Neues System für Direktzahlungen
Bundesrat reagiert auf Kritik der Bauern
publiziert: Mittwoch, 1. Feb 2012 / 17:03 Uhr
Landwirte sollen umwelt -und landschaftsschonend produzieren.
Landwirte sollen umwelt -und landschaftsschonend produzieren.

Bern - Die Direktzahlungen in der Landwirtschaft sollen künftig stärker an bestimmte Leistungen gekoppelt sein: Mehr Geld erhält, wer umwelt- und landschaftsschonend produziert. Daran hält der Bundesrat fest. In den Details ist er den Bauern jedoch entgegen gekommen.

6 Meldungen im Zusammenhang
Der Bundesrat habe Konzessionen gemacht, am Hauptziel aber festgehalten, sagte Landwirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann am Mittwoch vor den Medien in Bern. «Ich will eine Landwirtschaft, die nachhaltig produziert und sich dem Wettbewerb stellt.»

Die Vorlage zur künftigen Agrarpolitik geht nun ans Parlament. Kernstück ist das neue Direktzahlungssystem. Die Hälfte der Direktzahlungen soll für Leistungen im Zusammenhang mit Umwelt, Landschaft und Tierwohl fliessen. Geld sollen die Bauern etwa dafür erhalten, dass sie die Ausbreitung des Waldes verhindern, den Tieren Auslauf gewähren und den Boden schonend bewirtschaften.

60 Prozent Selbstversorgung

Die andere Hälfte der Direktzahlungen ist von solchen Kriterien unabhängig: 40 Prozent sollen die Bauern dafür erhalten, dass sie Nahrungsmittel produzieren und damit zur Versorgungssicherheit beitragen. Der Selbstversorgungsgrad soll auf dem heutigen Stand von rund 60 Prozent bleiben.

Die restlichen 10 Prozent der Mittel stehen für die sogenannten Anpassungs- oder Übergangsbeiträge zur Verfügung. Es handelt sich dabei um jene Beiträge, die den Bauern bei der Umstellung auf das neue System das bisherige Einkommen sichern sollen.

Mehr Geld für Produktion

Bei der Ausgestaltung des Systems ist der Bundesrat von seinem Ziel, Anreize zu intensiver Landwirtschaft zu vermeiden, ein Stück abgerückt. Zwar gibt es künftig keine allgemeinen Flächen- und Tierbeiträge mehr.

Die Versorgungssicherheitsbeiträge, die flächenbezogen ausgerichtet werden, sollen aber höher ausfallen als ursprünglich geplant. Vorgesehen ist ein Basisbeitrag von 900 statt 850 Franken pro Hektare. Zudem soll sich eine grössere Anzahl Tiere nun doch bezahlt machen: Wer mehr Tiere hält, bekommt einen höheren Grünlandbeitrag.

Der Ansporn, möglichst viele Tiere zu halten, sei mit dem neuen System aber «etwas reduziert», sagte Schneider-Ammann. Das Ziel sei, dass der Milchviehbestand auf dem heutigen Niveau bleibe.

Weniger Geld für Umstellung

Die links-grüne Seite hatte tiefere Versorgungssicherheitsbeiträge und stattdessen mehr Geld für Biolandbau und fürs Tierwohl gefordert, die Wirtschaft wollte gar keinen Basisbetrag für die Versorgungssicherung.

Dies hat der Bundesrat nicht berücksichtigt. Gesenkt hat er stattdessen - im Einvernehmen mit den Bauern - die Übergangsbeiträge, und zwar auf 480 Millionen Franken. Ursprünglich waren dafür 650 Millionen eingeplant.

Anders als zunächst vorgesehen sollen diese Gelder aber nicht mehr an eine Person, sondern an einen Betrieb gebunden sein. Bei einer Betriebsübergabe blieben sie also erhalten.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Mit einer Volksinitiative will die SVP eine Landwirtschaftspolitik nach ihrem Gusto durchsetzen. Entscheidender Punkt ist ... mehr lesen
Die SVP will die Produktion stärken.(Symbolbild)
Nach Ansicht der Regierung sorgen Tierbeiträge für Ineffizienz und Überproduktion.
Bern - Der Nationalrat stellt sich hinter das Herzstück der Agrarreform. Die grosse Kammer will die umstrittenen Tierbeiträge ... mehr lesen
Grosswangen LU - Heimische Nahrungsmittelproduktion statt Import-Produkte fördern: An der ... mehr lesen
SVP-Präsident und Landwirt Toni Brunner (SG): «Wir sind in grosser Sorge um den Schweizer Bauernstand.»
Bern - Die eidgenössischen Räte haben am Donnerstag das Budget 2012 unter Dach gebracht. Eine letzte Differenz, ... mehr lesen
Das Parlament bereinigt den Voranschlag für das Budget im nächsten Jahr.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Der Nationalrat beschloss Einsparungen beim Personal, beim Betrieb und beim Beratungsaufwand.
Bern - Während der Ständerat für nächstes Jahr eine schwarze Null budgetiert, plant ... mehr lesen
Landwirtschaftliches Zubehör
Agro Weber
Dietrütistrasse 3
9525 Lenggenwil
Treuhandstelle für kleine Unternehmen. Beratung und Software für Landwirtschaft, Gewerbe und KMU.
Pinus AG
Dorfstrasse 48
8542 Wiesendangen
Der eidgenössische Datenschützer fordert den Bund auf, eine Publikation dieser Daten zu prüfen.
Der eidgenössische Datenschützer fordert den Bund auf, eine Publikation ...
Publikation prüfen  Bern - Künftig könnte im Internet für jede und jeden ersichtlich sein, welcher Bauer wie hohe Direktzahlungen erhält. Der eidgenössische Datenschützer fordert den Bund auf, eine Publikation dieser Daten zu prüfen. 
Winterverluste gering  Appenzell AI - Die Bienenvölker haben den vergangenen Winter verhältnismässig gut ...  
Die Bienen trotzten der Kälte.
Die geringe Zahl an Pollen und der Ernährungsstress der Bienen hat eine Reihe von Ursachen.
Hungrige Larven bringen ganze Bienenvölker um Wellesley - Ein schlechter Zugang der Bienen zu Pollen in deren Larvenstadium hat negative Konsequenzen für die gesamte ...
Die Europäische Union machen den Einsatz bestimmter Pestizide für das Bienensterben verantwortlich.
Pestizid-Einsatz als Grund für Bienensterben Brüssel - Wissenschaftler in der Europäischen Union machen den Einsatz bestimmter Pestizide für das Bienensterben ...
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3138
    Wann... gibt die EU ihren Schmusekurs auf? Tsipras und Co. betrachten die EU ... Di, 30.06.15 08:32
  • PMPMPM aus Wilen SZ 196
    Moment mal...? Ist nicht akutell ein grosses Wehklagen zu hören über mögliche ... So, 14.06.15 23:57
  • Kassandra aus Frauenfeld 1381
    Wir Bauernliebhaber bekommen nichts hin, was den Bauern etwas kostet. Es ändert sich ... Mo, 08.06.15 17:30
  • Vitalis aus Hallau 47
    JAGD AUF MITTELLOSE ... und wer verfolgt Behörden, welche schwache und hilfsbedürftige ... Do, 28.05.15 13:44
  • HzweiKraftwerk aus Zürich 1
    Weltweit erstes Wasserstoffkraftwerk in Betrieb Fakt ist das bei der Verbrennung Wasserstoffgas eine Temperatur von ... Sa, 23.05.15 17:05
  • thomy aus Bern 4248
    Ja, wenn das so ist, dann * .... ... eignet sich ein solches Solarflugzeug eigentlich NICHT für solche ... Sa, 23.05.15 13:08
  • Romanus aus Hinterkappelen 3
    Notenbanken, nicht Banken Die mögliche Abschaffung von Bargeld war zwei Wochen vor dieser Suada ... Fr, 22.05.15 06:53
  • tigerkralle aus Winznau 122
    Bank UBS 6 Banken müssen bezahlen , ganz klar die UBS ist dabei ! Die UBS ist ... Do, 21.05.15 09:04
Green Investment «Solar Impulse 2» in Hawaii gelandet Honolulu - Das Schweizer Solarflugzeug «Solar Impulse ...
Es ist wichtig, den richtigen Umgang mit den eigenen Daten zu lernen.
Startup News Eigene Daten richtig schützen - Methoden und Programme zum Datenschutz Das Internet hat die wichtigsten Bereiche des alltäglichen Lebens übernommen, sei es Online Banking, Familienerinnerungen, soziales ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
lobbywatch.ch Logo
02.07.2015
k KRAFTAKT.CH Logo
01.07.2015
Shilaya Healing Logo
01.07.2015
Heimat auf dem Teller Logo
01.07.2015
the linen company Logo
30.06.2015
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MO DI MI DO FR SA
Zürich 18°C 26°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Basel 18°C 26°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
St.Gallen 19°C 28°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Bern 20°C 31°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Luzern 20°C 31°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Genf 20°C 34°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Lugano 22°C 33°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten