Arbeit für 2,8 Mio. Menschen
Die Energiewende als Wirtschaftskatalysator
publiziert: Donnerstag, 12. Mai 2011 / 13:46 Uhr
Ein Wechsel zu erneuerbaren Energien könnte der Wirtschaft zu Aufschwung verhelfen.
Ein Wechsel zu erneuerbaren Energien könnte der Wirtschaft zu Aufschwung verhelfen.

Berlin - Die Katastrophe in Japan hat das öffentliche Bewusstsein wachgerüttelt. Gegen eine Energiewende spricht sich kaum jemand aus, doch die Kostenfrage stellt sich oft. Forscher vom Fraunhofer-Institut können nun in diversen Studien beweisen, dass sich die Umstellung auf regenerative Energieversorgung auch wirtschaftlich rechnet.

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Durch eine Energiewende könnten in den kommenden Jahren zahlreiche zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden, heisst es etwa in einer EU-Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI. Bis 2020 rechnen die Wissenschaftler für Europa mit etwa 2,8 Mio. Beschäftigten im Sektor der erneuerbaren Energien. Zudem würde das Bruttoinlandsprodukt in Europa durch die neuen Branchen um etwa 35 Mrd. Euro steigen.

Grösste Herausforderung für das 21. Jahrhundert

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Studie für Deutschland im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BMU. Die Macher dieser Studie rechnen mit mehr als 200.000 zusätzlichen Jobs, alleine in Deutschland. «Wir sind hervorragend aufgestellt, um Konzepte und Lösungen zu entwickeln für eine Wende hin zu regenerativen Energien», bekräftigt Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

Der Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung sei eine der grössten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, sagt Eicke Weber, Sprecher der Fraunhofer-Allianz Energie und Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. «Wir müssen Energie effizienter nutzen und erneuerbare Energien noch stärker erschliessen.»

Kernkraft wird nicht gebraucht

Fest steht: Die Kosten für regenerative Energien werden fallen. «Wir brauchen Kernkraft nicht als Brückentechnologie», sagt Weber. Er glaubt, dass gasgefeuerte Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zusammen mit Speichern und dem Netzausbau geeigneter wären auf dem Weg zur erneuerbaren Energie.

(dyn/pte)

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