Kühles Aprilwetter
Die Erdbeere verspätet sich
publiziert: Donnerstag, 3. Mai 2012 / 19:11 Uhr
Mit grösseren Mengen rechnet der Verband in rund zwei Wochen.
Mit grösseren Mengen rechnet der Verband in rund zwei Wochen.

Bern - In der Schweiz sind diese Woche die ersten Erdbeeren gepflückt worden. Der Start erfolgte später als im vergangenen Jahr: Er wurde gemäss Schweizer Obstverband durch das kühle Aprilwetter verzögert, wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) am Donnerstag mitteilte.

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Noch sind gemäss Obstverband die Mengen klein und nicht marktrelevant. Mit grösseren Mengen rechnet der Verband in rund zwei Wochen. Die Hauptsaison wird für Anfang Juni erwartet.

Im vergangenen Jahr betrug der Saisonvorsprung aufgrund eines trockenen und warmen Frühlings weitverbreitet 14 Tage und mehr. Die Erntetermine für Sommerfrüchte gehörten vielerorts zu den frühesten, die je aufgezeichnet wurden, schrieb der Obstverband im vergangenen Herbst.

Insgesamt wurden im Jahr 2011 eine Rekordmenge von 6410 Tonnen Erdbeeren geerntet. Die Höchstwerte aus den Jahren 2004 und 2007 wurden damit um 11 Prozent übertroffen.

Viele Importe

Die Schweizerinnen und Schweizer sind vernarrt in die rote Beere: Sie konsumieren jährlich gut 19'000 Tonnen Erdbeeren, davon stammt knapp ein Drittel aus dem Inland. Von den importierten Beeren kommen mit knapp 60 Prozent die meisten aus Spanien, gefolgt von Italien (23) und Frankreich (7).

In der Schweiz werden auf rund 420 Hektaren durchschnittlich 5400 Tonnen Erdbeeren angepflanzt. 2800 Tonnen kommen aus der Ostschweiz, 1400 Tonnen aus dem Mittelland, 800 Tonnen aus dem Wallis und 400 Tonnen aus der Zentralschweiz.

Die Haupterntezeit in der Schweiz ist von Ende Mai bis Anfang Juli, in höheren Lagen bis Ende Juli. Dank Terminkulturen, die während des ganzen Sommers ausgepflanzt werden, können aber bis Oktober Schweizer Erdbeeren gekauft werden.

Süsse Fracht

Wie der Obstverband auf seiner Webseite schreibt, hat der französische Seeoffizier Fraisier im Jahre 1712 die «Fragaria chiloensis» aus dem fernen Südamerika nach Hause gebracht. Ihm zu Ehren wurde sie im französischen Sprachraum bald «la fraise» genannt.

Verglichen mit den europäischen Walderdbeeren waren die roten Früchte aus Amerika weit grösser, fleischiger und saftiger. Durch die Kreuzung mit der «Fragaria virginiana» aus Nordamerika entstand aus dem Geschenk von Kapitän Fraisier 1766 in Holland die hierzuland bekannte Gartenerdbeere. Inzwischen gibt es davon über 1000 verschiedene Sorten.

(bert/sda)

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