Der Euro-Rettungsschirm ist aufgespannt
publiziert: Montag, 8. Okt 2012 / 17:00 Uhr
Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker: «Der Europäische Stabilitätsmechanismus ist gegründet».
Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker: «Der Europäische Stabilitätsmechanismus ist gegründet».

Luxemburg/Brüssel - Mit drei Monaten Verspätung wird in der Euro-Zone der neue Euro-Schutzwall hochgezogen: Die 17 Euro-Finanzminister setzten am Montag in Luxemburg den dauerhaften Euro-Rettungsschirm (ESM) in Kraft.

9 Meldungen im Zusammenhang
«Der Europäische Stabilitätsmechanismus ist gegründet», sagte Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker nach der Verabschiedung der Protokolle. Bei der konstituierenden Sitzung verabschiedeten die Minister die Satzung und bestellten das Direktorium. Wesentliche Entscheide trifft künftig ein Gouverneursrat, der sich aus den Finanzministern der 17 Euro-Staaten zusammensetzt.

Von einem «sehr wichtigen Instrument, das nur mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vergleichbar ist», sprach EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. «Vor einigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, einen Schutzmechanismus von solcher Grösse zu erwägen.»

Mit bis zu 500 Milliarden Euro soll der ESM Krisenstaaten vor der Pleite schützen. Der neue Euro-Rettungsschirm wird letztlich mit 700 Milliarden Euro Stammkapital ausgerüstet sein.

Wichtiger «Feuerlöscher»

Der ESM sei «ein wichtiges Element im Werkzeugkasten der EU und der Euro-Zone, mit dem wir die Marktsituation - wenn nötig - stabilisieren können», sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn. Er betonte aber auch, dass die betroffenen Länder ihre Sparprogramme umsetzen und Strukturreformen vorantreiben müssten.

Der neue Topf mit Hilfsgeldern belege, dass die Währungsgemeinschaft mit ihrer Stabilisierung Schritt für Schritt vorankomme, sagte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble. Seine österreichische Amtskollegin Maria Fekter erklärte, mit dem ESM habe man einen Mechanismus gefunden, mit dem «wir Schwierigkeiten im Hinblick auf Staaten auch managen können».

Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden nannte den ESM einen «Feuerlöscher». Allerdings bleibe die Situation schwierig. Euro-Gruppenchef Juncker warnte davor, dass durch den ESM nun nicht einfach alle Probleme gelöst seien. «Die schwächeren Euro-Staaten müssen weitere Anstrengungen unternehmen», sagte Juncker.

Eigentlich hätte der ESM schon im August installiert werden sollen. Eilanträge beim deutschen Bundesverfassungsgericht sorgten für die Verzögerung. Am 12. September billigte das Gericht dann den Rettungsschirm unter Auflagen.

ESM-Chef Regling

Künftiger ESM-Chef ist der deutsche Finanzfachmann Klaus Regling. Der 61-Jährige steht bereits seit Juli 2010 an der Spitze des ESM-Vorgängers, des befristeten Euro-Rettungsschirms EFSF.

Im Kampf gegen die Schuldenkrise hält Regling mehr als die Hälfte des Weges für geschafft: «Die Krise ist noch nicht vorbei. Aber wir haben mehr als die Hälfte des Weges bei den nationalen Anpassungslasten geschafft», sagte er am Wochenende in Interviews.

Dennoch sind laut Regling weitere Einschnitte in den hoch verschuldeten Euro-Ländern erforderlich. «Meine grösste Sorge ist, dass einige Krisenländer nicht die politische Kraft haben, den schmerzhaften, aber wirksamen Reformkurs bis zum Ende durchzuhalten. Das wäre ein Katastrophe.»

Euro-Sorgenkinder

Im Anschluss an die Gründungssitzung für den ESM wollten die 17 Euro-Finanzminister in der Euro-Gruppe über die Lage in Griechenland und in Spanien, den derzeit grössten Sorgenkindern beraten. Mit Entscheiden wurde nicht gerechnet.

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Luxemburg - Das oberste EU-Gericht billigt den neuen europäischen Rettungsschirm ESM. Der ständige Fonds für Euro-Staaten in ... mehr lesen
Das Gericht wies die Klage des irischen Parlamentsabgeordneten Thomas Pringle zurück. (Symbolbild)
Tokio - Der Internationale Währungsfonds (IWF) arbeitet nach den Worten seiner ... mehr lesen
Der IWF gibt sich alle Mühe um Griechenland zu retten.
Berlin/Athen - Der Griechenland-Besuch der deutschen Kanzlerin Angela Merkel am Dienstag ist nach Angaben der ... mehr lesen
Der zentrale Syntagma-Platz vor dem griechischen Parlament wird für den Verkehr gesperrt.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Brüssel/Berlin - Der ständige Krisenfonds für schuldengeplagte Eurostaaten (ESM) könnte über einen «Finanzhebel» deutlich schlagkräftiger werden. Ein Sprecher der EU-Kommission bestätigte am Montag, dass über entsprechende Möglichkeiten diskutiert werde. mehr lesen 
Berlin - Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel bremst beim Aufbau einer neuen europäischen Bankenaufsicht und fordert von den ... mehr lesen
Bundeskanzlerin Angela Merkel möchte keinen Schnellschuss beim Aufbau der Bankenaufsichtsbehörde.
Die letzten Hindernisse wurden weggeräumt. (Symbolbild)
Karlsruhe - Die Euro-Rettung bleibt ... mehr lesen
Die Krise traf die Kinder und Jugendlichen auch sonst hart. (Symbolbild)
Die Krise traf die Kinder und Jugendlichen auch sonst ...
Kinder der Industrieländer  Genf/Rom - Die Finanzkrise hat seit 2008 auch in Industrieländern zahlreiche Kinder in die Armut gestürzt. Laut einem Bericht des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF ist in 23 von 41 Industrieländern die Zahl der Kinder, die in Armut leben, angestiegen. 
25 Grossbanken scheitern beim Stresstest der EZB Frankfurt - Neun italienische Banken und damit so viele wie in keinem anderen Land sind bei den Tests ...
Weniger dahinter als erhofft.
Titel Forum Teaser
  • HeinrichFrei aus Zürich 347
    Korrektur: CH-Gold lagert nicht in USA, wie ich schrieb Das Gold der Schweiz wird nicht in den USA aufbewahrt, wie ich schrieb. ... heute 07:39
  • HeinrichFrei aus Zürich 347
    Gold in Bunkern der Schweiz lagern, nicht mehr in den USA Wenn sogar die SVP die Nein-Parole zu der Goldinitiative ausgegeben ... gestern 22:12
  • tigerkralle aus Winznau 102
    Täglich Täglich eine Hiobsbotschaft von den Schweizer Banken .Da gibt des ... gestern 09:58
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2540
    Wann... hat man beim "World Economic Forum (WEF)" das letzte Mal nachgesehen, ... Di, 28.10.14 16:09
  • tigerkralle aus Winznau 102
    Am Pranger Das ist sehr beschämend , wo die UBS überall am Pranger steht .In ... Di, 28.10.14 08:54
  • LinusLuchs aus Basel 39
    Höchst demokratiefeindlich Der Leistungsauftrag der SRG hat in unserer Demokratie eine ... Do, 23.10.14 15:07
  • tigerkralle aus Winznau 102
    Ecopop löst keine Probleme Frau Sommaruga , Ecopop löst sicher nicht alle Problehme , aber Sie ... Di, 14.10.14 13:04
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2540
    Dass... die Chinesen die lachenden Dritten im Bunde sein werden, war schon ... Mo, 13.10.14 17:33
Es ist wichtig, den richtigen Umgang mit den eigenen Daten zu lernen.
Startup News Eigene Daten richtig schützen - Methoden und Programme zum Datenschutz Das Internet hat die wichtigsten Bereiche des alltäglichen Lebens übernommen, sei es Online Banking, Familienerinnerungen, soziales ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
MAKE UP BAR GENEVE Logo
28.10.2014
SIGEF
Social Innovation and Global Ethics Forum Logo
28.10.2014
27.10.2014
KANZLEI + Logo
27.10.2014
Le TIGRE Logo
27.10.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 8°C 12°C sonnig und wolkenlos leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Basel 4°C 14°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
St.Gallen 4°C 12°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Bern 3°C 15°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Luzern 6°C 14°C nebelig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 5°C 16°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Lugano 7°C 16°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten