Schweiz in Zeiten des Terrors
Das schreiben die Sonntagszeitungen
publiziert: Sonntag, 27. Mrz 2016 / 08:32 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 27. Mrz 2016 / 08:49 Uhr
«SonntagsZeitung»/«Schweiz am Sonntag»: Sicherheitsdirektor Pierre Maudet fordert nach den Anschlägen in Brüssel eine öffentliche Debatte über Sicherheit und Persönlichkeitsrechte: «Wir sind in der Schweiz blind und taub.»
«SonntagsZeitung»/«Schweiz am Sonntag»: Sicherheitsdirektor Pierre Maudet fordert nach den Anschlägen in Brüssel eine öffentliche Debatte über Sicherheit und Persönlichkeitsrechte: «Wir sind in der Schweiz blind und taub.»

Bern - Die Schlagzeilen der Sonntagspresse:

7 Meldungen im Zusammenhang
«NZZ am Sonntag»:

Schweizer Sicherheitspolitiker wollen dem Nachrichtendienst des Bundes (NDB) mehr Befugnisse erteilen. «Brüssel hat gezeigt, dass die Bedrohung durch Terrorismus real ist. Der Bundesrat muss nun prüfen, ob er für den Nachrichtendienst per Notrecht mehr Kompetenzen einführen kann», sagte die Luzerner CVP-Nationalrätin Ida Glanzmann-Hunkeler der «NZZ am Sonntag». Die Mehrheit der Parlamentarier ist sich einig, dass die bestehenden Gesetzesgrundlagen für den Nachrichtendienst ungenügend sind. National- und Ständerat haben im letzten September einem neuen Nachrichtendienstgesetz zugestimmt, dagegen wurde erfolgreich das Referendum ergriffen. Das neue Gesetz sieht vor, dass der NDB Verdächtige auch in privaten Gebäuden überwachen darf. Mit der bestehenden Regelung verfüge der NDB nur über verhältnismässig wenige Daten und sei deshalb auf Daten von ausländischen Nachrichtendiensten angewiesen, sagte die Aargauer FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger. Dadurch verfüge er über schlechte Karten an der «internationalen Tauschbörse der Geheimdienste».

«SonntagsZeitung»/«Schweiz am Sonntag»:

Der Genfer Sicherheitsdirektor Pierre Maudet (FDP) fordert nach den Anschlägen in Brüssel eine öffentliche Debatte über Sicherheit und Persönlichkeitsrechte. «Wir sind in der Schweiz blind und taub», sagte er gegenüber der «SonntagsZeitung» und der «Schweiz am Sonntag». «Auf Ebene des Bundes spürt man eine gewisse Zurückhaltung, den Ernst der Situation anzuerkennen.» Der Schweizer Nachrichtendienst habe «europaweit wohl einzigartig» wenig Kompetenzen. Das neue Nachrichtendienstgesetz sei «die absolute Minimalvariante». Es fehle ein dauerhaftes nationales Konzept, das auch die Armee einschliesse. «Wir können uns nicht als geschützte Insel betrachten», so Maudet. Auch international müsse der Informationsaustausch verstärkt werden. Hier funktioniere längst nicht alles optimal.

«SonntagsBlick»:

Der Schweizer Kardinal Kurt Koch fordert im Lichte der jüngsten Terroranschläge, dass «in der Öffentlichkeit neu über Religion nachgedacht werden» müsse. Die Verknüpfung von Religion und Gewalt sei «eine Perversion von Religion, und das wiederum ist ein Thema, das intensiv öffentlich besprochen werden muss», sagte Koch in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Er sieht die Gesellschaft, die Religion «kaum mehr in der Öffentlichkeit diskutiert», diesbezüglich vor einer grossen Herausforderung: «Eine Gesellschaft, die Religion in den Privatbereich abdrängt, ist letztlich der Aufgabe, mit den Muslimen einen Dialog über Religion zu führen, nicht gewachsen.»

«NZZ am Sonntag»:

Die Sistierung der Beschaffung eines neuen Flugabwehrsystemes für die Schweizer Armee könnte rechtliche und finanzielle Folgen für das Verteidigungsdepartement VBS haben. Denn im Vertrag mit der Generalunternehmerin Thales Suisse sei keine Klausel für einen Aufschub vorgesehen sondern lediglich für einen Abbruch des BODLUV-Projekts, meldet die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf eine gut informierte Quelle. Das VBS befürchte nun, für Evaluationskosten zwischen 16 und 19 Millionen Franken belangt zu werden. Thales habe für das Projekt bis zu 30 Personen angestellt. Am letzten Dienstag hatte VBS-Vorsteher Guy Parmelin das Beschaffungsprojekt einer bodengestützten Luftabwehr vorerst gestoppt, bis eine Übersicht über die gesamte Luftverteidigung vorliegt.

«SonntagsBlick»:

Die Zahl der Anzeigen wegen Beschimpfung ist in den letzten Jahren stetig angestiegen. Das geht aus der neue Kriminalstatistik des Bundes hervor, wie der «SonntagsBlick» berichtet. Waren es 2010 noch 4996 Beschuldigte, wuchs die Zahl bis 2015 um 58 Prozent auf 7873 Fälle. Mit dem neuen Strafprozessrecht leitet die Staatsanwaltschaft seit 2011 eine Untersuchung ein, wenn eine Anzeige wegen Beschimpfung eingeht. Der Beschädigte muss die Beweise nicht mehr selber zusammentragen. Zudem ist es dank sozialer Netzwerke und Kommentarfunktionen auf Internet-Plattformen einfacher geworden, eine Beleidigung nachzuweisen.

«Zentralschweiz am Sonntag»:

Die 30 wertvollsten Unternehmen an der Schweizer Börse haben 2015 rund eine Milliarde Franken mehr Dividenden ausgeschüttet als im Vorjahr. Laut Berechnungen der «Zentralschweiz am Sonntag» beläuft sich die Summe auf 40,6 Milliarden Franken, das ist eine Steigerung um 2,6 Prozent. Im vergangen Jahr mussten viele Unternehmen wechselkursbedingte Gewinneinbussen hinnehmen. Die Bezüge der Konzernchefs beliefen sich insgesamt auf knapp 197 Millionen Franken oder rund 6,6 Millionen Franken pro Kopf.

«NZZ am Sonntag»/«SonntagsZeitung»:

Die Milchverarbeiterin Emmi wird in Luzern und Zürich erstmals eigene Läden eröffnen. In den sogenannten «Yobars» werden etwa frisch gemixten Joghurts, Getränke und Salat mit Joghurtsauce verkauft, wie die «NZZ am Sonntag» und die «SonntagsZeitung» berichten. Pro Standort würden drei bis vier Personen angestellt. Nach einer Testphase sei von der Expansion bis zum kompletten Ausstieg alles möglich.

«Zentralschweiz am Sonntag»/«Ostschweiz am Sonntag»:

Der Bundesrat möchte den Spielbanken entgegenkommen und ihnen auch Online-Spiele erlauben. So steht es im neuen Geldspielgesetz, das derzeit bei der Rechtskommission des Ständerates in Beratung ist. «Parallel dazu sieht der Entwurf des neuen Gesetzes die Möglichkeit vor, dass man Internetadressen illegaler Angebote au dem Ausland blockieren kann», sagte Martin Dumermuth, Direktor des Bundesamts für Justiz, im Interview mit den Zeitungen «Zentralschweiz am Sonntag» und «Ostschweiz am Sonntag». Im Gegenzug sollen Pokerturniere ausserhalb der Spielbanken «unter genau definierten Bedingungen» legal werden. Seit 2007 sind die Umsätze der Casinos und damit die Abgaben an AHV und Kantone um 40 Prozent geschrumpft.

«Le Matin Dimanche»:

Die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» des Egerkinger Komitees spaltet das Lager der Frauenrechtlerinnen, die sich klar gegen Burkas stellen. Laut «Le Matin Dimanche» will etwa die Waadtländer SP-Nationalrätin Ada Marra, gegen die Initiative stimmen, sollte sie denn vors Volk kommen. Es handle sich um «politische Instrumentalisierung zur Stigmatisierung der muslimischen Gemeinschaft», sagte auch SP-Ständerätin Géraldine Savary VD. Die knapp hundert Burka-Trägerinnen seien kein Problem in der Schweiz.

(asu/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Sicherheitsdirektor Pierre Maudet: Der Schweizer Nachrichtendienst (NDB) habe europaweit einzigartig wenig Kompetenzen. (Archivbild)
Bern - Nach den Terroranschlägen in ... mehr lesen
Bern - Armeechef André Blattmann ... mehr lesen
André Blattmann nach einvernehmlicher Auflösung des Arbeitsverhältnis.
Am Flughafen Zürich lief der Betrieb nach den Anschlägen vorerst normal.
Zürich/Frankfurt - Nach den Explosionen auf dem Flughafen Zaventem in Brüssel haben andere Flughäfen in europäischen Städten ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Doch auch in ... mehr lesen
Bern - 22 Personen sind im vergangenen Jahr vom Nachrichtendienst des Bundes ... mehr lesen
Gemäss dem Bericht wurden neun Personen, die ein Asylgesuch eingereicht hatten, als ein mögliches Sicherheitsrisiko für die Schweiz eingeschätzt. (Symbolbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Die Initiative verbietet Burka im öffentlichen Raum.
Bern - Die Burka-Gegner können mit der Unterschriftensammlung für ihre Initiative beginnen. Die Bundeskanzlei hat die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» ... mehr lesen 2
Das Schweizer Satiremagazin. Mit uns haben Sie gut lachen.
Private Radio- und Fernsehveranstalter werden mit 30 Millionen Franken aus der Radio- und Fernsehabgabe direkt unterstützt.
Private Radio- und Fernsehveranstalter werden mit 30 ...
57.5 Millionen Franken für entgangene Werbeeinnahmen  Bern - Die Coronavirus-Pandemie trifft die Medien hart. Ihre Werbeeinnahmen sind bereits drastisch gesunken. Aufgrund der besonderen Bedeutung der Medien für die Demokratie hat das Parlament in der ausserordentlichen Session breit abgestützte Motionen überwiesen, um finanzielle Soforthilfe im Umfang von 57.5 Millionen Franken zu leisten. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 20. Mai 2020 zwei entsprechende Notverordnungen verabschiedet. mehr lesen 
Auch die Online Medien sollen profitieren  Bern - Die Medien sind für unsere direkte Demokratie von zentraler Bedeutung. Sie informieren die Bevölkerung und ermöglichen dadurch wichtige Debatten. Sinkende Erträge machen ihnen jedoch zu schaffen. Um die Rahmenbedingungen für die Medien zu verbessern und ein vielfältiges Angebot in den Regionen zu fördern, hat der Bundesrat beschlossen, die Medien mit einem Massnahmenpaket zu unterstützen. An seiner Sitzung vom 29. April 2020 hat er die Botschaft an das Parlament verabschiedet. Neben einem Ausbau der indirekten Presseförderung sieht der Bundesrat eine Unterstützung von Online-Medien sowie allgemeine Massnahmen zugunsten der elektronischen Medien vor. Die Unabhängigkeit der Medien bleibt gewahrt. mehr lesen  
Publinews Köche, Bauern und der Bachelor finden ein neues Zuhause: Dominik Kaiser verkauft 3 plus an CH Media - jetzt der grösste private TV-Anbieter in der Schweiz. Die Übernahme ... mehr lesen  
Axel Wüstmann, Dominik Kaiser & Peter Wanner.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
.
Green Investment news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
EasyGov am Laptop
Startup News EasyGov.swiss vereinfacht die nötigen Behördengänge Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) baut den Online-Schalter für Unterneh-men EasyGov.swiss bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr aus. Mit ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
News
         
Extrakte, die einen hohen Reinheitswert aufweisen, sind bei Konsumenten beliebt.
Publinews Heute bekommt man praktisch sämtliche CBD Produkte im Fachhandel. Im Internet hat der Trend begonnen und der Fachhandel ist schnell ... mehr lesen
Der Rheinfall - eine einzigartige Erfahrung.
Publinews Die Schweiz wird oft als ein unparteiisches Land assoziiert. Neben einigen Wintersportaktivitäten und der Hauptstadt gibt es jedoch nur wenig, das die Gesellschaft als ... mehr lesen
Von Zuhause aus gründen.
Publinews Gratis  Aussergewöhnliche Zeiten erfordern aussergewöhnliche Menschen. Heute und morgen sind mutige Macher/innen gefragt. Mehr denn je. mehr lesen
Geben Sie den Tram eines neuen Autos nicht auf.
Publinews Wenn der Kauf eines neuen Autos ansteht, müssen zuerst einige Fragen geklärt werden. Neben Modell, Marke, Ausstattung sowie ... mehr lesen
Reanimation
Publinews Erste Hilfe am Arbeitsplatz  Was tun Sie, wenn Ihr Kollege keine Luft mehr bekommt? Und damit meinen wir nicht (nur) ... mehr lesen
Für Arbeitgeber ergibt sich mit dem Home Office ein wichtiger Vorzug.
Publinews    Die Arbeit beansprucht nach Abschluss der Ausbildung oder des Studiums einen grossen Teil unseres Lebens, weshalb es für ... mehr lesen
Es bestehen aktuell eine Vielzahl an Überweisungsmöglichkeiten, so auch via Mobiltelefon und Bank- oder Kreditkartenkonten.
Publinews Geldüberweisungen  Während das Internet und andere technische Fortschritte die Grenzen der geografischen Distanz überwunden haben, haben immer mehr Länder ihre Türen für den ... mehr lesen
Schweisser
Publinews Beim Schweissen werden zwei oder mehr Werkstücke dauerhaft miteinander verbunden. Gemäss den Definitionen EN 14610 und DIN 1910-100 ist das Schweissen das ... mehr lesen
Viele spannende Möglichkeiten, ein Start-up zu finanzieren. Am Ende kommt es ganz wesentlich auf zwei Dinge an: Sich nicht entmutigen zu lassen und immer wieder nach neuen Lösungen suchen.
Publinews Die beste Idee nutzt nicht viel, wenn kein Kapital vorhanden ist, um sie umzusetzen. Start-ups stehen in der Beliebtheitsskala der Banken jedoch nicht gerade ... mehr lesen
Schlüsseldienste versprechen bei einer Aussperrung schnelle und kompetente Hilfe.
Publinews Binnen weniger Sekunden ist es passiert: Die Tür fällt hinter Ihnen ins Schloss, und der Schlüssel befindet sich im Inneren des Hauses. ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
NCZC Sàrl Logo
28.05.2020
28.05.2020
28.05.2020
28.05.2020
brandbuch Logo
28.05.2020
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 9°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel 9°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
St. Gallen 7°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Bern 8°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Luzern 10°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 12°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Lugano 16°C 23°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten