Studie beleuchtet Bild der Informatik bei Schülern, Lehrern, Öffentlichkeit
Das Image der Informatik in der Schweiz
publiziert: Dienstag, 17. Jun 2008 / 08:09 Uhr

Zürich - Das Bild der Informatik wird bei Lernenden, Lehrpersonen sowie in der breiten Öffentlichkeit durch den Umgang mit PC, Mobiltelefon, Internet usw. geprägt und weitgehend mit Anwenderfähigkeiten gleichgesetzt. Diese Vorstellung ist genau so richtig, wie wenn man unter Physik die Fähigkeit, ein Auto zu steuern, verstehen würde.

Relativ hinkt der Informatiker hinter dem Image von populären akademischen Berufen wie Ökonom, Medizinerin oder Jurist nach.
Relativ hinkt der Informatiker hinter dem Image von populären akademischen Berufen wie Ökonom, Medizinerin oder Jurist nach.
1 Meldung im Zusammenhang
Dies hat eine Imagestudie, die im Auftrag der Hasler Stiftung im Rahmen des Förderprogramms FIT von Rütter + Partner erstellt wurde, ergeben.

Nachgespürt

Der Aufklärungsbedarf ist hoch, um die Informatik wieder zu einem attraktiven Studienfach zu machen. Die repräsentative Studie «Das Image der Informatik in der Schweiz» zeigt im Detail, wie die Informatik und der Informatik-Beruf heute wahrgenommen werden. Die Befragung erfasste Lernende und Lehrpersonen in Gymnasien sowie die Bevölkerung in der Deutschschweiz und der Romandie.

Das Informatikbild

Die Resultate der Studie zeigen eines klar: Die Informatik wird von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung, aber auch von Gymnasiastinnen und Gymnasiasten und ganz ausgeprägt von Lehrpersonen als Anwendung von Computerprogrammen wahrgenommen. Dieses Bild ist in der Romandie noch verbreiteter als in der Deutschschweiz. Die verzerrte Wahrnehmung der Informatik wurzelt in einem «Informatik»-Unterricht, der zwar nahezu flächendeckend angeboten wird, dessen Inhalte aber nicht der Informatik als Wissenschaft entsprechen. Vor allem der obligatorische Unterricht vermittelt überwiegend Anwenderfähigkeiten vom Tastaturschreiben über die Textverarbeitung bis zur Erstellung von Präsentationen. Algorithmik, Datenmodelle und Programmierung werden etwas häufiger im Wahlfach bzw. Wahlpflichtfach Informatik gelehrt, das aber nur 14 Prozent der Schülerinnen und Schüler besuchen. Dementsprechend wird Informatik nur beschränkt als Grundlagenwissenschaft anerkannt.

Stimmt die Richtung?

70 Prozent der Schülerinnen und Schüler interessieren sich dafür, etwas über «Informatik» zu lernen. Könnten sie die Unterrichtsinhalte selber wählen, würden sie sich allerdings vor allem für Bild- und Musikbearbeitung oder das Erstellen eines Internetauftritts sowie für Office-Anwendungen entscheiden. Lehrpersonen begrüssen den Informatik-Unterricht in seiner heutigen Form: Sie finden die Vermittlung von Textverarbeitung & Co wichtig.

Eine grosse Mehrheit der Schülerinnen und Schüler, der Lehrpersonen und der Bevölkerung findet das Schulfach «Informatik» – wohlgemerkt in seiner heutigen Ausgestaltung – wichtig und nützlich für den späteren Beruf bzw. das Studium. Eine grosse Mehrheit anerkennt zudem, dass die Informatik eine grosse Bedeutung für die Schweizer Wirtschaft hat und Informatikkompetenz ein Wettbewerbsfaktor für alle Branchen ist. Deutschschweizer vertreten diese Ansicht häufiger als Romands.

Image des Informatik-Berufs

Das Image des Informatikerberufs ist zwar absolut gesehen positiv. Relativ hinkt es aber hinter dem Image von populären akademischen Berufen wie Ökonom, Medizinerin oder Jurist nach. Die Schülerinnen und Schüler kennen die universitären Studiengänge in Informatik schlecht. Nur etwa die Hälfte haben Kenntnis von der Möglichkeit des Informatikstudiums an der ETH, nur 20 Prozent der Befragten wissen, dass man an Universitäten Informatik studieren kann. Die Lehrpersonen sind etwas besser informiert.

Das insgesamt enttäuschende Bild der Informatik bei Schülerinnen und Schülern reflektiert sich in der geringen Zahl derjenigen, die ein Informatikstudium planen (3%). Diese entspricht in etwa der gleichen Grössenordnung wie bei den Sportwissenschaften.

Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Mädchen interessieren sich deutlich weniger für Informatik als Knaben. Sie besuchen auch entsprechend seltener den Wahlunterricht in Informatik, kennen weniger häufig die Begriffe der Informatik, sind in ihren Bewertungen des obligatorischen Informatik-Unterrichts kritischer und interessieren sich weniger für «echte» Informatik-Inhalte wie zum Beispiel Programmierung. Zudem schätzen Mädchen die wirtschaftliche Bedeutung der Informatik als weniger gross ein als Knaben. Schülerinnen und Lehrerinnen verbinden Informatik darüber hinaus häufig mit Langeweile. In diesem Bereich liegt ein grosses Potenzial brach, das zur Sicherung des Informatikernachwuchses in Zukunft besser ausgeschöpft werden muss. Die Studie «Das Image der Informatik in der Schweiz» ist unter www.haslerstiftung.ch abrufbar.

Die Hasler Stiftung

Die Hasler Stiftung – 1948 von Gustav Hasler als «Stiftung Hasler-Werke» gegründet – war ursprünglich eine Unternehmensstiftung mit dem Zweck, die aus der Eidg. Telegraphenwerkstätte hervorgegangenen Hasler-Werke im Sinn und Geist von Gustav Hasler über dessen Tod (1952) hinaus weiterzuführen. Heute setzt sich die Stiftung dafür ein, dass die Schweiz eine führende Stellung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie einnehmen kann. Sie unterstützt zu diesem Zweck Bildungs-, Forschungs- und Innovationsprojekte mit mehreren Millionen Franken jährlich.

Förderprogramm FIT der Hasler Stiftung

Das Förderprogramm FIT, in das die Hasler Stiftung in den nächsten zehn Jahren mehr als 20 Millionen Franken investiert, hat zum Ziel, die Informatik im gymnasialen Unterricht zu etablieren. Die Schwerpunkte der Massnahmen liegen dabei in der Unterstützung der Gymnasien beim Aufbau des Ergänzungsfachs Informatik, in der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen sowie in der Korrektur des falschen Bildes der Informatik in der Öffentlichkeit.

(pk/KMU Magazin)

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