Der Präsident und der tote General
publiziert: Freitag, 21. Apr 2006 / 11:24 Uhr

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Entweder ist der chinesische Präsident Hu Jinao ein Schlingel. Oder er hat nicht den geringsten Sinn für Ironie. Anders lässt sich sein Gastgeschenk an seinen Kollegen George W. Bush nicht erklären: Eine edle auf Seide gedruckte und gestickte Ausgabe von Sun Tzus Klassiker «Die Kunst des Krieges».

Denn in diesem kleinen Buch steht sehr viel drin, was Bushs momentane Probleme betrifft, ebenso wie sich darin Erklärungen dafür finden, warum China sich so verhält, wie es dies nun macht. Doch vermutlich geht Hu davon aus, dass sein US-Kollege seinem Ruf nachkommt, nicht zu lesen, was er nicht unbedingt lesen muss.

Natürlich ist Sun Tzus Werk schon 2500 Jahre alt und es braucht etwas an Abstraktionsfähigkeit, um viele der aufgeführten Regeln auf heutige Verhältnisse zu übersetzen. Doch einige der Sätze sind sogar ohne neu-Interpretation erschreckend aktuell.

«Eine langwierige militärische Operation war für eine Nation noch nie von Vorteil.»

Ein genauerer Kommentar zum Irak-Krieg war wohl selten zu lesen. Zieht man die momentanen Forderungen von Generälen im Ruhestand nach dem Rücktritt des Verteidigungsministers Rumsfeld in Betracht, weil dieser mit seiner unsinnigen Planung den Irak-Krieg richtig versiebt habe, erlangt auch dieser Satz erstaunliche Aktualität:

«Jene, deren Generäle fähig sind und nicht von ihrer Regierung behindert werden, werden siegen.»

Doch, wie gesagt, auch nicht kriegerische Probleme der USA werden durchaus angesprochen. Wenn China weder auf die Forderungen nach mehr Menschenrechten noch auf jene nach mehr Druck auf den Iran eingeht, dann folgt die chinesische Führung wieder den Ratschlägen des lange toten Generals. Der eigentliche Gegner für China sind die USA, der Iran ist dagegen ein Verbündeter, der gebraucht wird, um den Energiehunger der chinesischen Volkswirtschaft zu stillen. Die USA können dagegen gar nichts grosses gegen China machen: Die Konsumgüterindustrie ist voll und ganz auf den Produktionsgiganten China angewiesen, der das US-Handelsdefizit mit dem Kauf von US-Staatsanleihen gegenfinanziert. So bekämpft China die USA auf den Gebieten wo es Vorteile hat und schwächt sie, indem es den USA nicht bei der Lösung von Konflikten hilft. Dort wo China Schwächen hat, weicht es aus und versucht der Konfrontation, so gut es geht, zu entfliehen. Wohl wissend, dass die US-Wirtschaft gierig auf chinesische Aufträge ist. Seien dies nun Millionen von Windows-Lizenzen oder Boeing-Flugzeuge.

Die Unverfrohrenheit mit der Hu seine Prioritäten demonstrierte, indem er erst mal Wirtschaftsbosse und erst danach den Amtskollegen traf, hat auch einen hohen Symbolgehalt. Scheinbar betrachtet China den Zenit der politischen Macht der USA als überschritten. Und es ist tatsächlich so, das Bush einen erheblichen Forderungskatalog an China hat, ihm aber die Mittel fehlen, diesen durchzusetzen.

«Daher beziehen jene, die den Gegner geschickt zu Bewegungen veranlassen, Stellungen, denen sich der Gegner anpassen muss; sie bieten dem Gegner etwas, was er mit Gewissheit annehmen wird.»

Chinas Aspirationen sind klar: Es will zur neuen bestimmenden Weltmacht aufsteigen. Nicht neben, sondern über den USA. Die Probleme auf dem Weg dorthin sind noch gigantisch. Umweltschutz, Menschenrechte, ökologische Probleme, flagrante Patentrechts-Verletzungen, die Gefahr einer überhitzenden Wirtschaft sind alles Hindernisse und Risiken, die den Aufstieg bremsen oder das Land auf seinem Weg gar stolpern lassen könnten. Trotzdem lockt China den Westen fast unwiderstehlich. Es fliesst nicht nur Geld für Konsumgüter in das Reich der Mitte, auch Investitionen gigantischer Grösse werden getätigt. Es ist jetzt vermutlich schon so weit, dass durch die Einbindung des Westens in China und umgekehrt der Westen bei einer Krise in China alles machen würde, ja müsste, um das Land vor einem Kollaps zu schützen. Und wenn das Land nicht kollabiert, dann wird es an die Spitze kommen; wenn es sein muss mit der Unterstützung jener, die es schlagen will.

Vielleicht sollte Bush mal in dem seidenen Buch blättern, ein aufschlussreicheres Geschenk hat er vermutlich noch von keinem anderen Staatsgast bekommen.

(Patrik Etschmayer/news.ch)

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