Deutschland empört über Nokia-Werk-Schliessung
publiziert: Freitag, 18. Jan 2008 / 11:20 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 20. Jan 2008 / 22:05 Uhr

Berlin/Bochum/Espoo - Nokias geplante Schliessung der deutschen Handy-Produktionsstätte in Bochum sorgt für heftige Reaktionen und Kritik.

Jorma Ollila, Chairman Nokia.
Jorma Ollila, Chairman Nokia.
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Mit Siemens und BenQ haben bereits zwei wichtige Handy-Produzenten ihre Produktion in Deutschland beendet, nun folgt auch Weltmarktführer Nokia, bedauert der Branchenverband BITKOM.

«Damit ist die Handy-Produktion in Deutschland so gut wie tot», sagt BITKOM-Präsident August Wilhelm Scheer. Sowohl Vertreter der SPD als auch der CDU wollen sich mit der Schliessung nicht abfinden.

Imageschaden

Bei der CDU spricht man von einem möglichen Imageschaden für Nokia am deutschen Markt, Vertreter der SPD wollen eine Internet-Kampagne gegen den Handy-Hersteller starten.

«Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Unternehmen, das weltweit tätig ist und auch künftig auf dem deutschen Markt seine Produkte verkaufen will, bereit ist, einen Imageschaden hinzunehmen», wird Jürgen Rüttgers, nordrhein-westfälischer Ministerpräsident (CDU), in der «Rheinischen Post» zitiert.

Der Parlamentarische Staatsekretär Hartmut Schauerte (CDU) wurde unterdessen von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) beauftragt, Gespräche mit dem Nokia-Management zu führen. Mitarbeiter und Politik hätten einen Anspruch darauf zu erfahren, welche Gründe zu dem Schliessungsentschluss geführt hätten, so Schauerte gegenüber der «Süddeutschen Zeitung».

Zuerst profitieren, dann das Land verlassen

SPD-Landeschefin Hannelore Kraft spricht unterdessen davon, dass ihre Partei gesellschaftlichen Widerstand organisieren müsse und bringt die Idee einer Internet-Kampagne auf, berichtet die Zeitung weiter.

Auch von Seiten der Gewerkschaft wird die geplante Schliessung kritisiert. «Der Standort läuft richtig gut, hier werden Gewinne gemacht», wird Bochums IG-Metall-Chefin und Nokia Aufsichtsratsmitglied Ulrike Kleinebrahm in der «Financial Times Deutschland» zitiert. Grund zur Kritik sieht CDU-Politiker Rüttgers zudem in den Subventionen, die Nokia von Bund und Land seit 1995 erhalten habe.

Nokia eine Subventions-Heuschrecke

Es könne der Eindruck entstehen, dass es sich bei Nokia um so etwas wie eine Subventions-Heuschrecke handele, so Rüttger in der «Süddeutschen». So könne ein Imageschaden auch dadurch entstehen, dass Nokia erst in Deutschland und dann in Rumänien Subventionen erhalte, wo ein neues Werk aufgebaut werden soll. Nokia dementiert jedoch, in Rumänien Subventionen vom Land oder der EU zu erhalten.

80 Mio. Euro Steuergelder kassiert

In Deutschland soll Nokia insgesamt mehr als 80 Mio. Euro erhalten haben, nun will man prüfen, ob ein Teil zurückgefordert werden kann. «Der Standort Deutschland war bislang zumindest im europäischen Kontext attraktiv, da die Lohnstückkosten etwa gegenüber Italien deutlich stärker gesunken sind», so Annemarie Schlüter, Analystin der Hamburger Sparkasse. Aufgrund der laufenden Tarifverhandlungen, bei denen tendenziell höhere Abschlüsse erwartet werden, könne sich dies jedoch ändern.

Schliessungsargumente nicht nachvollziehbar

Nokia hatte am Dienstag bekannt gegeben, sein Werk in Bochum Mitte 2008 schliessen zu wollen. Der Standort sei zu wenig wettbewerbsfähig, begründete das Unternehmen den Beschluss. Selbst Investitionen in die Erneuerung der Anlage könne diese Situation nicht ändern, weshalb die Produktion in wettbewerbsfähigere Regionen Europas verlagert werden soll. «Nokias Argumentation, dass in Deutschland keine Zulieferer vorhanden sind, weshalb Bauteile aus anderen Ländern importiert werden müssen, ist nachvollziehbar», sagt Schlüter.

2'300 Mitarbeiter auf die Strasse setzen

Neben der Handy-Produktion will das Unternehmen auch den Geschäftsbereich Line Fit Automotive Business und die ebenfalls in Bochum angesiedelte Forschungs- und Entwicklungsabteilung Adaption Software verkaufen. Die geplante Schliessung betrifft insgesamt rund 2'300 Mitarbeiter, das Unternehmen will mit den Betroffenen über einen Sozialplan verhandeln. Über eine mögliche Weiterführung des Werkes will man nicht verhandeln.

(li/pte)

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