BIP-Wachstum von 2,8 Prozent erwartet
Credit Suisse erhöht Konjunkturprognose fürs laufende Jahr
publiziert: Dienstag, 21. Dez 2010 / 12:47 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 21. Dez 2010 / 16:23 Uhr
Für das nächste Jahr ist die CS nicht mehr so euphorisch.
Für das nächste Jahr ist die CS nicht mehr so euphorisch.

Zürich - Je näher das Jahresende kommt, desto optimistischer werden die Konjunkturauguren für 2010. Die Credit Suisse hat ihre Prognose für das Wachstum der Schweizer Wirtschaft im laufenden Jahr auf 2,8 Prozent erhöht. Bislang ging die Grossbank von einem Plus von 2,4 Prozent aus.

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Der Hauptausschlag für die Erhöhung seien die starken Konjunkturzahlen des dritten Quartals gewesen, sagte CS-Zinsökonom Karsten Linowsky am Dienstag vor den Medien in Zürich. Zusätzlich hätten sich die Aussichten für das Schlussquartal ebenfalls verbessert.

Die Exporte seien extrem stark nach dem Rückschlag im 2009, sagte Linowksy. Für das laufende Jahr rechnet die CS mit einer Zunahme der Ausfuhren um 7,7 Prozent. Auch die Importe boomen (+7,4 Prozent). Stütze der Schweizer Wirtschaft sei der Privatkonsum, der im laufenden Jahr um 1,7 Prozent zulegen dürfte nach 1,0 Prozent im Jahre 2009.

Weniger Dynamik

Für das nächste Jahr ist die CS nicht mehr so euphorisch: Sie rechnet unverändert mit einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 1,2 Prozent. Bei den Exporten und Importen dürfte die Steigerung mit je 3,5 Prozent nicht mehr so stark ausfallen wie heuer.

Auch der Privatkonsum werde mit einem Plus von 1,2 Prozent nicht mehr so dynamisch sein wie heuer (+1,7 Prozent). Zudem schöpfen 2011 Erhöhungen der Mehrwertsteuer, Erwerbsersatzabgaben, Beiträge zur Arbeitslosenversicherung oder Krankenkassenprämien Kaufkraft ab. Auch die Arbeitslosenquote dürfte nicht mehr so schnell sinken wie bisher.

Die günstigen Finanzierungsbedingungen werden nach Ansicht der CS-Ökonomen die Investitionen wohl weiterhin ankurbeln. Bei ähnlichen Konjunkturverläufen habe die Schweizerische Nationalbank (SNB) in der Vergangenheit bereits durch Zinserhöhungen die Geldpolitik gestrafft.

«Dieses Mal ist dies aufgrund er deutlichen Aufwertung des Schweizer Frankens nicht der Fall», hiess es weiter. Handelsgewichtet habe sich der Franken heuer um über 10 Prozent aufgewertet. «Das entspricht einem sehr starken Zinsanstieg um über 3 Prozent», sagte Linowsky.

Franken immer stärker

Solange die Franken-Aufwertung weitergehe, dürfte es unwahrscheinlich sein, dass die SNB die Zinsen anheben werde. Der Franken sei derzeit massiv überbewertet. Gemessen an der Kaufkraftparität läge der faire Wert der hiesigen Währung bei 1,40 Fr. pro Euro, sagte Linowksy. Am Dienstag sackte der Euro indes erneut auf ein Rekordtief von 1,2614 ab.

(fest/sda)

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