Schlechte Ernten, tiefer Milchpreis
Bauern verdienen immer weniger
publiziert: Montag, 4. Okt 2010 / 11:40 Uhr / aktualisiert: Montag, 4. Okt 2010 / 12:05 Uhr
Neue Ideen sind gefordert.
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Neuenburg - In der schweizerischen Landwirtschaft sinken die Einkommen dieses Jahr weiter, aber nicht so stark wie 2009, schätzt das Bundesamt für Statistik. Wurde 2009 ein Einkommenseinbruch von 7,7 Prozent verzeichnet, dürften die Einkommen des Agrarsektors dieses Jahr um 3,4 Prozent sinken.

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Hauptursache für das diesjährige Ergebnis sind weniger gute Ernten, die Senkung des Milchpreises und die Übersättigung des Schweinemarktes, heisst es in der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung des BFS.

Der Gesamtproduktionswert der Landwirtschaft geht dieses Jahr um schätzungsweise 3,3 Prozent auf 10,3 Milliarden Franken zurück. 1990 lag dieser Wert noch bei 14,1 Milliarden, seit 2000 schwankt er zwischen 10 und 11 Milliarden Franken.

Zugenommen, um 3,2 Prozent, haben die öffentlichen Beiträge (Direktzahlungen). Sie machen mit rund 2,9 Milliarden Franken über einen Fünftel der Gesamtressourcen des Agrarsektors aus. Ausserdem können die Landwirte ihre Produktionskosten um 1,6 Prozent senken. Damit bestätigt sich ein Trend, der schon letztes Jahr zu beobachten war.

Der Saldo, das heisst das Einkommen des Landwirtschaftssektors, das hauptsächlich die Arbeit und das eingesetzte Kapital der Bauernfamilien entschädigt, wird für das Jahr 2010 auf rund 2,7 Milliarden Franken geschätzt. Das sind 3,4 Prozent weniger als 2009. 1990 hatte die Landwirtschaft noch ein Einkommen von total 4,4 Milliarden erzielt.

Weniger Betriebe, weniger Beschäftigte

Der Trend zu weniger Betrieben und Beschäftigten dürfte sich 2010 fortsetzen, aber weniger deutlich als im Vorjahr. 2009 gab es rund 60'000 Landwirtschaftsbetriebe mit 167'000 Beschäftigten, 1996 80'000 Betriebe mit 225'000 Beschäftigten.

Da weniger Personen in der Landwirtschaft beschäftigt sind, dürfte das Entgeld pro beschäftigte Person nur um 1,1 Prozent sinken.

Der durchschnittliche Arbeitsverdienst je Familienarbeitskraft schwankte in den letzten Jahren laut BFS in der Talregion um die 50'000 Franken pro Jahr, in der Hügelregion zwischen 35'000 und 40'000 und in der Bergregion um 27'000.

Den Landwirten ist es gelungen, ihre Einkommensquellen weiter zu diversifizieren. 10 Prozent des Gesamtproduktionswertes der Landwirtschaft stammt mittlerweile aus landwirtschaftlichen Dienstleistungen und Nebentätigkeiten - wie Haltung von Pensions-Tieren oder Tourismus auf dem Bauernhof.

(bert/sda)

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