Unabsehbare Gefahren
Der Bundesrat warnt vor Vollgeld-Initiative
publiziert: Mittwoch, 24. Feb 2016 / 13:56 Uhr
Die Vollgeld-Initiative laufe der bisherigen Strategie des Bundesrats zuwider. (Symbolbild)
Die Vollgeld-Initiative laufe der bisherigen Strategie des Bundesrats zuwider. (Symbolbild)

Bern - Der Bundesrat lehnt die sogenannte Vollgeld-Initiative ab, die der Nationalbank ein Monopol für die Ausgabe von Buchgeld geben will. Er warnt vor unabsehbaren Gefahren für den Finanzsektor und für die gesamte Volkswirtschaft.

3 Meldungen im Zusammenhang
Die im Dezember mit 110'955 gültigen Unterschriften eingereichte Volksinitiative trägt den Titel «Für krisensicheres Geld: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank! (Vollgeld-Initiative)». Hinter dem Begehren steht der Verein Monetäre Modernisierung (MoMo).

Fiktives Geld

Im heutigen System schaffen Banken dauernd neues, eigenes fiktives Geld, sogenanntes Buchgeld, indem sie Kredite vergeben - und sie können das praktisch beliebig tun. Buchgeld existiert nur elektronisch, erweitert aber die umlaufende Geldmenge. Sobald ein Kredit zurückgezahlt ist, ist das Geld wieder verschwunden.

Buchgeld kann aber auch für Spekulation eingesetzt werden. Rund vier Fünftel des von Banken geschaffenen Geldes fliesse in die Finanzmärkte und nur ein Fünftel in die Realwirtschaft, schreibt das Initiativkomitee. Mit einer Vollgeldreform könnten Banken nicht mehr «übermässig Geld herstellen», und das verhindere Finanzblasen.

Der Bundesrat meldet dazu Bedenken an. Der von der Initiative versprochene Schutz von Kontoinhabern vor finanziellen Problemen der Banken könne nur zum Teil erreicht werden, schrieb die Eidgenössische Finanzverwaltung am Mittwoch. Banken würden nicht vor Liquiditäts- und Solvenzproblemen gewahrt.

Geldpolitische Handlungsfähigkeit gefährdet

Die Landesregierung möchte deshalb bei ihrer bisherigen Strategie für einen stabilen Finanzplatz bleiben. Mit den Anpassungen an das verschärfte Kapitalregelwerk «Basel III» und den Vorschriften für systemrelevante Finanzinstitute seien bedeutende Fortschritte erzielt worden, hiess es dazu in der Mitteilung.

Dem von der Nationalbank in Umlauf gesetzten Geld stehen in der Bilanz Devisenreserven und Gold gegenüber. Würde das Geld, wie es die Initianten fordern, durch Übertragung an die öffentliche Hand oder die Bevölkerung in Umlauf gesetzt, könnte das Vertrauen in dessen Werthaltigkeit des Geldes schwinden.

Folgen haben könnte dies laut der Mitteilung für die geldpolitische Handlungsfähigkeit der Nationalbank - und das wiederum könnte die Sicherstellung von stabilen Preisen erschweren, wie es in der Mitteilung heisst. Die Nationalbank hat den Auftrag, für Preisstabilität zu sorgen.

Verzicht auf Gegenentwurf

Keine moderne Volkswirtschaft habe bisher zu einem Vollreserve- oder Vollgeldsystem gewechselt, argumentiert der Bundesrat zudem. Ein Alleingang würde die Stellung des Finanzplatzes Schweiz gefährden, durch Rechtsunsicherheiten und Wettbewerbsnachteile für in der Schweiz tätige Finanzinstitute. Dies könnte Auswirkungen auf die Vergabe von Krediten haben.

Der Bundesrat bestellte beim Finanzdepartement eine Botschaft ans Parlament. Auf einen direkten oder indirekten Gegenentwurf verzichtet er. Die Initiative laufe seiner bisherigen Strategie für den Finanzplatz grundsätzlich zuwider, begründete er dies.

(arc/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Der Verein Monetäre Modernisierung (MoMo) hat am Dienstag bei der ... mehr lesen
Im heutigen System schaffen Banken dauernd neues, eigenes fiktives Geld, indem sie Kredite vergeben.
Bern - Die Initianten der ... mehr lesen 1
Hohes Verlustrisiko aufgrund der hohen Volatilität.
Hohes Verlustrisiko aufgrund der hohen Volatilität.
Trends für 2019  Geht es um Trends der digitalen Devisen für 2019, rangiert der Bitcoin ganz vorn. Auch Ethereum, Bitcoin Cash und Ripple stehen hoch im Kurs. mehr lesen 
Konto auf Bahamas aufgegeben  Buenos Aires - Der argentinische Präsident Mauricio Macri will sein auf den Bahamas geparktes Geld nun in Staatsanleihen in der Heimat investieren. Er habe den Verwalter des Kontos ... mehr lesen
1,2 Millionen US-Dollar wurden nach Argentinien überwiesen.
Senn war sechs Jahre lang Zurich-Chef.
Fassungslos und tief erschüttert  Zürich - Der ehemalige Zurich-Chef Martin Senn hat sich das Leben genommen. Er wurde 59 Jahre alt. Für den Konzern ist es bereits der zweite Suizid eines hochrangigen Managers innert ... mehr lesen  
Geldpolitische Straffung  Washington - US-Notenbankchefin Janet Yellen hat die Märkte auf eine baldige Zinserhöhung vorbereitet. Wahrscheinlich sei eine geldpolitische Straffung «in den kommenden Monaten angemessen», sagte Yellen am Freitag in Cambridge. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
.
Green Investment news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
EasyGov am Laptop
Startup News EasyGov.swiss vereinfacht die nötigen Behördengänge Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) baut den Online-Schalter für Unterneh-men EasyGov.swiss bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr aus. Mit ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
News
         
Reanimation
Publinews Erste Hilfe am Arbeitsplatz  Was tun Sie, wenn Ihr Kollege keine Luft mehr bekommt? Und damit meinen wir nicht (nur) ... mehr lesen
Für Arbeitgeber ergibt sich mit dem Home Office ein wichtiger Vorzug.
Publinews    Die Arbeit beansprucht nach Abschluss der Ausbildung oder des Studiums einen grossen Teil unseres Lebens, weshalb es für ... mehr lesen
Es bestehen aktuell eine Vielzahl an Überweisungsmöglichkeiten, so auch via Mobiltelefon und Bank- oder Kreditkartenkonten.
Publinews Geldüberweisungen  Während das Internet und andere technische Fortschritte die Grenzen der geografischen Distanz überwunden haben, haben immer mehr Länder ihre Türen für den ... mehr lesen
Schweisser
Publinews Beim Schweissen werden zwei oder mehr Werkstücke dauerhaft miteinander verbunden. Gemäss den Definitionen EN 14610 und DIN 1910-100 ist das Schweissen das ... mehr lesen
Viele spannende Möglichkeiten, ein Start-up zu finanzieren. Am Ende kommt es ganz wesentlich auf zwei Dinge an: Sich nicht entmutigen zu lassen und immer wieder nach neuen Lösungen suchen.
Publinews Die beste Idee nutzt nicht viel, wenn kein Kapital vorhanden ist, um sie umzusetzen. Start-ups stehen in der Beliebtheitsskala der Banken jedoch nicht gerade ... mehr lesen
Schlüsseldienste versprechen bei einer Aussperrung schnelle und kompetente Hilfe.
Publinews Binnen weniger Sekunden ist es passiert: Die Tür fällt hinter Ihnen ins Schloss, und der Schlüssel befindet sich im Inneren des Hauses. ... mehr lesen
Eine Haustür kann mit Zusatzschlössern, Querriegeln und Schutzbeschlägen nachgerüstet werden.
Publinews Nach dem Erwerb einer Immobilie ist eine Bestandsaufnahme sinnvoll, um zu ermitteln, ob Sanierungsbedarf vorhanden ist. Für die betroffenen ... mehr lesen
Weltweite Einsetzbarkeit, hohe und bargeldlose Zahlungssicherheit - die Kreditkarte überzeugt seit jeher mit vielseitigen Vorteilen.
Publinews Immer häufiger kommt sie in Alltag, Urlaub oder bei der Arbeit zum Einsatz. Kein Wunder, denn sie bietet eine Vielzahl an Leistungen und Extras. Die Kreditkarte existiert ... mehr lesen
Wer sich als Unternehmen der Online-Welt verschliesst, der grenzt damit auch wichtige Kunden und Absatzkanäle aus.
Publinews Dass sich grosse Unternehmen es sich nicht nehmen lassen, umfangreichen Online-Aktivitäten nachzugehen, ist heute selbstverständlich. Kleinere und mittlere Unternehmen, ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
C+POD Logo
17.02.2020
Notsore Plus Logo
17.02.2020
9T LABS Logo
17.02.2020
Pelarex Logo
17.02.2020
Colinfant Logo
17.02.2020
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 3°C 8°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Basel 4°C 9°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
St. Gallen 3°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen freundlich
Bern 3°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen sonnig
Luzern 3°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen freundlich
Genf 4°C 10°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen sonnig
Lugano 0°C 16°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten