Der Post-Chef in der Kritik
publiziert: Mittwoch, 6. Jan 2010 / 14:15 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 6. Jan 2010 / 17:47 Uhr

Bern - Post-Verwaltungsratspräsident Claude Béglé müsse nun endlich seine Auslandstrategie klar vorstellen, fordern Mitglieder der Fernmeldekommissionen beider Räte. Ausserdem müsse er Ordnung in sein Gremium bringen. Wie der VR heute funktioniere, sei inakzeptabel.

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Kritik am Post-Chef Claude Béglé.
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«Der Verwaltungsratspräsident muss sein Gremium im Griff haben», sagte Markus Hutter (FDP/ZH), Vizepräsident der nationalrätlichen Fernmeldekommission, der SDA. Was im Moment im VR ablaufe, sei nicht akzeptabel. Wenn ein Gremium so auseinanderfalle, sei das «sicher ein Fehler vor allem des Präsidenten».

Hutter ortet das Problem im Fehlen einer klaren Kommunikationsstrategie im VR. Dass Béglé via Medien informiert, ohne sich vorher mit dem VR abzusprechen, ärgert auch Nationalrat Christian Levrat (SP/FR). Bundesrat Moritz Leuenberger müsse ein ernsthaftes Gespräch führen mit Béglé, forderte der SP-Präsident.

Am Dienstag kündigte der Verwaltungsrat Wolfgang Werlé seinen sofortigen Rücktritt aus dem Gremium an. Wie schon Rudolf Hug gab Werlé als Grund «unterschiedliche Auffassungen» mit Béglé an. Mit der gleichen Begründung hatte der VR im Dezember bereits Konzernchef Michel Kunz abgesetzt.

Es muss gehandelt werden

Das UVEK hat bereits angekündigt, hinsichtlich der ordentlichen Erneuerungswahlen des VR dessen Zusammensetzung grundsätzlich zu überdenken. Dabei werde Béglé genauso wie alle anderen VR-Mitglieder unter die Lupe genommen, sagte ein Sprecher.

«Es muss gehandelt werden», sagte Peter Heiri von der Gewerkschaft transfair gegenüber der SDA. Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) müsse der Post nun strategische Vorgaben machen. Hinter diese müsse sich Béglé dann stellen.

«Die Chefetage soll sich zusammenraufen, und die Verantwortung liegt beim UVEK», sagte auch Fritz Gurtner, Vizepräsident der Gewerkschaft Kommunikation. Machtspiele müssten unterbunden werden. Gerade jetzt, während der Diskussion um die Liberalisierung des Postmarkts, dürfe die Post nicht zum Spielball der Politik werden.

 

(fkl/sda)

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