Ciba flüchtet sich in die Arme von BASF
publiziert: Montag, 15. Sep 2008 / 20:31 Uhr

Basel - Ciba tritt die Flucht nach vorne an: Der Basler Spezialitätenchemiekonzern gibt die Selbständigkeit auf und wirft sich nach jahrelangen und erfolglosen Sanierungsbemühungen dem deutschen Chemiekonzern BASF an die Brust. Dieser zahlt über 6 Mrd. Franken.

Scheinen sich einig zu ein: Jürgen Hambrecht (Vorstandsvorsitzender BASF) und Armin Meyer (CIBA-Verwaltungsratspräsident).
Scheinen sich einig zu ein: Jürgen Hambrecht (Vorstandsvorsitzender BASF) und Armin Meyer (CIBA-Verwaltungsratspräsident).
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Der Ciba-Verwaltungsrat unter dem stark unter Druck geratenen Präsident Armin Meyer empfiehlt den Aktionären, die Offerte der deutschen BASF anzunehmen. Die 50 Fr. pro Aktie, die BASF zu zahlen bereit ist, seien ein fairer Preis, liess die Ciba-Spitze verlauten.

Die Aufgabe der Selbständigkeit begründete Meyer vor allem mit den starken und schnellen Veränderungen im Markt für Spezialitätenchemie. Bei BASF handle es sich aber um ein bevorzugten neuen Eigentümer, der für die Geschäfte von Ciba auch eine langfristige Perspektive biete.

Fehlgeschlagene Akquisitionspolitik

Eine solche ist umso nötiger, als dass Ciba wegen einer fehlgeschlagenen Akquisitionspolitik und den hohen Rohstoffkosten bereits seit längerem in der Klemme steckt. Mitte August schockierte der Basler Konzern die Börse zudem mit einem Abschreiber von rund 600 Mio. Franken.

Die Übernahme sei sowohl für den Konzern als auch für die Aktionäre und Mitarbeitenden die beste Lösung, sagte Meyer. Gemessen am Börsenkurs vom Freitagabend erhalten die Ciba-Aktionäre eine Prämie von 12 Franken, was einem Aufschlag von knapp 32 Prozent entspricht.

Neben den rund 3,4 Mrd. Franken, die der deutsche Chemieriese für Ciba in bar wird bezahlen müssen, übernimmt BASF auch noch Schulden von knapp 2,2 Mrd. Fr. und Pensionskassenverpflichtungen von 515 Mio. Franken.

Stellenabbau auf jeden Fall

Welche Auswirkungen die Übernahme auf die Ciba-Arbeitsplätze haben wird, blieb am Montag noch unklar. BASF-Chef Jürgen Hamprecht sagte ausdrücklich nichts dazu. «Über Synergien rede ich heute nicht», sagte er und verwies auf Gespräche, die erst geführt würden, wenn die Übernahme geglückt sei.

Hamprecht stellte aber auch klar, dass es zu Restrukturierungen kommen werde und dies eine Reduktion von Arbeitsplätzen mit sich bringe. Der am Sonntag unterzeichnete Übernahmevertrag enthält denn auch nur minimale Zusagen für die Mitarbeitenden des Basler Konzerns. So werden für die ersten 12 Monate nach der Übernahme Löhne in bisheriger Höhe garantiert.

Die vier Schweizer Produktionsstandorte der Ciba sollen zumindest während 18 Monaten nicht angetastet werden. Da ein globaler Unternehmensbereich von BASF in Basel etabliert werden soll, zeigt aber auch, dass sich der Chemiekonzern zum Standort Schweiz bekennt. Auch die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Basel sollen fortgeführt werden.

BASF stärkt Marktposition

Für BASF wäre Ciba eine der grösste Übernahmen der Firmengeschichte. «Zusammen mit Ciba wird BASF seine Position in den Bereichen Kusntstoffzusätze, Beschichtungs-Effektstoffe und Papierchemikalien weiter stärken», sagte Hambrecht. Ausserdem könne BASF auch die attraktiven Nischengeschäfte von Ciba stärken.

Dass Ciba-Präsident Meyer die Übernahme als eine «Kombination von Stärken» darstellte, dürfte allerdings verklärend sein. Denn mit rund 4,1 Mrd. Euro Umsatz hat das Ciba-Geschäft für BASF mit einem Gesamtumsatz von fast 58 Mrd. Euro keinen übermässig grossen Stellenwert.

Die Frist für das BASF-Angebot wird voraussichtlich am 1. Oktober beginnen. Mit einem Abschluss der Übernahme rechnet BASF im ersten Quartal 2009. Dass der Kauf zustande kommt, müssen BASF allerdings mindestens zwei Drittel der Aktien angedient werden und die Wettbewerbsbehörden grünes Licht geben.

Basler Regierung hat Verständnis

An der Börse ist die Übernahmeofferte gut aufgenommen worden. Der Titel schloss an der Schweizer Börse SWX mit einem Plus von 28 Prozent auf 48,70 Franken.

Die Basler Regierung nahm das Übernahmeangebot «zwiespältig» auf. Regierungsrat Ralph Lewin zeigte aber Verständnis angesichts der Situation, in der sich Ciba befinde. Weil die Details der Übernahme noch nicht bekannt seien, könnten auch die Auswirkungen auf den Standort Basel noch nicht abgeschätzt werden.

Bei den Personalvertretern befürchtet man eine Unruhe unter dem Mitarbeitern. Die Gewerkschaft Syna forderte die Weiterführung der bewährten Sozialpartnerschaft, bei den Angestellten Schweiz gab man sich gelassen und meinte, es hätte fürs Personal auch schlimmer kommen können.

(tri/sda)

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