Euro-Krise laut Credit Suisse fast vorbei
Credit Suisse sieht baldiges Ende der Euro-Krise
publiziert: Freitag, 4. Feb 2011 / 16:32 Uhr
CS-Ökonomen zeigen sich gegenüber der Euro-Krise optimistisch.
CS-Ökonomen zeigen sich gegenüber der Euro-Krise optimistisch.

Zürich - Nach Ansicht der Credit Suisse (CS) hat Europa in der Schuldenkrise das Schlimmste hinter sich. Das grösste Risiko für den Euro-Raum, die Wirtschaftskrise in Spanien, habe sich in den vergangenen Monaten deutlich entschärft, begründen die Ökonomen ihren Optimismus.

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«Seit November oder Dezember sind wir der Ansicht, dass es Spanien aus eigenen Kräften schaffen wird», sagte CS-Ökonom Oliver Adler am Freitag im Gespräch mit den Medien in Zürich. Hilfe aus dem Euro-Rettungspaket werde das Land wohl nicht benötigen.

Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone ist laut der CS unrealistisch. Ein solches Ereignis würde ein Wirbelsturm auslösen, weil Wertveränderungen in den Bilanzen von Unternehmen, Banken und Haushalten zu Ausfällen und unkontrollierbaren Finanzströmen führen würden. Dies würde eine weitere Finanzkrise auslösen, argumentieren die Ökonomen.

Schuldenbremse als Lösung

Die Bewältigung der Euro-Schuldenkrise verläuft aus Sicht der Experten «eher zu langsam». Der Rettungsschirm, der derzeit mit 750 Mrd. Euro ausgestattet ist, sollte mit zusätzlichen Garantien weiter gespannt und flexibler gehandhabt werden können.

Es brauche in vielen Ländern eine grosse Anstrengung zur Reduktion der Defizite, sagte Oliver Adler. «Eine Schuldenbremse auf nationaler Ebene wäre eines der wirksamsten Mittel», schlug er vor. Ein Schuldenerlass für krisengeplagte Volkswirtschaften wie Griechenland, Portugal oder Irland wäre ökonomisch zwar sinnvoll, politisch aber wohl kaum durchsetzbar, so der Ökonom.

Ein Risiko für die Entwicklung in der Euro-Zone wäre laut Oliver Adler vor allem politische Uneinigkeit. Die Lage in Griechenland oder die Ankündigung der irischen Opposition, bei einem Sieg in den bevorstehenden Wahlen das Hilfspaket für das Land nachverhandeln zu wollen, seien weniger virulente Gefahren.

Dollar bleibt tief

Ausserhalb Europas sieht die CS aber weiter Potenzial für neue Krisen. Die Schuldenentwicklung in den USA bezeichnete Adler als «ungemütlich». Sollte sich zum hohen Staatsdefizit plötzlich eine deutlich steigende Inflation gesellen, könnten die Kurse für Anleihen fallen und der Dollarkurs sinken.

Für die CS ist daher wahrscheinlich, dass der Dollar gegenüber dem Franken länger auf seinem tiefen Wert verharrt als der Euro. Unter anderem begründete Oliver Adler seine Einschätzung damit, dass die Zinsen in den USA sehr wahrscheinlich länger tief blieben als in der Euro-Zone.

(sl/sda)

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