Bauern demonstrieren für «fairen Milchmarkt»
publiziert: Freitag, 2. Mrz 2012 / 15:13 Uhr
Die Bauern geben auf dem Bundesplatz ihre Forderung kund.
Die Bauern geben auf dem Bundesplatz ihre Forderung kund.

Bern - In typischer Arbeitsbekleidung - mit blauen Hemden und Stiefeln - haben am Freitag auf dem Bundesplatz in Bern schätzungsweise 250 Bauern für einen «fairen Milchmarkt» demonstriert. Sie folgten damit dem Ruf der Bauerngewerkschaft Uniterre. Die zentrale Forderung: eine Milchmengensteuerung in Produzentenhand.

9 Meldungen im Zusammenhang
«Ernährungssouveränität jetzt», «Gemeinsam für eine Bauernwirtschaft» oder «Mehr Wert für Schweizer Produkte» war auf den Transparenten der Demonstranten zu lesen.

Um einen drei Meter hohen Stiefel legten die Demonstranten ihre Arbeitsschuhe nieder - als Symbol dafür, dass immer mehr Stiefel der Bauern unbenutzt bleiben und jedes Jahr rund tausend Bauernfamilien den Betrieb einstellen müssen.

Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann solle nun selbst in die Stiefel steigen und das Milchproblem lösen, schrieb Uniterre in einer Mitteilung zur Aktion.

«Politischer Wille fehlt»

Trotz eines persönlichen Briefs an den Bundesrat im Januar habe Uniterre bis heute weder eine Antwort noch eine Empfangsbestätigung erhalten. Das darin geforderte Treffen mit den Milchproduzenten habe noch immer nicht stattgefunden.

«Es fehlt an einem politischen Willen zur Lösung der gravierenden Probleme im Milchsektor», schrieb Uniterre. Es sei unmöglich, in der Milchproduktion einen korrekten Lohn zu erwirtschaften.

Nationale Petition lanciert

Laut Uniterre ist es deshalb höchste Zeit, die Produktion der noch verbleibenden 25'000 Milchproduzenten verbindlich zu regulieren. Dazu brauche es Reformen.

In einer Petition mit dem Titel «Milch - aber nicht mehr als nötig» fordert Uniterre, dass der Milchpreis ab Hof die Produktionskosten decken soll. Zudem müssten die Steuerung der Milchmenge durch die Schweizer Milchproduzenten (SMP) erfolgen und die Produzentenvertreter in der Branchenorganisation Milch (BOM) von den SMP bestimmt werden.

Bundesamt prüft Massnahmen

«Das Departement prüft weitere Massnahmen in diesem Dossier», sagte Dominique Kohli, Vizedirektor des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Laut Kohli ist der Druck auf den Bundesrat von Seiten von Uniterre aber zu gross. Das BLW sei selbst «sehr besorgt» über die aktuelle Situation auf dem Milchmarkt.

Das Parlament wird in diesem Jahr über die zukünftige Agrarpolitik debattieren und entscheiden.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
8
Forum
Machen Sie auch mit! Diese wirtschaft.ch - Meldung wurde von 8 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Bauernpräsident Markus Ritter macht sich Sorgen um die künftige Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit Lebensmitteln. In der Schweiz existiere keine Strategie, ... mehr lesen
Bauernpräsident Markus Ritter fordert vom Bundesrat, dass er aufzeigt, wie sich die Nahrungsmittelsituation entwickeln wird und wie die Schweiz gedenkt, damit umzugehen.
Bern/Lausanne - Im März deponierte die Bauerngewerkschaft Uniterre im Rahmen einer Protestaktion ausgediente Stiefel vor dem Bundeshaus. Die Berner ... mehr lesen
Die platzierten Stiefel wurden umgehend von der Berner Strassenreinigung entsorgt und in Rechnung gestellt.
Die Mehrmengen-Abgabe lässt sich gegen den Widerstand der Basis nicht aufrechterhalten.
Bern - Die Delegierten der Branchenorganisation Milch haben am Freitag die Abgabe ... mehr lesen
Genf - Uniterre hat an verschiedenen Orten in der Schweiz anlässlich des ... mehr lesen
Ein industrielles Landwirtschaftsmodell «ausschliesslich auf Profit» ausgerichtet, sei nicht erstrebenswert.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Der Schweizer Milchkonsum soll von 380 Kilogramm pro Kopf und Jahr gehalten und noch gefördert werden.
Bern - Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) haben ihre Haltung gegenüber der Branchenorganisation Milch (BOM) bekräftigt. Wenn sie nicht mehr Mitsprache erhalten, werden sie im ... mehr lesen
Bern - Die Milchproduktion in der Schweiz hat im Vergleich zum Vorjahr um 1 Prozent auf total 3,472 Millionen Tonnen zugenommen - Rekord. Die Zahl der Betriebe, die mehr als eine halbe Million Kilogramm Milch ablieferten, stieg auf 357. Gleichzeitig gaben 874 Betriebe die Milchproduktion auf. mehr lesen 
Bern - Ein gutes Pflanzenjahr, aber Probleme auf dem Milch- und Schweinemarkt: Auf diesen Nenner lässt sich der am Freitag publizierte Jahresrückblick 2011 des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) bringen. mehr lesen 
Bern - Der Bundesrat kommt den Milchproduzenten entgegen: Er hat am Mittwoch beschlossen, gewisse Punkte in ... mehr lesen
Die Branchenorganisation Milch hält zukünftig ein verstärkt wachsames Auge auf den Milchhandel.
Preise
Es geht dabei ja nicht um die Preise die der Konsument für die Milch bezahlt, sondern um den Betrag, den der Landwirt dafür kriegt. Da spielt das Verhältnis von Angebot und Nachfrage eine Rolle. Da die Landwirte es nicht schafften, trotz der hervorragenden Vernetzung das Angebot der Nachfrage anzupassen, wird jetzt wieder ein Sündenbock gebraucht. Dafür eignet sich ja Vater Staat besonders gut.
Ja, man kann
Diese leicht transportierbaren Nahrungsmittel wie z. B. Milchpulver helfen den hungernden Menschen nur, wenn gleichzeitig ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht. Und wenn Wasser vorhanden ist, braucht es kein Milchpulver mehr oder höchstens im Notfall. Da sehe ich das grösste Problem.
Äh, kann man zuviel Milch produzieren? . . .
. . . mit Milchpulver könnte man doch hungernde Menschen mit wervoller Nahrung versorgen. Vorausgesetzt, Nestlé wäre mit "nur" 5 Milliarden Gewinn zufrieden. Aber da liegt wohl das Problem.
Quasi Kartelle
In der Schweiz würde ich gerne jedem Bauern mehr für die Milch bezahlen. Ich würde es aber nicht Kartellen wie der Emmi in den Hintern schieben wollen.

Würden man sagen "bitte zahlt etwas mehr für die Milch und es geht direkt an die Bauern" würden wohl die meisten Schweizer gerne mitmachen. Aber nicht für Politik und Konzerne.
stimmt genau,
das mit dem Futtereinkauf. Das versteht auch mancher Bauer nicht, wie die Rechnung aufgehen soll bei einigen Landwirten, wenn das Kilo Futter 80 Rappen kostet und für einen Liter Milch 50 Rappen bezahlt werden. :(
einverstanden
, zum Teil. Die Landwirte haben sich die Freiheit von der Kontingentierung erkämpft. Die Landwirte sind die bestvernetzten und organisierten Produzenten und hätten es damit in der Hand soviel Milch zu produzieren, wie der Markt aufnehmen kann und gute Preise zahlt. Jetzt, wo jeder möglichst viel Milch produziert, ohne Sinn für den Markt, wird plötzlich wieder der Ruf nach dem Staat laut.

Die Milchproduktion ist eine der wichtigsten Sparten unserer Landwirtschaft, aber was einige Grossproduzenten machen, hat weder mit Tradition, noch mit Region etwas zu tun. Der ungehemmte Einkauf von Futter macht den Produktionsmarkt kaputt.
eben doch, Martin
Die möchten von ihren Produkten leben können und nicht auf, sage mal Spendengelder, angewiesen sein. Diese Direktzahlungen sehen sehr, sehr viele Leute immer noch als Unterstützung.

Dass mehr Milch produziert wird, als tatsächlich verwertet und gebraucht wird, hängt mit unserer Region, unserem Klima und auch mit Traditionen zusammen. Die Alpweiden sind ein schönes Beispiel. Wenn unsere Bauern zum Beispiel Reis oder Erdnüsse, Baumwolle oder Datteln anpflanzen könnten, wäre die Vielfalt um einiges grösser und die Milch müsste importiert werden. Mit anderen Worten: In meinem Garten gedeiht der Kabis wunderbar, aber die Erbsen wachsen recht mickrig heran. Also pflanze ich doch diejenigen Produkte, bei denen ich mit Sicherheit eine gute Ernte erzielen kann.

Und überhaupt, der Fotograf war wohl auf dem Platz, nicht aber der Reporter. Oder wie erklären Sie sich diesen Unsinn mit den blauen Hemden? Einer meiner Brüder ist Bauer und der ist immer gekleidet wie ein Holländischer Fussball Fan.

Und was verstehen Sie unter Milchmengensteuerung in Produzentenhand? Ich jedenfalls habe es nicht so verstanden, dass man uns jetzt von Produzentenseite vorschreiben will, wie viele Milchprodukte wir zu konsumieren hätten. Ich habe sowieso eine Allergie auf Milchprodukte und meinen Kaffee, den geniesse ich. Aber so, wie er ist und bitte ohne Milch und Zucker.
selber schuld
jetzt sind diese Landwirte und Milchproduzenten die bestorganisierte und vernetzte Vereinigung überhaupt. Und die kriegen das nicht hin, dass nicht mehr produziert wird, als verkauft werden kann? Die Kontingentierung hat denen nicht gepasst, ein freier Markt wollen die auch nicht:ich finde, die wissen gar nicht, was sie eigentlich wollen.
Hat wieder zugeschagen: Der Wolf.
Hat wieder zugeschagen: Der Wolf.
Wolf im Oberwallis  Sitten - Im Oberwallis könnte innerhalb einer Woche möglicherweise erneut ein Schaf nahe eines Dorfes von einem Wolf gerissen worden sein. Der Kanton untersucht den Riss eines Lamms bei Gampel VS vom Freitagabend und will Klarheit, ob es der gleiche Wolf wie in Eischoll VS war. 
Letzte Chance für den Wolf im Wallis Sitten - Der Wolf, der am vergangenen Montag in Eischoll VS ein Schaf gerissen hat, ...
Wallis möchte Wolf zum Abschuss freigeben Sitten - Der Walliser Grosse Rat steht auf Kriegsfuss mit dem Wolf. Mit grosser ...
Welternährungstag  St. Gallen - Bäuerinnen aus Kolumbien, Kanada, Tschad und Myanmar haben am Donnerstag an der Olma in St. Gallen über Gleichstellung ...
Eine Bäuerin erntet Salatgurken.
Die Zahl der Hungernden nimmt kontinuierlich ab.
Weniger Hungernde auf der Welt Bonn - Die Zahl der Hungernden geht weltweit zurück. Als unterernährt gelten zwar immer noch etwa 805 Millionen Menschen. Im Vorjahr hatte ...
Titel Forum Teaser
  • LinusLuchs aus Basel 38
    Höchst demokratiefeindlich Der Leistungsauftrag der SRG hat in unserer Demokratie eine ... Do, 23.10.14 15:07
  • tigerkralle aus Winznau 98
    Ecopop löst keine Probleme Frau Sommaruga , Ecopop löst sicher nicht alle Problehme , aber Sie ... Di, 14.10.14 13:04
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2515
    Dass... die Chinesen die lachenden Dritten im Bunde sein werden, war schon ... Mo, 13.10.14 17:33
  • jorian aus Dulliken 1512
    Der aufgezwungen Boykott! Nun spürt also die BRD, dass sie Russland boykottiert. Wer hat den ... Fr, 10.10.14 03:25
  • LinusLuchs aus Basel 38
    Beziehungskorruption schafft sich nicht selber ab Kritiker einlullen, besänftigen, ruhigstellen. Zu nichts anderem dient ... Mo, 29.09.14 15:09
  • Menschenrechte aus Bern 112
    Milliardäre Für jeden Milliardär, gibt es tausende Arme, jedoch ist das denen ... Do, 25.09.14 00:55
  • BigBrother aus Arisdorf 1452
    Was ist die Alternative? Warum nur China? Wollte die Schweiz nur noch mit lupenreinen Ländern ... Mi, 24.09.14 10:32
  • Argovicus aus Aarau 7
    Cham Papier Schon ein Jammer und Zeugnis von grossen Management Fehlern, wenn ein ... Mo, 22.09.14 14:18
Molybdändisulfid: dünn und durchsichtig.
Green Investment Forscher erfinden dünnen, tragbaren Generator New York/Atlanta - Forscher haben aus ...
Es ist wichtig, den richtigen Umgang mit den eigenen Daten zu lernen.
Startup News Eigene Daten richtig schützen - Methoden und Programme zum Datenschutz Das Internet hat die wichtigsten Bereiche des alltäglichen Lebens übernommen, sei es Online Banking, Familienerinnerungen, soziales ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
22.10.2014
ethimedix Logo
21.10.2014
TV Land & Lüt Logo
21.10.2014
EINFACH KUHL Logo
21.10.2014
20.10.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich 6°C 8°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 5°C 10°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 4°C 10°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 7°C 12°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 7°C 12°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 8°C 14°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 10°C 16°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten