Gentherapie als Schlüssel
Biologischer Herzschrittmacher erfolgreich getestet
publiziert: Donnerstag, 17. Jul 2014 / 14:44 Uhr
Neue Wege in der Herzmedizin (Symbolbild)
Neue Wege in der Herzmedizin (Symbolbild)

Körpereigene Herzschrittmacher rücken nach Experimenten mit Schweinen einen Schritt näher. Forscher des Cedars-Sinai Heart Institute haben durch das Injizieren von Genen Herzellen in «Schrittmacherzellen» umgewandelt. Dieser biologische Herzschrittmacher war laut dem Team um Eduardo Marban tatsächlich in der Lage, eine Erkrankung zu heilen.

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Die British Heart Foundation warnt jedoch vor verfrühter Euphorie. Die in «Science Translational Medicine» veröffentlichten Forschungsergebnisse sollten unter einem sehr langfristigen Gesichtspunkt betrachtet werden. Die Wissenschaftler injizierten Schweinen mit einer Herzkrankheit, die zu einem sehr langsamen Herzschlag führt, ein Gen.

Die Gentherapie wandelte einen Teil der im Überfluss vorhandenen normalen Herzmuskelzellen in die viel selteneren spezialisierten Zellen um, die das Herz gleichmässig schlagen lassen. Die Zellgruppe mit der Grösse eines Pfefferkorns funktionierte zwei Wochen lang wie ein Herzschrittmacher. Laut Marban ist es damit gelungen, mit minimal invasiven Methoden einen biologischen Herzschrittmacher herzustellen.

Weg von technischen Lösungen

«Wir sind auch die Ersten, die eine Herzzelle bei einem lebenden Tier umprogrammiert haben, um in der Folge eine Krankheit zu heilen», unterstreicht Marban. Normale Herzschrittmacher sind elektronische Geräte, die in den Brustkorb implantiert werden, um einen anormalen Herzschlag zu kontrollieren. Sie senden regelmässig elektrische Signale, um so sicherzustellen, dass das Herz regelmässig schlägt.

Biologische Herzschrittmacher sollen diese Geräte eines Tages entweder zeitweise oder auf Dauer ersetzen. Laut Eugenio Cingolani, einem Mitautor der Studie, können Kinder im Mutterleib keine Herzschrittmacher erhalten. Die Wissenschaftler hoffen jedoch mit Experten einen lebensrettenden Behandlungsansatz auf Basis eines Katheders entwickeln zu können. «Es ist denkbar, dass wir in der Lage sein werden, durch das Injizieren von Genen Leben zu retten.» Herzschrittmacher gibt es bereits seit den 1960er-Jahren.

 

 

(jz/pte)

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