'Beobachter'-Redaktion will zu Ringier
publiziert: Dienstag, 12. Mrz 2002 / 12:01 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 12. Mrz 2002 / 14:32 Uhr

Zürich - Der Kampf um die Jean Frey AG erhält eine neue Dimension: Praktisch die ganze Belegschaft des 'Beobachter' will zum Ringier-Verlag. Sie hat kein Vertrauen in die neuen, noch unbekannten Besitzer.

Ein Redaktionssprecher des «Beobachter» bestätigte einen entsprechenden Bericht in der Mittellandzeitung.

«Die Unabhängigkeit unserer Institution, ihre Glaubwürdigkeit und mithin auch ihre wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft sind in einer von bisher unbekannten Investoren beherrschten Jean Frey AG gefährdet», schrieb die «Beobachter»-Redaktion in einem Brief an den Verwaltungsratspräsidenten der Jean Frey AG, Christoph Richterich. 

Eine Lösung, wie sie sich mit Ringier abgezeichnet hat und wie sie offenbar weiterhin möglich wäre, erachtet die Redaktion als eindeutig besseren Weg, wie es in dem Schreiben weiter heisst. Dies habe nicht nur damit zu tun, dass die neuen Investoren noch nicht bekannt seien. «Wir wollen zu Ringier, auch wenn klar ist, wer die Jean Frey AG übernimmt», sagte der Redaktionssprecher. 

Das freut den Ringier Verlag. Man müsse den Wunsch einer Redaktion ernst nehmen, sagte Ringier-CEO Martin Werfeli. Im Vordergrund stehe aber weiterhin die Übernahme der ganzen Jean Frey AG. «Wir sind aber auch bereit, einzelne Titel zu übernehmen», meinte Werfeli weiter.

Ein mögliches Szenario wäre auch, mit der Belegschaft des «Beobachter» unter dem Dach von Ringier einen «neuen Beobachter» herauszugeben. Zumal ein Projekt für ein eigenes Konsummagazin bereits existiere. Der Markt würde dies erlauben. Allerdings steht das Projekt laut Werfeli nicht im Vordergrund.  

(dev/sda)

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