SNB interveniert stark im Devisenhandel
Devisenreserven der SNB im Juli um weitere 41,4 Mrd. Fr. gestiegen
publiziert: Dienstag, 7. Aug 2012 / 16:16 Uhr
Die gesamten Devisenanlagen der SNB erreichten Ende Juli rund 406,5 Mrd. Franken. (Archivbild)
Die gesamten Devisenanlagen der SNB erreichten Ende Juli rund 406,5 Mrd. Franken. (Archivbild)

Zürich/Bern - Um den Euro-Mindestkurs zu verteidigen, hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) auch im Juli stark im Devisenhandel intervenieren müssen. Sie hat für weitere 41,4 Mrd. Fr. ausländische Währungen erworben.

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Ein grosser Teil des Anstiegs sei auf Devisenkäufe zur Durchsetzung des Euro-Mindestkurses von 1,20 Franken zurückzuführen, sagte ein Sprecher der SNB zu den am Dienstag beim Internationalen Währungsfonds (IWF) eingereichten Monatszahlen. Erhöht haben sich die Devisenanlagen aber auch durch den weiteren Anstieg des Dollar-Kurses.

Im Kampf um den Euro-Mindestkurs steht dennoch immer mehr auf dem Spiel: Die gesamten Devisenanlagen der SNB erreichten Ende Juli rund 406,5 Mrd. Franken. Das entspricht knapp 70 Prozent der Schweizer Wirtschaftsleistung gemessen am Bruttoinlandprodukt.

EU-Rettungsschirm beträgt 500 Mrd. Euro

Zum Vergleich: Der dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM soll über eine Kapazität für Notkredite von 500 Mrd. Euro verfügen. Hinzu kommen bisher zugesagte Finanzhilfen der Euro-Länder für Griechenland, Irland und Portugal von rund 300 Mrd. Euro.

Wie gross ihr Euro-Engagement genau ist, gibt die SNB nicht monatlich bekannt. Ende Juni hatten sich die Euro-Bestände auf rekordhohe 182,5 Mrd. Euro oder umgerechnet 219,5 Mrd. Fr. belaufen. Dem liegt der Wechselkurs von gut 1,20 Fr. pro Euro zugrunde. Seit sich im April die Euro-Schuldenkrise verschärft hat, notiert der Euro sehr nahe am Mindestkurs der SNB.

Sukkurs der Bundespräsidentin

Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf stellte sich an der Medienkonferenz zur Halbjahresbilanz ihres Bundespräsidiums hinter die Nationalbank. Die SNB könne prinzipiell unbeschränkt weitere Devisenkäufe tätigen, es gebe keine Limiten.

Erst wenn die Inflation hoch würde, müsse man sich überlegen, ob der Kurs noch fortgesetzt werden könne. Für diesen Fall habe das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) mit der SNB Massnahmen vorbereitet, die rasch umgesetzt werden könnten, bekräftigte Widmer-Schlumpf frühere Angaben, ohne Details zu nennen.

Derzeit sehe es aber kaum nach Inflation aus: im Juli betrug die Schweizer Jahresteuerung -0,7 Prozent. Auch auf dem Immobilienmarkt habe sich die Lage offenbar etwas beruhigt, nachdem per 1. Juli verschärfte Vergabebedingungen in Kraft getreten seien, sagte die Bundespräsidentin.

Die SNB hatte im Juni erklärt, sie denke darüber nach, zusätzliche antizyklische Kapitalpuffer für Banken zu beantragen, die Hypotheken vergeben würden.

(knob/sda)

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