Bank Leu will sich vom Retailgeschäft trennen
publiziert: Freitag, 13. Sep 2002 / 17:48 Uhr

Zürich - Die zur CS Group gehörende Bank Leu will sich vom Retailgeschäft trennen und sich stärker auf den Geschäftsbereich Private Banking konzentrieren. Deshalb wurden rund ein Dutzend Stellen abgebaut. Die Geschäftsleitung wird neu organisiert.

Veränderte Rahmenbedingungen und die Entwicklungen an den Finanzmärkten würden das Private Banking (Vermögensverwaltung für Reiche) vor grosse Herausforderungen stellen, sagte Bank-Leu-Geschäftsführer Reto Donatsch in Zürich.

Durch den Rückzug aus dem Retailgeschäft würden rund 1500 Kleinstkunden wegfallen, die weitestgehend zur Credit Suisse wechseln dürften, sagte Donatsch. In der Folge seien 10 bis 15 Kundenberaterstellen gestrichen worden.

Wegen des im Mai 2001 verhängten Einstellungsstopps sei die Zahl der Mitarbeiter von 650 Anfang Jahr auf derzeit 620 gesunken, sagte Donatsch. Gespart werden solle auch bei der Informatik und den Produkten.

Die Bank Leu werde sich künftig verstärkt auf das Kerngeschäft, das Private Banking für gehobene Privatkunden mit einem Vermögen von mehr als 1 Mio. Fr. und die Betreuung von externen Vermögensverwaltern konzentrieren. Das Schwergewicht liegt dabei auf dem Heimmarkt Schweiz und ausgewählte Märkte im Ausland, vor allem in Europa.

Nachhaltig wachsen will die Bank Leu in der Schweiz. "Es gibt in unserem Bereich sehr viele unzufriedene Kunden", sagte Donatsch. Wenn man eine bessere Qualität und Beratung anbiete als die Konkurrenz, könne man Marktanteile gewinnen.

Im ersten Halbjahr 2002 habe die Bank trotz schwieriger Märkte ein im Vergleich zur Konkurrenz recht gutes Ergebnis erzielt, sagte Donatsch. Der Bruttogewinn liege mit 58,5 Mio. Fr. lediglich um 9 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Der Reingewinn sei wegen des Verkaufs einer Beteiligung um 20 Prozent auf 57 Mio. Fr. gestiegen.

(ps/sda)

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