Bankier Pierre Mirabaud trotz Krise zuversichtlich
publiziert: Donnerstag, 18. Sep 2008 / 12:38 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 18. Sep 2008 / 13:20 Uhr

Zürich - Für die Finanzbranche sei das Jahr 2008 zwar ein «Annus horriblis», ein Horrorjahr. Pierre Mirabaud, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, plädiert am Bankiertag aber dafür, auch die Chancen der Finanzkrise zu sehen.

Bei der aktuellen Finanzkrise habe nicht das System versagt, sondern einige Systemteilnehmer, so Pierre Mirabaud.
Bei der aktuellen Finanzkrise habe nicht das System versagt, sondern einige Systemteilnehmer, so Pierre Mirabaud.
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Selbst wenn die Schweiz von der Krise nicht verschont geblieben sei und einzelne Institute hätten erkennen müssen, dass ihr Risikomanagement versagt habe, gebe es Dinge, die zuversichtlich stimmten. So sei die internationale Reputation des Finanzplatzes Schweiz nach wie vor intakt, sagte Mirabaud.

Im Ausland werde die Schweiz nämlich nicht speziell mit der gegenwärtigen Finanzkrise in Zusammenhang gebracht.

Als Positiv hob der Präsident der Bankiervereinigung insbesondere hervor, dass in der Schweiz im Gegensatz zu anderen Ländern kein Steuerfranken zur Rettung einer Bank habe aufgewendet werden müssen. Es sei ein gutes Zeichen für die Qualität des hiesigen Bankenwesens, wenn ausländische Investoren sich in der gegenwärtigen Situation an einer Schweizer Bank beteiligen wollten.

An der Generalversammlung der Bankiervereinigung in Bern sowie vor Medienvertretern in Zürich legte Mirabaud auch dar, was in seinen Augen zur Finanzkrise geführt hat. «Nicht das System hat versagt, sondern einige Systemteilnehmer», sagte er.

Schnelle regulatorische Massnahmen seien als Antwort auf die Krise fragwürdig. Insbesondere dürfe es keinen Alleingang der Schweiz geben, sagte er. Die Eigenkapitalunterlegung bei den Banken müsse zwar tendenziell erhöht werden, aber strikt risikobasiert und mit Blick auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Die derzeit viel diskutierte maximale Verschuldungsgrenze für Banken (Leverage ratio) sei nicht das Heilmittel, das nun alleine alles lösen könne. Zumal gebe es eine solche in den USA schon lange, was die Finanzkrise aber auch nicht habe verhindern können.

(fest/sda)

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