Blogs und Tweets bedrohen den Boulevard
publiziert: Montag, 6. Feb 2012 / 17:26 Uhr
Das Ende der Klatsch-und-Tratsch-Berichterstattung in Printmedien ist aber nicht zu sehen.
Das Ende der Klatsch-und-Tratsch-Berichterstattung in Printmedien ist aber nicht zu sehen.

London - Dass sich Zeitungen zunehmend gegen Konkurrenz aus dem Internet behaupten müssen, ist längst bekannt. Dass es den Wettbewerb zwischen neuen und alten Medien bei Tratsch-und-Klatsch-Nachrichten gibt, ebenfalls.

Das Schweizer Satiremagazin. Mit uns haben Sie gut lachen.
5 Meldungen im Zusammenhang
Wie schlimm es um die sogenannte «Yellow Press» wirklich bestellt ist, überrascht aber doch. Dominic Mohan, Chefredakteur der britischen «The Sun», beschwerte sich vor einem Ausschuss des Parlaments über hinderliche Privatsphäre-Bestimmungen, die Printprodukte benachteiligen und den Untergang einer ganzen Produktgattung bedingen.

«Die Aussagen des Sun-Chefredakteurs sind eher unter dem Gesichtspunkt 'Angriff ist die beste Verteidigung' zu sehen. Eine grundsätzliche Diskrepanz bei der Regulierung von Inhalten ist zwischen traditionellen- und Online-Medien durchaus erkennbar. Das Ende der Klatsch-und-Tratsch-Berichterstattung in Printmedien sehe ich auf absehbare Zeit nicht. Das hängt aber auch vom Ausmass des Strukturwandels der Medien ab», sagt Fritz Hausjell vom Institut für Publizistik der Universität Wien.

Weniger Freiheiten

Mohan gab in seiner Aussage am vergangenen Donnerstag zu Protokoll, dass der Schutz der Privatsphäre, den traditionelle Medien beachten müssen, ein Hauptgrund für den bevorstehenden Untergang der Klatschpresse ist. Blogs und Social-Media-Seiten, die solchen Auflagen nicht unterliegen, können dadurch über Skandale berichten, die für die eingesessenen Medien Tabu seien. Dadurch käme es zu einem Abfluss von Lesern und Werbegeldern in Richtung Internet. «Wir kämpfen mit sozialen Medien um Augenpaare», so der Chefredakteur.

«Die meisten Gesellschaften haben sich dazu entschlossen, die Persönlichkeitsrechte extensiv zu schützen. Personen im öffentlichen Interesse sind ein Sonderfall. Sie profitieren auch von der erhöhten Aufmerksamkeit. Bekannte Persönlichkeiten, die ihr privates vom öffentlichen Leben trennen wollen, haben das Recht, das zu tun», so Hausjell.

Dass auch Prominente selber teilweise sehr freizügig mit privaten Informationen umgehen, hat Mohan nicht erwähnt. Der Yellow-Press bleibt oft nichts anderes übrig, als Privatfotos, die Prominente via Twitter oder anderen Kanälen gepostet haben, nachzudrucken. Die sozialen Medien geben Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, die Möglichkeit, sich selbst zu vermarkten. Die Rolle, die früher von den Medien wahrgenommen wurde, wird so teilweise obsolet. Dass ausgerechnet der Vertreter eines britischen Boulevardblattes die Restriktionen durch Privatsphärenbestimmungen beweint, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Richterliche Vorladung

Zeitgleich mit den Aussagen des Sun-Chefredakteurs wurde bekannt, dass sowohl Mohan als auch James Harding, Chefredakteur der Boulevardzeitung «Times», von einem britischen Gericht vorgeladen werden, um im Zuge der Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Abhörskandal bei britischen Medien Aussagen zur Einhaltung von Pressestandards zu tätigen. Seit dem Bekanntwerden der unzulässigen Abhörvorgänge bei der Boulevardzeitung «News of the World» ist die britische Yellow Press im Allgemeinen in Verruf geraten. Auch bei anderen Publikationen wurden Journalisten des Knackens von Email-Accounts oder des Abhörens vertraulicher Gespräche bezichtigt.

«Solche Methoden sind indiskutabel. Dem Boulevard als ganzes die Daseinsberechtigung abzusprechen halte ich aber für übertrieben. Die Debatte darüber, wie weit Journalisten gehen dürfen, um an Informationen zu gelangen, ist in manchen Fällen gerechtfertigt», erklärt Hausjell.

 

 

(fest/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Indianapolis - Soziale Medien sind aus dem journalistischen Alltag bald nicht mehr wegzudenken. mehr lesen
Rund 80 Prozent informieren sich auf sozialen Netzwerken über das aktuelle Tagesgeschehen.(Symbolbild)
Twitter wird noch prüfen wie es dazu gekommen ist.
San Francisco - Im Internet sind tausende Passwörter von Nutzern des ... mehr lesen
New York - Eine Studie der Firma eMarketer kommt zu dem Ergebnis, dass in den USA 2012 erstmals mehr Geld für Werbung im ... mehr lesen
Die Print-Werbung verliert weiter Kundenetats.
Twitter kann abhängig machen.
Würzburg - Auf Alkohol oder Zigaretten zu verzichten ist leichter, als dem ... mehr lesen
London - Journalisten der im vergangenen Jahr eingestellten britischen Boulevardzeitung «News of the World» haben sich einem ... mehr lesen
News Of The World hatte sich die Handynummer der 13-Jährigen und das Passwort von Mitschülern besorgt.
Das Schweizer Satiremagazin. Mit uns haben Sie gut lachen.
Wir sind ein auf die Vermarktung und Vermittlung von Medien der besonderen Art spezialisiertes Unternehmen.
Mediabox
Eichstrasse 25
8045 Zürich
RTS wird immer öfters verzögert angeschaut.
RTS wird immer öfters verzögert angeschaut.
Nicht live  Genf - Immer mehr Westschweizerinnen und Westschweizer schauen Fernsehen nicht live, sondern auf Abruf. Diese zeitverschobene Fernsehnutzung macht fast zehn Prozent der 143 Minuten aus, welche in der Romandie durchschnittlich pro Tag vor dem Fernseher verbracht werden. 
In der Schweiz wurden verschärfte Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
Schweizer Medienhäuser erhöhen Sicherheitsvorkehrungen Bern - Die Schweizer Medienhäuser haben nach dem Anschlag auf die französische Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» ...
Dazu kommt Axel Springer Schweiz, in dem das gesamte Schweizer Geschäft der Axel Springer SE gebündelt ist.
Ringier und Springer vereinen Zeitschriftengeschäft Zürich - Die beiden Medienunternehmen Ringier und Axel Springer planen die Gründung eines weiteren Joint Venture in der ...
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2837
    China... ist in 20-30 Jahren wieder da, wo es 1980 angefangen hat. Die Probleme, ... heute 10:19
  • antischwurbel aus uetikon 1
    echte information? eine weitere mutlose aktion der atom"aufsicht". schade! was wirklich ... Mo, 02.03.15 16:14
  • Kassandra aus Frauenfeld 1212
    Serbische Asylsuchende wird es bald schon nicht mehr geben, da macht sich der zombie zu ... Mo, 02.03.15 14:20
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2837
    "serbische Asylsuchende" AsylbewerberInnen aus dem EU-Beitrittskandidat Serbien! Und dann ... Mo, 02.03.15 12:36
  • Kassandra aus Frauenfeld 1212
    Eine ganz faule Tour! Nichtwissen schützt nun doch vor Strafe! Und die Frau Fehr ist ... Mo, 02.03.15 11:30
  • HeinrichFrei aus Zürich 363
    Kriegsmaterialexporte an Staaten die Kriege führen und foltern Die so genannte „Schweizer Rüstungsindustrie“ hat im letzten Jahr 22 ... Mo, 02.03.15 03:46
  • Kassandra aus Frauenfeld 1212
    Na, was habe ich gesagt! Sogar ein Zitat aus Deutschland, wo viele ja weniger Freiheit als ... Fr, 27.02.15 19:33
  • Kassandra aus Frauenfeld 1212
    Asche über mein Haupt! Ich bin einer Plagiatorin aufgesessen! Dank Jorian weiss ich das jetzt ... Fr, 27.02.15 19:03
Dirk Hebel ist Assistenzprofessor für Architektur am Singapore ETH Centre (SEC).
Green Investment Bioplastik und eine Müllabfuhr für die Weltmeere Das Umweltproblem Plastik hat erschreckende ...
Es ist wichtig, den richtigen Umgang mit den eigenen Daten zu lernen.
Startup News Eigene Daten richtig schützen - Methoden und Programme zum Datenschutz Das Internet hat die wichtigsten Bereiche des alltäglichen Lebens übernommen, sei es Online Banking, Familienerinnerungen, soziales ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Gewerkschaft Medien und Kommunikation
syndicom
Monbijoustrasse 33
3001 Bern
Übrigens: Hier könnte auch Ihr Unternehmen gefunden werden.
Erfassen Sie zuerst Ihr kostenloses Firmenporträt! Mit dem Firmenporträt präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre wichtigsten Dienstleistungen schnell und einfach auf dem wichtigsten KMU-Marktplatz der Schweiz.
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
Creative~Business~Solutions Logo
02.03.2015
FRONTLINE COMMANDO Logo
27.02.2015
Oh! YOGURT GREEK STYLE Logo
26.02.2015
25.02.2015
INVENT INNOVATIVE SYSTEME Logo
25.02.2015
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich -1°C 0°C leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall
Basel -1°C 1°C leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 0°C 2°C bewölkt, Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Bern 2°C 5°C leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall
Luzern 3°C 5°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Genf 4°C 6°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 5°C 11°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten