Deutsche Milchbauern melden rege Beteiligung an Lieferstreik
publiziert: Mittwoch, 28. Mai 2008 / 22:33 Uhr

Berlin - Immer mehr Milchbauern beteiligen sich am Lieferboykott der Molkereien in Deutschland. Auch in den Niederlanden, Belgien und Österreich traten Landwirte aus Protest gegen niedrige Preise in den Ausstand.

Gemäss Hans Foldenauer werden die Milchlieferungen noch weiter zurückgehen.
Gemäss Hans Foldenauer werden die Milchlieferungen noch weiter zurückgehen.
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Am zweiten Tag des Streiks hätten bereits 95 Prozent der rund 32'000 Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) ihre Lieferungen eingestellt, sagte BDM-Sprecher Hans Foldenauer in Berlin.

Die Streikbereitschaft steigt nach Angaben von BDM-Sprecher Foldenauer auch bei Milchbauern, die nicht dem BDM angehören. Dem 1998 gegründeten Verband gehören rund ein Drittel der deutschen Milcherzeuger an, sie produzieren laut BDM rund 45 Prozent der deutschen Milch.

Noch keine Engpässe

«Die Milchlieferungen werden in den kommenden Tagen noch weiter zurückgehen, und das wird sich auch auf die Lieferungen an die Supermärkte auswirken», sagte Foldenauer.

Deutschlands grösster Lebensmitteleinzelhändler Edeka mit landesweit rund 10'000 Supermärkten merkt nach Angaben eines Sprechers aber noch nichts von dem Lieferboykott. «Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten Tagen ausreichend Milch und Milchprodukte in den Regalen haben werden», sagte der Sprecher.

Internationale Beteiligung

In Österreich rief die IG Milch ihre rund 6000 Mitglieder auf, ab sofort nur noch die Hälfte ihrer Milch an die Molkereien zu liefern. Angesichts der «Entschlossenheit» der Milchbauern in Deutschland und anderen europäischen Ländern würden die Regale sich in den kommenden Tagen leeren, sagte der IG-Milch-Vorsitzende Ewald Grünzweil.

In den Niederlanden beteiligten sich nach Angaben des Dachverbandes European Milk Board 60 Prozent der Mitglieder des Milchbauernverbandes an dem Ausstand. Auch in Belgien streikten Landwirte.

(bert/sda)

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