Weltweit 10'000 Kinder mit schweren Missbildungen
Conterganhersteller Grünenthal entschuldigt sich erstmals
publiziert: Freitag, 31. Aug 2012 / 18:27 Uhr
Die rheinische Firma Grünenthal hatte das Schlafmittel 1957 auf den Markt gebracht. (Symbolbild)
Die rheinische Firma Grünenthal hatte das Schlafmittel 1957 auf den Markt gebracht. (Symbolbild)

Stolberg - Der frühere Contergan-Hersteller Grünenthal hat sich erstmals bei den Opfern des Arzneimittelskandals entschuldigt. Bei der Enthüllungsfeier für das Denkmal für die Opfer sagte Grünenthal- Geschäftsführer Harald Stock am Freitag in Stolberg bei Aachen, es sei bedauerlich, dass Grünenthal nicht früher auf die Opfer zugegangen sei.

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«Darüber hinaus bitten wir um Entschuldigung, dass wir 50 Jahre lang nicht den Weg zu Ihnen, von Mensch zu Mensch, gefunden haben. Stattdessen haben wir geschwiegen.»

Das Wort Contergan steht für den grössten Medikamenten-Skandal der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die rheinische Firma Grünenthal hatte das Schlafmittel 1957 auf den Markt gebracht.

Viele werdende Mütter nahmen es ein - vor allem auch weil es gegen Schwangerschaftsübelkeit half. Doch bald kamen weltweit etwa 10'000 Kinder mit schweren Missbildungen vor allem an Armen und Beinen zur Welt.

Kleine Rente

Anfangs wurde ein Zusammenhang mit Atomtests vermutet, dann fanden Ärzte heraus, dass der in Contergan enthaltene Wirkstoff Thalidomid in den Wachstumsprozess der Ungeborenen eingriff. 1961 zog Grünenthal das Medikament zurück.

Nach langen Auseinandersetzungen wurde 1971 eine Stiftung eingerichtet und mit 200 Millionen Mark ausgestattet. Das Geld kam jeweils zur Hälfte von Grünenthal und vom deutschen Staat. Aus diesem Fonds erhalten die Geschädigten eine Rente, die jedoch nach ihrer Meinung viel zu klein ist.

Scharfe Kritik

Kurz vor der Einweihung des Denkmals für die Contergan-Opfer übten Opferverbände scharfe Kritik. «Für uns ist klar, dass es für die Firma Grünenthal eine günstige PR-Massnahme ist», sagte die Sprecherin des deutschen Bundesverbandes Contergangeschädigter, Ilonka Stebritz, der Nachrichtenagentur dapd.

«Dass ausgerechnet Grünenthal das Denkmal zahlt, haben wir nicht gewusst.» Die Bronze-Skulptur wurde am Freitag auf Initiative eines Opfers enthüllt. Die Kosten in Höhe von 5000 Euro hatte der Pharmakonzern Grünenthal übernommen.

(knob/sda)

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