Baugewerbe und Uhrenindustrie sind die Schweizer Wachstumsmotoren
publiziert: Donnerstag, 19. Apr 2012 / 14:01 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 19. Apr 2012 / 14:21 Uhr
Am stärksten wachsen dürften 2012 die Uhrenindustrie und der Bau. (Symbolbild)
Am stärksten wachsen dürften 2012 die Uhrenindustrie und der Bau. (Symbolbild)

Basel - Die Schweizer Wirtschaft ist über Erwarten gut durch den Winter gekommen. Die Aussichten für 2012 sieht Bakbasel aber weiterhin verhalten. Wachstumslokomotive bleibt die Zentralschweiz. Im Raum Zürich-Aargau bremst der Finanzsektor.

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Dass sich die Schweizer Wirtschaft im Kriechgang fortbewegt, begründet die Bak Basel Economics AG (Bakbasel) in einem Communiqué vom Donnerstag mit der Frankenstärke und der Euroland-Rezession. Das Institut hatte seine Prognose für das BIP-Wachstum 2012 Anfang März um 0,3 Prozentpunkte auf 0,7 Prozent angehoben.

Bau und Uhren als Zugpferde

Dieses Wachstum verteilt sich indessen höchst unterschiedlich, wie Bakbasel weiter schreibt. Am stärksten wachsen dürften 2012 die Uhrenindustrie und der Bau. Damit weist zum einen eine binnenorientierte Branche die besten Aussichten aus und zum anderen eine, die auf aussereuropäische Exportmärkte setzen kann.

Der Bau kann gemäss Bakbasel auch 2012 mit einem Plus von 1,9 Prozent robust expandieren. Die Uhrenindustrie dürfte mit einem Wachstum von 3,4 Prozent die dynamischste Branche überhaupt bleiben. Allerdings verliert auch sie wegen der Abschwächung in den asiatischen Märkten gegenüber 2011 an Schwung. Damals hatte das Wachstum 8,4 Prozent betragen.

Sorgenkind Finanzsektor

Deutlich verhaltener sind die Aussichten für die stark auf die Eurozone ausgerichteten Branchen. Mit prognostizierten Zuwüchsen von 0,7 Prozent bei den Industriegütern und 1,1 Prozent im Pharma-Chemie-Sektor rechnet Bakbasel bei anhaltendem Margendruck nur mit bescheidenem Wachstum.

Dem Gastgewerbe verhagelt der hohe Frankenkurs die Bilanz. Seine Wertschöpfung dürfte um 1,8 Prozent sinken. Dass der Rückschlag nicht grösser ausfällt, ist einzig einer stabilen Inlandnachfrage zu verdanken. Immerhin halbiert sich der Rückgang gemäss Bakbasel im Vergleich zu 2011.

Neben der mitten in der Umstrukturierung steckenden Landwirtschaft mit einem Rückgang um 4,5 Prozent ist der Finanzsektor Wachstumsschlusslicht.

Dieses grösste Sorgenkind der Schweizer Wirtschaft ist mit einer Kombination von Marktturbulenzen, Regulierungsdruck und Steuerstreit konfrontiert. Bakbasel erwartet für den Finanzplatz Schweiz einen Wertschöpfungsrückgang um 1,9 Prozent. 2011 war der Sektor noch um bescheidene 0,1 Prozent gewachsen.

(knob/sda)

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