Das Internet als Speicherplatz
publiziert: Freitag, 14. Okt 2005 / 20:36 Uhr

Kangoo, der dezentrale Internetspeicher von zwei ETH-Informatikern macht die eigene Foto-, Musik- und Videosammlung und auch jene von Freunden jederzeit auf Computer, Handy und PDA verfügbar.

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Das erste Foto, das die beiden ETH-Studenten Dominik Grolimund und Luzius Meisser über ihren dezentralen Internetspeicher (Kangoo) teilen konnten, stammt von ihrem ersten Betriebsausflug auf dem Rigi. Dort haben die beiden auch den Businessplan geschrieben.
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Statt Wandschränke und Gestelle werden heute Festplatten mit Fotos, Musik und Videos gefüllt. Die Datenflut wächst. Und mit ihr auch das Bedürfnis, diese Dateien mit Freunden zu teilen. Die beiden ETH-Informatiker Dominik Grolimund und Luzius Meisser entwickeln einen dezentralen Internetspeicher, auf den die Benutzer jederzeit mit Computer, Handy und PDA zugreifen können. Bis in 3 Jahren sollen weltweit mehr als 10 Millionen Leute diesen Internetspeicher täglich benutzen, so die Vision der beiden Studenten.

Kennengelernt haben sie sich in einem Austauschsemester in Holland. Im Herbst 2004 wählten die Jungunternehmer für Ihre Semester- und Masterarbeit ein Projekt, das nicht nur professorale Kriterien erfüllt, sondern auch in ein marktfähiges und Erfolg versprechendes Produkt umgewandelt werden kann. Das Ziel: Die aktuelle Forschung im Distributed Systems Bereich in die reale Welt holen. Im Gegensatz zu Konkurrenten mit gleichem technischem Hintergrund liegt der Fokus denn auch nicht nur auf dem typisch akademischen Ansatz, theoretische Probleme möglichst elegant zu lösen. Grolimund und Meisser wollen sich viel mehr auch auf die praktische Anwendbarkeit der Lösung konzentrieren. Dank der neuartigen Technologie sind die Kosten um Grössenordnungen kleiner als die derzeit verbreiteten, serverbasierten Lösungen wie Streamload oder XDrive. Die Dateien werden bei Kangoo nämlich nicht auf einem zentralen Server gespeichert, sondern auf den Rechnern der User selbst. Sicherheitsaspekte werden dabei von Grund auf miteinbezogen und mit modernsten Technologien und Sicherheitsstandards gelöst. Das Filesharing ist jedoch nur ein Teil von Kangoo: Wer Ferienfotos oder Arbeitsdokumente tauscht, möchte diese während dem Tausch auch gleich diskutieren. Das Kangoo-Netz kann daher in beliebte Instant-Messanger wie Skype integriert werden.

Ein E-Mail von «venturelab» an alle Studenten in höheren Semestern hat die beiden für die anstehenden unternehmerischen Probleme sensibilisiert. Dominik Grolimund hatte bereits mit 18 Jahren ohne jegliche Anleitung eine erste Firma gegründet und wollte die gesammelten Erfahrungen dieses Mal mit einer systematischen Herangehensweise kombinieren. Im Semesterkurs «venture challenge» an der ETH Zürich setzten sich Grolimund und Meisser fortan jede Woche intensiv mit dem Thema auseinander. Am Workshop «venture plan» schliesslich erarbeiteten sie einen Businessplan. Dass die ehrgeizigen ETH-Studenten hoch hinaus wollen, gibt Dominik Grolimund gerne zu: „Geschrieben haben wir unseren Businessplan auf dem Rigi, an unserem ersten Betriebsausflug.“ In wenigen Tagen beginnt für sie das «venture training», an dem die Coaches noch intensiver auf ihr Projekt eingehen werden. Die Markteinführung für Kangoo ist auf Frühjahr / Sommer 06 geplant.

(Rinaldo Dieziger/IFJ)

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