Deutschland muss noch Kohlekraftwerke bauen
publiziert: Mittwoch, 22. Aug 2012 / 19:06 Uhr / aktualisiert: Montag, 12. Nov 2012 / 13:21 Uhr
Bis 2030 noch neue Kohle- und Gaskraftwerke in Deutschland nötig.
Bis 2030 noch neue Kohle- und Gaskraftwerke in Deutschland nötig.

Berlin - Trotz des massiven Ausbaus erneuerbarer Energien müssen in Deutschland laut einer Studie noch bis mindestens zum Jahr 2030 neue Kohle- und Gaskraftwerke gebaut werden. Effiziente Gas- und Kohlekraftwerke würden noch lange gebraucht.

Damit solle die Stromversorgung sichergestellt werden, wenn kein Wind wehe oder keine Sonne scheine, heisst es in einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Untersuchung der halbstaatlichen Deutschen Energieagentur (Dena).

So müssten im Jahr 2050, für das sich Deutschland einen Anteil von 80 Prozent Ökostrom zum Ziel gesetzt hat, immer noch rund 60 Prozent der sogenannten gesicherten Leistung mit fossilen Kraftwerken gedeckt werden. Gesicherte Leistung bedeutet, dass diese Anlagen bereitstehen, wenn aus erneuerbaren Energien nicht genug Strom erzeugt werden kann.

Bis 2050 würden laut der Studie nicht nur die Atomkraftwerke, sondern die meisten der derzeit noch aktiven Kohle- und Gaskraftwerke stillgelegt sein. Die neuen fossilen Anlagen müssten daher zum grössten Teil bis 2020, spätestens bis 2030 gebaut sein.

Auftraggeber der Dena-Studie war der Essener Energiekonzern RWE. Auch für die grossen Versorger sind Gas- und Kohlekraftwerke noch auf Jahre unverzichtbar. RWE hatte erst in der vergangenen Woche ein grosses Braunkohlekraftwerk eingeweiht.

Der Konkurrent E.ON kämpft um sein Kohlekraftwerk in Datteln, bei dem nach der Klage von Anwohnern die Bauarbeiten weitgehend ruhen. Die Energieriesen wollen sich aber zugleich unabhängiger von fossilen Kraftwerken mit ihrem hohen Ausstoss des klimaschädlichen Kohlendioxids machen und treiben mit Milliardeninvestitionen ihr Ökostromgeschäft voran.

Greenpeace kritisiert Studie

Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte die Studie scharf als Frontalangriff auf die Energiewende. Wer im Ernst behaupte, Deutschland brauche langfristig Kohle, ignoriere jeglichen wissenschaftlichen Sachverstand, sagte Energie-Experte Andree Böhling.

Zahlreiche Studien hätte eine völlige Abkehr von Kohle und Gas bis zum Jahr 2050 für möglich erklärt. Die Dena verletze ihren öffentlichen Auftrag und verkomme immer mehr zur PR-Agentur für Kohleverstromer.

Dena-Chef Stephan Kohler sagte dagegen: «Energiewende heisst auch: neue effiziente fossile Kraftwerke, mehr Netze, mehr Speicher, mehr Flexibilisierung bei Erzeugung und Nachfrage - und Energiesparen wo immer wirtschaftlich möglich.» Benötigt werden laut der Dena bis dahin rund 49 Gigawatt neuer Leistung, was etwa 50 grösseren Kraftwerken entsprechen würde.

Ob diese Anlagen tatsächlich gebaut würden, sei aber unter den gegenwärtigen Bedingungen fraglich, da sie nur an vergleichsweise wenig Tagen laufen und damit Geld verdienen können.

(alb/sda)

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Tante Doris
ist noch die einzige die richtig tickt im BR.

Wären die Rechtsbürgerlichen nicht (inkl. EWS) hätten wir schon vieles mehr erreicht in diversen Belangen des UVEK.

Turbo Politik? Ausschaffungsini umsetzen, Minder-Ini vors Volk bringen....
Also Turbopolitik gibts nur wenns den Lobbyisten gerade passt.

Ausserdem bin ich nicht gegen AKWs nur gegen deren kriminellen Betreiber und Lobbyisten.
Turbo-Politik
Wenn Tante Doris mit der selben Geschwindigkeit "fürschi" machen würde, wie Ihre geliebte Tante EWS im Eilzugtempo für die Deutsche SPD, dann wäre die Bewilligung in 3 Monaten durch.

Vernehmlassungsverfahren gibt es ja seit geraumer Zeit keine mehr in Bern, man erklärt alle Geschäfte für so dringlich, dass sie in einer Session durchgepaukt werden. Warum nicht auch Bewilligungsverfahren für Kraftwerke?
Gut, da habe ich natürlich nicht berücksichtigt, dass es sich dabei ausnahmsweise um ein Geschäft handelt, das der CH nützt. Das dauert erfahrungsgemäss tatsächlich 10 Jahre, ähnlich wie die Asylverfahren.

Ich könnte jetzt noch sarkastisch sein und anfügen, dass die Sicherheitsabklärungen für neue AKWs durchaus ausgelassen werden könnten. Rein mathematisch hätte kein GAU eine Chance, die Schweiz zu entvölkern, bevor es die Arbeits- und Brotlosigkeit tun wird, die unsere Räte verursachen.

"Atomkraftwerkfreie Schweiz". jö. Sie sind immer noch derselbe herzige Bub.
Traum
Hat mit Träumen nichts zu tun. Ich sagte nur was meines Erachtens richtig wäre, ohne darauf einzugehen wie dies im jetzigen politischen Umfeld machbar wäre. Heutige Kraftwerke basieren auf ganz anderen Technologien und auch bei der Absicherung gegen die Umweltrisiken hat man beim Bau heute ganz andere Mittel als in den 70ern.

Klar könnte man gegen all die Gegner keine AKWs mehr bauen. Es ist wie mit den Stromsparlampen. Man hat lieber Tonnen von Elektroschrott, Scheisslicht und atmet Quecksilber ein als eine normale Glühlampe. Hauptsache es steht grün drauf.
Aha....
Träumen Sie oder was? Selbst wenn das Volk dafür wäre, schon nur bis die Bewilligung durch wäre vergehen 10 Jahre und dann nochmals soviel für den Bau bis Betriebsaufnahme.

Sehen wir es ein. Wir sind verdammt diese alten AKWs bis zum GAU weiterlaufen zu lassen. Oder die Idiotengrünen sehen endlich ein dass sogenannter Umwelt und Landschaftschutz Opfer werden muss für eine Atomkraftwerkfreie Schweiz.
CH Lösung
Die Lösung für die Schweiz wäre, die alten Atomkraftwerke abzuschalten......und zwei neue zu bauen.
Kleine Exegese
Zitat:
«Energiewende heisst auch: neue effiziente fossile Kraftwerke, mehr Netze, mehr Speicher, mehr Flexibilisierung bei Erzeugung und Nachfrage - und Energiesparen wo immer wirtschaftlich möglich.»

Klingt doch toll, oder?

mehr Netze, mehr Speicher... juhu!
...
"mehr Flexibilisierung bei Erzeugung UND NACHFRAGE...
und Energie SPAREN, wo immer WIRTSCHAFTLICH möglich"

Verstehen das alle?

Flexibilisierung bei der Nachfrage heisst auf gut Deutsch:
Es wird nicht immer Strom geben, wenn man ihn brauchen würde.
Sparen, wo immer wirtschaftlich möglich, heisst:

für Private nur noch das Allernötigste. Denn alles was darüber hinausgeht, ist "wirtschaftlich nicht nötig" und daher der Verzicht "wirtschaftlich möglich".
Fragt sich jetzt, was denn das wirtschaftlich Allernötigste ist. Das wird dann wohl das Portemonnaie des privaten Nutzers entscheiden. Das wiederum heisst: Strom für den, der Geld hat. Kein Strom für die anderen.


Aber das sagte ich doch schon vor 15 Monaten.
Die Politik hat eine Sprache entwickelt, die die Durchschnittsbürger nicht verstehen können, die linken Ideologen nicht verstehen wollen, dafür die Gleichgültigen später auf dem falschen Fuss erwischen wird.
Die Resultate aus der Studie der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES).
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Bernhard Truffer ist Leiter der Abteilung Umweltsozialwissenschaften an der Eawag.
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