Schneider-Ammann glaubt nicht an Euro-Ende
Bundesrat Schneider-Ammann warnt vor Eurobonds
publiziert: Sonntag, 8. Jul 2012 / 08:07 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 8. Jul 2012 / 10:58 Uhr
Bundesrat Johann Schneider-Ammann
Bundesrat Johann Schneider-Ammann

Bern - Der Schweizer Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann hat vor der Einführung von Eurobonds gewarnt. Er schlägt den Euro-Ländern vor, zwei Drittel in die Zukunft zu investieren und mit einem Drittel «die Sünden der Vergangenheit zu erledigen».

Schweizer Kredit online beantragen
3 Meldungen im Zusammenhang
Die Vorschläge des französischen Präsidenten François Hollande gingen in «eine gute Richtung», sagte Schneider-Ammann in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Hollande wolle Geld zur Verfügung stellen, um die Konjunktur zu fördern und das Wachstum anzukurbeln. Es brauche in den EU-Ländern aber auch mehr Produktivität, Effizienz und eine Liberalisierung des Arbeitsmarktes.

«Disziplin und nachhaltiges Wachstum sind gefragt», sagte Schneider-Ammann. Ein Rezept könne die Schweiz liefern: Sie investiere in Bildung und Innovation, werde damit effizienter und leistungsfähiger und habe mit der Schuldenbremse die Schulden im Griff.

Eine Vergemeinschaftung der Schulden jedoch sei gefährlich, sagte der Vorsteher des Eidg. Volkswirtschaftsdepartements (EVD). Denn sie schwäche die stärkeren Volkswirtschaften und lasse die Schwächeren glauben, dass mit ihrer Disziplin und Effizienz der Kontinent zurück zu Wachstum geführt werden könne.

«Schon die Einwilligung von Bundeskanzlerin Merkel in eine Fiskalunion betrachte ich als Kniefall und kaum zielführend», sagte Schneider-Ammann. Die Probleme müssten fundamentaler angegangen werde.

An «ein Horrorszenario Zusammenbruch Euro» glaubt Schneider-Ammann dennoch nicht. «Das kann und wird sich Europa nicht leisten». Für «möglichere Entwicklungen» seien aber auch in der Schweiz Massnahmen vorbereitet worden. «Wir spielen immer wieder verschiedenste Szenarien durch», sagte Schneider-Ammann.

Mindestkurs kompromisslos verteidigen

Der Schweizer Wirtschaft geht es im Vergleich mit derjenigen der EU zurzeit zwar gut - doch darin sieht Schneider-Ammann auch eine Gefahr. «Die Schere zwischen unserer Wirtschaftsentwicklung und derjenigen der EU darf nicht weiter aufgehen, denn dies würde wiederum den Franken unter Druck setzen.»

Dadurch würde auch der Druck auf die Schweizer Nationalbank (SNB) zunehmen. «Umso wichtiger ist es, dass sie den Mindestkurs trotzdem und kompromisslos verteidigt. Das wird sie auch tun.» Allerdings gebe es dies nicht zum Nulltarif.

Mit dem Entscheid der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins von 1,0 auf 0,75 Prozent zu senken, bleibe der Aufwertungsdruck auf den Franken bestehen und dürfte sogar grösser werden, sagte Schneider-Ammann. «Umso entscheidender ist die Limite der Nationalbank bei 1,20 Franken.» So werde wenigstens das Verhältnis zum Euro nicht noch nachteiliger.

Eine schrittweise Absenkung des Mindestkurses hält Schneider-Ammann für unrealistisch. «Jetzt geht es darum, dass die Firmen 'im Schatten der 1,20-Sicherheit' ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern und wiederum Geld verdienen, um in die Zukunft investieren zu können.»

Damit würden sie die Abhängigkeit vom Schutz der SNB reduzieren können, ohne dass der Arbeitsmarkt mit Arbeitslosigkeit die Zeche zahle.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Madrid - Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy schlägt vor, eine Europäische Fiskalunion in drei Schritten bis spätestens 2018 zu schaffen. mehr lesen
Mariano Rajoy will Versäumnisse nachholen.
Brüssel/Strassburg - EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso will die Mitgliedsstaaten für einen Fahrplan zu einer ... mehr lesen 1
Barroso fordert Fahrplan zu Banken-Union und Euro-Bonds.
Es sei ein Kriterium dafür, dass das Land eines Tages an die Kapitalmärkte zurückkehren könne.
Es sei ein Kriterium dafür, dass das Land eines ...
Umschuldungen sollen Schuldenlast senken  Athen - Nach der Einigung mit den Euro-Partnern auf weitere Finanzhilfe bringt Griechenland erneut einen Schuldenschnitt ins Gespräch. «Ich spreche über Umschuldungen, die unsere Schuldenlast deutlich senken», sagte Finanzminister Gianis Varoufakis am Mittwoch im Radio. 
Der Finanzminister Giorgos Papakonstantinou steht wegen Amtsmissbrauchs vor Gericht.
Prozess gegen Griechenlands Ex-Finanzminister Athen - In Griechenland muss sich der frühere sozialistische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou wegen Amtsmissbrauchs und ...
Reformliste überzeugt Europartner noch nicht Athen - Im Ringen um neue Finanzhilfen muss Griechenland bei seinen ...
Abkommen regelt Steuerfragen  Mailand - Ein Doppelbesteuerungsabkommen sowie eine Roadmap für den ...  
Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf: Ein bedeutender Tag.
Schweiz und Italien haben sich im Steuerstreit geeinigt.
Schweiz und Italien einigen sich grundsätzlich im Steuerstreit Bern - Die Schweiz und Italien haben eine grundsätzliche Einigung im Steuerstreit erzielt. Eine Änderung des ...
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1202
    Na, was habe ich gesagt! Sogar ein Zitat aus Deutschland, wo viele ja weniger Freiheit als ... Fr, 27.02.15 19:33
  • Kassandra aus Frauenfeld 1202
    Asche über mein Haupt! Ich bin einer Plagiatorin aufgesessen! Dank Jorian weiss ich das jetzt ... Fr, 27.02.15 19:03
  • jorian aus Dulliken 1568
    TTIP (Titel zu kurz) War schon in einer Zeitschrift nachzulesen. Ist jetzt bald ein Jahr ... Fr, 27.02.15 14:16
  • PMPMPM aus Wilen SZ 182
    Hallo Deutschland...! Wäre es nicht sehr viel wirkungsvoller, ein solcher Beitrag würde in ... Fr, 27.02.15 08:35
  • thomy aus Bern 4211
    TTIP ist zu bekämpfen - überall ... ... wo dies auftaucht - Damit ist wohl alles gesagt!! Warum? Weil mit ... Do, 26.02.15 22:44
  • Kassandra aus Frauenfeld 1202
    Frau Stämpfli, wenn das, was Sie da veröffentlichen, auch der wirkliche Text ist, was ... Do, 26.02.15 17:25
  • PMPMPM aus Wilen SZ 182
    Bleibt die Frage ob ein Beitritt zur EU überhaupt wirklich mit dem deutschen Grundgesetz ... Do, 26.02.15 14:57
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2827
    Was... sind die Ziele solcher Berichte oder auch Debatten über ... Do, 26.02.15 11:43
Dirk Hebel ist Assistenzprofessor für Architektur am Singapore ETH Centre (SEC).
Green Investment Bioplastik und eine Müllabfuhr für die Weltmeere Das Umweltproblem Plastik hat erschreckende ...
Es ist wichtig, den richtigen Umgang mit den eigenen Daten zu lernen.
Startup News Eigene Daten richtig schützen - Methoden und Programme zum Datenschutz Das Internet hat die wichtigsten Bereiche des alltäglichen Lebens übernommen, sei es Online Banking, Familienerinnerungen, soziales ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
24.02.2015
FIT 4 NEW JOB Logo
24.02.2015
2 ZWEI JAHRE GARANTIE ENGEL&VÖLKERS Logo
24.02.2015
VETRAG Logo
23.02.2015
NOTE DI LAGO Logo
23.02.2015
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich -1°C 5°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Basel 0°C 6°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
St.Gallen 1°C 7°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Bern 1°C 10°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Luzern 1°C 10°C bewölkt, wenig Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Genf 4°C 10°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, starker Regen bewölkt, starker Regen bewölkt, starker Regen bewölkt, starker Regen bewölkt, starker Regen
Lugano 5°C 11°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten