Deutsche-Bank-Chef sorgt sich um den Kapitalismus
publiziert: Donnerstag, 15. Mai 2008 / 18:21 Uhr / aktualisiert: Freitag, 16. Mai 2008 / 09:02 Uhr

St. Gallen - Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, macht sich Sorgen wegen der abnehmenden Akzeptanz des Kapitalismus'. Nach der Finanzkrise sei es nötig, das Vertrauen in das kapitalistische System wieder zu stärken.

Ackermann erinnerte daran, dass ein grosser Teil der Gewinne von Unternehmen jeweils «weggesteuert» werden.
Ackermann erinnerte daran, dass ein grosser Teil der Gewinne von Unternehmen jeweils «weggesteuert» werden.
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Nach Jahrzehnten der Liberalisierung habe sich das Blatt gewendet, konstatierte Ackermann am Donnerstag am 38. St. Gallen Symposium. Der Ruf nach Regulierung nehme wieder zu. Dem gelte es entgegenzuwirken.

Gleichwohl plädierte der Schweizer für ein gemeinsames Vorgehen der Privatwirtschaft, der US-Notenbank Fed und der US-Regierung, um den US-Immobilienmarkt zu stabilisieren. Ziel des erforderlichen Staatseingriffs sei aber nicht, «gierige Banker zu schützen», erklärte Ackermann.

Die Rettung der wegen der Finanzkrise ins Schlingern geratenen US-Investmentbank Bear Stearns mit Hilfe der Notenbank sei richtig gewesen: «Man konnte Bear Stearns nicht bankrott gehen lassen», sagte Ackermann. Mit staatlicher Unterstützung - und damit mit Steuergeldern - sei «Schlimmeres verhindert» worden.

Im Interesse aller

Staatliche Interventionen lägen nicht nur im Interesse der Banken, sondern der Gesellschaft insgesamt. Es gehe darum, den erwirtschafteten Wohlstand zu sichern. Die Kritik, dass Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert würden, greife zu kurz. Ackermann erinnerte daran, dass ein grosser Teil der Gewinne von Unternehmen jeweils «weggesteuert» werden. Zudem sorgten Unternehmen für Arbeitsplätze. Damit profitiere auch die Allgemeinheit direkt, wenn es der Wirtschaft gut gehe und die Unternehmen Gewinne erwirtschafteten.

Ackermann plädierte sodann für die Einsetzung einer Marktüberwachungsgruppe, die Schwächen und riskante Entwicklungen an den Finanzmärkten frühzeitig erkennen soll. Als Präsident des internationalen Bankenverbands (IIF) hatte er diese Idee bereits Anfang April lanciert.

Kritik an Notenbanken

Auf der Suche nach den Ursachen der gegenwärtigen Finanzkrise ging Ackermann auch auf die umstrittenen Verbriefungen von Hypothekarkrediten ein. Diese seien nicht per se schuld an der Krise. Vielmehr dienten sie dazu, Risiken besser zu verteilen. Innovationen auf diesem Gebiet dürften «nicht abgewürgt» werden.

Angesetzt werden müsse ganz am Anfang der Kette: bei der sorgfältigen Überprüfung bei der Kreditwürdigkeit. Es dürfe nicht sein, dass Hypotheken und andere Kredite - wie in den USA geschehen - Leuten gewährt würden, die kein Einkommen und keinen Job hätten.

Zudem kritisierte Ackermann, dass die Notenbanken zu viel Geld ins System gepumpt hätten. Mit einer weniger lockeren Geldpolitik wären die Immobilienblase in den USA und die weltweite Kreditkrise weniger ausgeprägt gewesen.

(li/sda)

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