemäss SBV-Vizepräsident Josef Dissler ist der Nettoselbstversorgungsgrad in den letzten drei Jahren um 4 Prozent gesunken und liegt aktuell noch bei 54 Prozent.

Lebensmittelproduzenten statt Landschaftsgärtner

«Unsere Hauptforderungen sind eine abgestufte Berücksichtigung des Tierbesatzes pro Fläche, die Förderung einer vielfältigen Landschaft im Rahmen der Kulturlandschaftsbeiträge, der Verzicht auf die Landschaftsqualitätsbeiträge und die Erhöhung des Rahmenkredits im Bereich der Strukturmassnahmen», sagte SBV-Direktor und Nationalrat (FDP/FR) Jacques Bourgeois.

Der SBV verlangt zudem verpflichtende Instrumente, die den Milchmarkt stabilisieren. Ebenso brauche es eine Anpassung des Importsystems von Fleisch an die Nachfrage der Branche.

Die Schweizer Bauern würden sich fragen, was die Schweiz von ihrer Landwirtschaft wolle: Lebensmittelproduzenten oder Landschaftsgärtner. Die Antwort auf diese Frage sei eindeutig: Genügend einwandfreies Essen. Darauf sollte das Parlament auch die Agrarpolitik 2014-17 ausrichten, fordert der Bauernverband.

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Der Nationalrat stellt sich hinter das Herzstück der Agrarreform. Die grosse Kammer will die umstrittenen Tierbeiträge ... mehr lesen
Nach Ansicht der Regierung sorgen Tierbeiträge für Ineffizienz und Überproduktion.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 13
Ein männliches und ein weibliches Tier wurden bereits im vergangenen Jahr in dieser Gegend registriert.
Ein männliches und ein weibliches Tier wurden ...
Abschuss noch kein Thema  Sitten - Seit Anfang Jahr wurden im Oberwallis mehrere Schafe von Wölfen gerissen. Zur letzten Attacke kam es in der Nacht auf Montag. Das Rissmuster deutet auf einen Wolf hin. 
Wolf reisst im Urner Isenthal mehrere Schafe Isenthal UR - Im Urner Isenthal hat ein Wolf in den vergangenen Tagen acht ...
Walliser Initiative will den Wolf verbieten Brig - CVP-Kreise haben am Dienstag eine Initiative «Für einen Kanton Wallis ...
«Milchgipfel»  Bern - Die Schweizer Milchproduzenten schlagen Alarm. Kostendeckend Milch zu ...
Das Milchland Schweiz ist in Gefahr.
Der Umsatz mit fair gehandelten Produkten hat zugenommen.
Umsatzplus bei Max Havelaar  Zürich - Schweizerinnen und Schweizer haben 2015 für 520 Millionen Franken fair gehandelte Produkte mit dem Label Max Havelaar eingekauft. ...  
Titel Forum Teaser
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... gestern 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... gestern 16:09
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Nur ein ziemlicher Trottel kann annehmen, dass es etwas mit Zivilcourage zu hat, wenn er an einer ... Fr, 17.06.16 12:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Meine Anwälte sagen: "Aus einem Esel wird wird in tausend Jahren kein Golfisch, ... Di, 14.06.16 20:10
  • jorian aus Dulliken 1754
    Saudumm? Die Frage ist nur WER! Sie haben mich verleumdet. Sie haben übel über mich geredet! (Dies ... Di, 14.06.16 03:57
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Wer Kritik als persöliche Beleidigung empfindet, wer Kritik als mundtot-machen ... So, 12.06.16 12:24
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Sehr, sehr traurig... Für den Jorian ist eine Redaktion eine Anstalt, die Zenzur immer dann ... Mo, 06.06.16 21:11
.
Green Investment news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 15
Das Crowdfunding hat um 73 Prozent zugelegt.
Startup News Crowdfunding in der Schweiz markant gewachsen Luzern - Auf tiefem Niveau ist der Markt für Schwarmfinanzierung (sog. Crowdfunding) in der Schweiz erneut stark gewachsen. Diese Art der Geldbeschaffung ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
Publinews
                   
Kaffee gehört für viele Arbeitnehmer fest zum Büroalltag dazu
Publinews Eine gute Tasse Kaffee gehört für viele Menschen fest zum Alltag. Während manche den Muntermacher hauptsächlich morgens nach dem Aufstehen brauchen, trinken ... mehr lesen
Online-Dating wird immer beliebter - heute setzen schon viel mehr Menschen bei der Partnersuche auf das Internet als noch einige Jahre zuvor. Die Tendenz geht zudem zum mobilen Online-Dating.
Publinews Online-Dating erfreut sich grosser Beliebtheit. Dies ist angesichts von ca. 1,5 Millionen Singles in der Schweiz auch kein Wunder. Dabei sind für den ... mehr lesen
Ohne Social Media geht es nicht
Publinews Horisen AG  Soziale Netzwerke gehören zum modernen Marketing-Alltag längst dazu. Deshalb hast du vermutlich auch schon einmal darüber nachgedacht, dir eine ...
Ist das gewünschte Grundstück tatsächlich für das eigene Bauprojekt geeignet? Worauf sollten Käufer dabei achten?
Publinews Laut Statistik Schweiz waren im Jahr 2000 fast drei Viertel der in der Eidgenossenschaft existierenden 3,57 Millionen Wohnungen in der Hand von ... mehr lesen
-1
Publinews Die meisten von uns sitzen den ganzen Tag an ihrem Arbeitsplatz – unser Rücken bestraft das auf längere Sicht mit Rückenschmerzen. Um sie ... mehr lesen
Warte nicht länger, sondern mach dich auf den spannenden Weg zu deinem eigenen Film.
Publinews Kamera läuft!  Smartphones machen es möglich: wir haben unsere kleine Video-Kamera immer dabei und filmen laufend, was uns bewegt, was lustig, skurril oder sehenswert ist. ...
Gilt ein MBA auch heute noch als Karriereboost? Diese Frage lässt sich grundsätzlich bejahen.
Publinews Wer seine berufliche Karriere als Ingenieur oder in einem technischen Beruf startet, muss nicht stets in dieser Position verharren. Gerade Ingenieure und ... mehr lesen
Webhosting meint die Bereitstellung des nötigen Speicherplatzes für deine Seite im Netz.
Publinews Webhosting - das Beste für deine Website  Was steckt eigentlich hinter einer Internetseite? Nun ja, das sind natürlich vor allem deren Inhalte. Ob Text, Grafik, Video ...
Der Kauf einer Immobilie sollte immer abgewogen werden.
Publinews Auch am Schweizer Kapitalmarkt sind die Entwicklungen der vergangenen Jahre hinsichtlich der Leitzinssenkungen nicht spurlos vorübergegangen. Betrachtet ... mehr lesen
Nimm noch heute Kontakt mit uns auf.
Publinews Tipps für erfolgreiches Online Marketing  Hast du schon einmal darüber nachgedacht, die alten Marketing-Pfade zu verlassen und vielversprechende, modernere Wege zu gehen?
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
S Logo
S
23.06.2016
23.06.2016
23.06.2016
rose's choice Logo
23.06.2016
rose's choice Logo
23.06.2016
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 13°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 14°C 26°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 13°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
Bern 11°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 12°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
Genf 11°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 16°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten