Biotreibstoffe sind «Verbrechen gegen die Menschheit»
publiziert: Montag, 14. Apr 2008 / 18:33 Uhr / aktualisiert: Montag, 14. Apr 2008 / 19:20 Uhr

Washington/Berlin - Weltweit mehren sich die Anzeichen, dass es zu neuen Hungerkrisen kommen könnte. Grund sind die rasant steigenden Nahrungsmittelpreise, unter anderem weil immer mehr Nutzpflanzen für Bio-Sprit angebaut werden.

Jean Ziegler bezeichnete die Herstellung von Biotreibstoffen als «Verbrechen gegen die Menschheit».
Jean Ziegler bezeichnete die Herstellung von Biotreibstoffen als «Verbrechen gegen die Menschheit».
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In einem Interview mit dem Bayrischen Rundfunk bezeichnete der UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, die Herstellung von Biotreibstoffen als «Verbrechen gegen die Menschheit».

Die Unruhen in Haiti, Bangladesch und Kairo seien nur der Anfang, sagte der Genfer Soziologe. Allein die USA hätten 2007 die Herstellung von Biosprit mit sechs Milliarden Dollar subventioniert.

Biotreibstoffe

Auch die EU und die Schweiz setzen auf Biokraftstoffe, um den klimaschädlicheh CO2-Ausstoss zusenken, wie die EU-Umweltminister an einem Treffen vom Wochenende erneut betonten. Auch der Schweizer Umweltminister Moritz Leuenberger nahm daran teil.

Die EU-Kommission betonte am Montag erneut, der avisierte Anteil von 10 Prozent Biotreibstoffen an Krafstoffen bis 2020 könne die Union weitestgehend auf eigenen Flächen anbauen.

Dies könne durch Ertragssteigerungen und die Urbarmachung grosser brach liegender Flächen in Ländern wie Polen, Bulgarien und Rumänien erreicht werden, erklärte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel in Brüssel.

Der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel hatte schon am Samstag erklärt, für die Preissteigerungen sei auch der weltweit steigende Fleischkonsum verantwortlich. Immer mehr Nutzpflanzen würden zu Futtermitteln statt zu Nahrungsmitteln verarbeitet.

Attac: Blanker Zynismus

Aus Angst vor neuen Hungerkrisen hatten Weltbank und Währungsfonds (IWF) am Sonntag zu umfangreicher Nothilfe aufgerufen.

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac warf dem IWF und der Weltbank vor, ihre Empfehlungen seien «an Zynismus kaum zu überbieten». Beide stünden seit Jahrzehnten für eine systematische Vernichtung kleinbäuerlicher Existenzen.

(smw/sda)

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